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Krankenkassen werben für Patientensteuerung per App / GKV-Chef Blatt: Terminvergabe nach Dringlichkeit statt Vorzug für Privatpatienten - "'Na, was hamse denn'-Fragen würden sich erübrigen"

11.03.2026 03:05 Uhr Neue Osnabrücker Zeitung

Osnabrück (ots) - Deutschlands Krankenkassen werben für eine Patientensteuerung per App. "Wir haben im EU-Vergleich viele Arzt-Patienten-Kontakte, das ist eine offenkundige Herausforderung. Das ist auch einer der Gründe, warum die Menschen so lange auf Termine, insbesondere bei Fachärzten warten", sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). "Es gäbe einen Ausweg. Wir setzen uns für eine digital gestützte Steuerung ein. Der Patient wird über ein digitales Tool, zum Beispiel eine App seiner Krankenkasse, eingeschätzt und erhält anhand der geschilderten Symptome eine valide Empfehlung. Muss ich wirklich zum Arzt? Wenn ja, zu welchem? Oder reichen zwei Tage Bettruhe?"

Der Krankenkassen-Verbandschef sieht dafür die niedergelassenen Ärzte in der Pflicht: "Damit so ein System funktioniert und angenommen wird, müssten darüber Termine vergeben werden. Voraussetzung dafür wiederum wäre, dass alle Ärzte einen relevanten Anteil ihrer Termine an das künftige bundeseinheitliche Terminverzeichnis melden. Und diese vergibt die Kapazitäten nicht vorrangig an Privat- oder gesetzliche Versicherte, sondern rein nach Dringlichkeit der Behandlung", so der GKV-Vorsitzende.

Koordination und Digitalisierung könnten zum Gamechanger werden. "Bei einer elektronischen Überweisung vom Haus- zum Facharzt wäre auch garantiert, dass der Spezialist schon die erste Diagnose hat und mit dem Patienten nicht von vorn beginnen muss mit der Frage: 'Na, was hamse denn?'", sagte Blatt zu "noz".

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58964/6233055 OTS: Neue Osnabrücker Zeitung


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Neue Osnabrücker Zeitung
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