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München (ots) - Moderation: Natalie Amiri
Geplante Themen:
Libanon: Mitten im Krieg
Der Libanon steckt in einem neuen Krieg: Mittlerweile sind etwa 750.000 Menschen
im eigenen Land vertrieben und suchen Sicherheit in der Hauptstadt sowie in
anderen Teilen des Landes. Der Staat, der selbst kaum funktionsfähig ist, ist
dabei auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen, um diese Herausforderung zu
bewältigen. Verschiedene Hilfsorganisationen entsenden Ärzte in Notunterkünfte,
um zumindest ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung sicherzustellen. Die
Menschen im Land sind kriegsmüde und hoffen auf ein baldiges Ende der Kämpfe
zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee - ein Ende, das derzeit noch
nicht absehbar ist. (Vera Rudolph, ARD Kairo)
USA: Bröckelt Trumps MAGA-Lager?
Präsident Trump ist angetreten mit dem Versprechen, Kriege zu beenden und keine
neuen zu beginnen, und mit dem Versprechen, Preise für Verbraucher zu senken.
Beides war zentral für seinen Wahlerfolg. Beides hat er aus Sicht von Kritikern
gebrochen - auch von solchen aus seinem MAGA-Lager. Mehrere konservative
Podcaster und ehemalige Verbündete wie Steve Bannon oder Tucker Carlson üben
öffentlich Kritik, sagen, das sei nicht MAGA. Trump hält ihnen entgegen: "MAGA
ist Trump" und verkauft den Militärschlag als unbedingt im Interesse der USA.
Doch wie ist die Stimmung an der Basis? Wendet sie sich von Trump ab oder steht
sie weiter in großer Treue zu ihrem Präsidenten? (Kerstin Klein, ARD Washington
D. C.)
Lettland: Russische Parallelwelten?
In Lettland leben rund 450.000 Menschen mit russischen Wurzeln, Menschen wie
Wladimir Gilis. Doch obwohl er bereits seit 50 Jahren in Riga lebt, spricht er
kein einziges Wort Lettisch. Das baltische Land will das nicht länger hinnehmen.
Seit 2024 fordert ein Gesetz: Wer dauerhaft in Lettland leben möchte, muss
nachweisen, dass er die Landessprache kann. Wer den Sprachtest nicht schafft,
dem droht die Ausweisung. Das Gesetz zielt insbesondere auf die russische
Minderheit im Land. Nationalkonservative Politiker wie Edvins Snore verteidigen
den Kurs: Lettland könne die russischen Parallelwelten im Land nicht länger
hinnehmen. Für den 73-jährigen Gilis bedeutet das drei Mal die Woche
Sprachschule. Den ersten Test hat er nicht geschafft. Nun wird wohl die nächste
Prüfung darüber entscheiden, ob er bleiben darf oder nicht. (Christian Blenker,
ARD Stockholm)
Frankreich: Die ungeliebten Flüchtlinge von Dünkirchen
Sie leben in billigen Zelten im Morast - und Frankreich wäre sie am liebsten
los: Tausende Flüchtlinge zieht es jedes Jahr an die französische Kanalküste,
weil sie ihr Glück in Großbritannien versuchen wollen. In billigen
Schlauchbooten holen die Schlepper sie ab - mindestens 29 sind im letzten Jahr
ertrunken. Die Menschen zwischen Dünkirchen und Boulogne-sur-Mer haben von den
vielen Flüchtlingen vor ihrer Haustür meist die Nase voll. Anders Pascaline und
Claire von der Organisation Salam: Sie opfern ihre Freizeit, um den Menschen aus
Afrika und dem Nahen Osten wenigstens mit Nahrung und etwas Kleidung zu helfen.
Doch sie wissen, dass die Stimmung in ihrer Region längst kippt: Der
rechtsnationale Rassemblement National ist bei den am Sonntag in ganz Frankreich
anstehenden Kommunalwahlen auf dem Vormarsch. (Michael Strempel, ARD Paris)
Thailand: Seltene Erden gegen Menschen
Seltene Erden stecken in Smartphones, Elektromotoren und Batterien - und mit der
steigenden Nachfrage wächst auch der Abbau dieser Rohstoffe. Ein großer Teil der
weltweit gehandelten Seltenen Erden stammt aus Myanmar, wo im Mekong-Becken
zahlreiche Minen betrieben werden, viele davon von chinesischen Unternehmen.
Doch der Abbau hat Folgen über die Landesgrenzen hinaus. Im Grenzgebiet zu
Thailand klagen Anwohner über verschmutzte Flüsse, Schwermetalle in Fischen und
Reis sowie gesundheitliche Beschwerden. Am Kok River in Nordthailand spürt
Fischer Kob Kotkam die Veränderungen unmittelbar. Früher lebte er vom Fischfang
im Fluss, heute bleiben die Netze oft leer: "Ich habe Angst vor den Chemikalien.
Und Angst, dass ich hier nie wieder fischen kann." Dazu kommen auch
Hautreizungen und starker Juckreiz, die er mit dem verschmutzten Wasser in
Verbindung bringt. (Christiane Justus, ARD Singapur)
Südkorea: Jugend in der Krise
Die Popkultur Südkoreas feiert weltweit Erfolge. Doch die Jugend des Landes
gerät zusehends in eine "Rückzugskrise": Etwa eine halbe Million junge Menschen
gehen keiner Arbeit oder Ausbildung nach, haben keinen Abschluss oder kapseln
sich ab von ihrer Umgebung. Der Grund dafür sind oft die hohen Erwartungen der
Gesellschaft, die Jugendliche mit Druck und Drill zum Erfolg in Schule, Studium
und Beruf antreiben. Viele fühlen sich dem nicht gewachsen. Manche verlassen
nicht einmal mehr ihr Zimmer. Neue Hilfsangebote sollen den Betroffenen helfen,
den Weg aus der Isolation zu finden. (Ulrich Mendgen und Diane Kämpf, ARD Tokio)
Redaktion: Judith Schacht (BR)
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BR-Pressestelle, E-Mail: presse@br.de
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OTS: ARD Das Erste
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