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Datteln-Ahsen/Friedrichsthal/Bad Homburg/Berlin (ots) - Nach der Ankündigung von
Bundesumweltminister Carsten Schneider, die Suche nach Flächen für
Kompensationsmaßnahmen bei großen Infrastrukturprojekten künftig an
"professionelle Dritte" abgeben zu können, fordert die bundesweit tätige
Landschaftsagentur Plus GmbH eine klare Konkretisierung dieses Begriffs im
weiteren Gesetzgebungsverfahren. Gemeint sein sollten in der Praxis etablierte
und qualifizierte Flächenagenturen, die deutschlandweit bereits über Erfahrung
in der Flächensicherung, Maßnahmenentwicklung und langfristigen Betreuung von
Kompensationsmaßnahmen verfügen. Viele dieser Agenturen arbeiten dabei mit
Stiftungen oder eigenen Trägerstrukturen zusammen, die die dauerhafte Pflege und
Entwicklung der Flächen institutionell absichern.
Nicole Büsing, Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus mit Standorten in
NRW, Hessen und Saarland und Vorstandsmitglied im Bundesverband der
Flächenagenturen in Deutschland (BFAD e.V.):
"Der Begriff ,professionelle Dritte' darf im Gesetz nicht abstrakt bleiben. In
der Praxis geht es um fachlich qualifizierte Flächenagenturen, die
Kompensationsbedarfe bündeln, geeignete Flächen sichern und Maßnahmen über
Flächenpools und Ökokonten naturschutzfachlich vorbereiten und langfristig
entwickeln können. Viele dieser Strukturen haben sich über Jahre oder Jahrzehnte
als verlässliche Umsetzungsakteure im Naturschutz etabliert. Wenn die Politik
diesen Weg eröffnen will, sollte sie diese Akteure auch klar benennen und
bestehende Strukturen ausdrücklich nutzen."
Ein entscheidender Hebel
Aus Sicht der Landschaftsagentur Plus liegt genau darin ein entscheidender Hebel
für mehr Umsetzbarkeit. Flächenagenturen übernehmen bereits heute Aufgaben, die
dem angekündigten Modell "professioneller Dritter" entsprechen: Sie
identifizieren geeignete Flächen, entwickeln naturschutzfachlich tragfähige
Maßnahmen, bündeln Bedarfe verschiedener Vorhabenträger und begleiten die
langfristige Entwicklung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Durch ihre
organisatorischen Strukturen, die häufig in Kooperation mit Stiftungen oder
anderen dauerhaften Trägern arbeiten, können sie auch die langfristige Pflege,
Entwicklung und Sicherung dieser Flächen gewährleisten. Denn
Naturschutzmaßnahmen wirken über Jahrzehnte. Deshalb braucht es Akteure, die
nicht nur Flächen vermitteln, sondern auch ihre langfristige Entwicklung
institutionell sicherstellen.
Statt neue Parallelstrukturen aufzubauen, sollte das geplante Gesetz auf diese
vorhandenen Strukturen aufsetzen.
"Beschleunigung gelingt nicht durch unklare Begriffe, sondern durch klare
Zuständigkeiten und nutzbare Praxisstrukturen", so Nicole Büsing weiter. "Wenn
Realkompensation schneller und rechtssicher umgesetzt werden soll, dann sollten
bestehende Flächenagenturen ausdrücklich einbezogen werden. So kann das Gesetz
die natürliche Infrastruktur stärken und vermeidet zusätzliche bürokratische
Umwege und Zeitverlust."
Politische Aufwertung natürlicher Infrastruktur
Die Landschaftsagentur Plus begrüßt die politische Aufwertung natürlicher
Infrastruktur ausdrücklich. Böden, Wälder, Moore, Gewässer und Schutzgebiete
sind zentrale Lebensgrundlagen und verdienen in Planungs- und
Genehmigungsverfahren ein höheres Gewicht. Damit aus diesem Anspruch jedoch
tatsächliche Umsetzung wird, sollte das weitere Verfahren den Begriff
"professionelle Dritte" so konkretisieren, dass bestehende Flächenagenturen als
fachlich qualifizierte und institutionell geeignete Umsetzungsakteure erkennbar
und einbindbar sind.
Über die Landschaftsagentur Plus GmbH
Die Landschaftsagentur Plus GmbH ist eine bundesweit tätige Flächenagentur mit
Sitz in Datteln (NRW) und weiteren Büros in Friedrichsthal (Saarland) und
Oberursel (Hessen). Sie unterstützt Vorhabenträger bei der Umsetzung von
Kompensationsmaßnahmen, bündelt Kompensationsbedarfe und sichert Flächen. Über
ihre Flächenpools und Ökokonten stellt sie vorentwickelte Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen bereit und begleitet durch Monitoring und naturschutzfachliche
Maßnahmen deren langfristige Entwicklung.
Nicole Büsing steht gerne für Interviews zur Verfügung. Radio-O-Töne können in
Sendequalität geliefert werden. Kontakt über die Pressestelle der
Landschaftsagentur Plus.
Pressekontakt:
Ludger Vortmann
Mobil: +49 162 189 64 09
E-Mail: mailto:presse@landschaftsagenturplus.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/181671/6234604
OTS: Landschaftsagentur Plus GmbH
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