|
München (ots) - Im Interview mit FOCUS online spricht Filip Thon, Chief
Executive Officer (CEO) von E.ON Energie Deutschland, über die derzeit stark
steigende Nachfrage nach Photovoltaikanlagen, mögliche Auswirkungen des
Irankriegs auf die Energieversorgung in Deutschland sowie Smart Meter und
bidirektionales Laden.
Versorgungslage in Deutschland aktuell stabil
Angesichts des Kriegs im Nahen Osten ordnet Filip Thon mit Blick auf Deutschland
ein: "Die Heizsaison ist bald vorbei. Außerdem kommen mit längeren Sonnenzeiten
pro Tag mehr Erneuerbare ins Stromnetz. Ist mehr Sonne da, haben wir mehr
Energie. Physisch gesehen haben wir da kein Problem", sagt er. Mit Blick auf die
Endkundenpreise betont er: "Wir können unsere Kunden beruhigen: Wir haben Strom
und Gas langfristig eingekauft und halten gerade in diesen unruhigen Zeiten die
Preise für unsere Bestandskunden in den kommenden Monaten stabil."
Steigende Nachfrage nach Photovoltaikanlagen
Besonders in geopolitisch unsicheren Zeiten suchen viele Verbraucher nach
Möglichkeiten, sich stärker von Energiepreisschwankungen unabhängig zu machen.
In den vergangenen Tagen registrierte E.ON eine besonders hohe Zahl an Anfragen
zu PV-Anlagen. "Wenn's drauf ankommt, sehen die Kunden in den Erneuerbaren die
Lösung, um preislich und physisch ein bisschen unabhängiger zu sein." Beim
Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland sieht Thon weiterhin deutliche
Fortschritte. "Auf der Erzeugerseite hatten wir 2025 einen Stromerzeugungsanteil
aus den erneuerbaren Energien von fast 60 Prozent. Wir sehen ein stetiges
Wachstum, hauptsächlich aus der Photovoltaik und aus den Windkraftanlagen." Der
steigende Anteil erneuerbarer Energien bringe jedoch auch neue Herausforderungen
für das Energiesystem mit sich. Durch schwankende Einspeisung entstehe eine
höhere Volatilität im Stromsystem.
Smart Meter und bidirektionales Laden als nächste Entwicklungsschritte
Für die intelligente Nutzung erneuerbarer Energie spielen digitale Technologien
eine zentrale Rolle. "Smart Meter sind das Vehikel, um die erneuerbare Energie
intelligent zu nutzen", so Thon. Die Smart Meter ermöglichen es zu profitieren,
wenn man Stromverbrauch und Ladeprozesse automatisch in Zeiten niedriger
Strompreise verschiebt. Darüber hinaus sieht Thon großes Potenzial im
bidirektionalen Laden, bei dem Elektroautos auch als flexible Stromspeicher für
Haushalte oder das Stromnetz dienen können. Es bestehen jedoch noch
regulatorische Hürden. "Aktuell ist es noch so, dass derjenige, der Energie aus
dem Netz ins Auto leitet, Umlagen und Steuern darauf zahlt. Wenn diese Energie
zurück ins Netz geleitet und von jemand anderem abgenommen wird, zahlt dieser
wiederum Umlagen und Steuern - auf Energie, für die diese Kosten bereits
beglichen wurden. Diese doppelten Lasten sollte es nicht geben."
Die Zukunft ist elektrisch
Auf Verbraucherseite schreitet die Elektrifizierung weiter voran. Besonders die
Elektromobilität entwickelt sich dynamisch: Im Jahr 2025 wurde erstmals die
Marke von zwei Millionen Elektroautos geknackt. Parallel dazu wächst die
Ladeinfrastruktur stetig. In Deutschland gibt es inzwischen rund 200.000
öffentliche Ladepunkte und mehr als eine Million private Wallboxen für das Laden
zu Hause. Für Thon belegen diese Zahlen klar den Wandel hin zur Elektrifizierung
von Energieverbrauch und Mobilität: "Der Trend geht in Richtung
Elektrofahrzeuge, bidirektionales Laden, Wärmepumpe. Kurz: in Richtung Strom und
Elektrifizierung - das bleibt ein unumkehrbarer Megatrend."
Pressekontakt:
E.ON Energie Deutschland GmbH
Arnulfstraße 203
80634 München
http://www.eon.de
Pressekontakt:
Dirk Strittmatter
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/109984/6232708
OTS: E.ON Energie Deutschland GmbH
|