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Berlin (ots) - Es gibt im Energiebereich nichts, was für größere
Entrüstungsstürme sorgt als steigende Benzinpreise. Auch wenn von einem
Ölpreisschock wie zweimal in den 70er Jahren bisher nicht die Rede sein kann -
die Kostensteigerung an der Tankstelle infolge des Iran-Krieges trifft sehr
viele. Das gilt für Privatpersonen wie für Busfirmen, Spediteure und Landwirte.
Da kommt es natürlich gut an, wenn die Bundesregierung jetzt die Ölreserve
freigibt und Preiserhöhungen via Kartellrecht etwas einschränken will.
Dies zeugt freilich von einem sehr kurzfristigen Denken, einzig mit dem
Geldbeutel der Verbraucher im Fokus. Dabei geht es hier um grundlegendere
Probleme: dass Konflikte wieder verstärkt militärisch ausgetragen werden, was
wie beim Ukraine- und Iran-Krieg die Öl- und Gaspreise treibt. Während
Friedenspolitik eine globale Aufgabe ist, gibt es auch eine einfache nationale
Lösung: die fatale Abhängigkeit vom Öl im Transportbereich zu beenden. Was die
schwarz-rote Regierung und die ultrarechte Opposition beharrlich negieren oder
gar hintertreiben, ist die Förderung von Alternativen. Die Elektrifizierung des
Verkehrssektors stockt ebenso wie die damit verknüpfte Energiewende, die
Verlagerung von Verkehr auf die Schiene und der Ausbau eines bezahlbaren ÖPNV.
Nicht wenige Bürger handeln entsprechend: Die Bahn verzeichnet eine höhere
Ticketnachfrage, bei E-Auto-Herstellern gehen mehr Bestellungen ein. Das wird
eine Momentaufnahme bleiben, wenn der Staat nicht die Weichen entsprechend
stellt. Verbrenner-Aus und Ölausstieg machen weniger verwundbar bei
internationalen Krisen - und sind das beste Mittel gegen die Profitgier der
Ölkonzerne. Echte Lösungen gibt es nicht an der Preistafel der Tankstellen.
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