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Juba/Berlin (ots) - Die eskalierende Gewalt im südsudanesischen Bundesstaat
Jonglei hat Hilfsorganisationen zum Rückzug gezwungen, zu Massenvertreibungen
geführt und Familien ohne lebenswichtige Hilfe zurückgelassen, so Save the
Children. Seit Dezember sind im Bundesstaat Jonglei über 280.000 Menschen (https
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die Hälfte davon Frauen und Kinder.
Die Kinderrechtsorganisation musste diese Woche alle humanitären Einsätze in
Akobo East - bisher ein Rückzugsort für Vertriebene in Jonglei - aussetzen und
ihre Mitarbeitenden abziehen. Grund dafür waren die eskalierende Gewalt und die
Anordnung des südsudanesischen Militärs vom 6. März, dass alle Zivilist*innen,
Nichtregierungsorganisationen sowie Organisationen und Friedenstruppen der
Vereinten Nationen den Bezirk Akobo verlassen müssen.
Zum Zeitpunkt des Rückzugs versorgte Save the Children rund 100.000 Kinder in
der Stadt Akobo mit lebenswichtigen Gesundheits-, Ernährungs-, Bildungs-,
Kinderschutz- sowie Wasser- und Sanitärdienstleistungen. Die Familien, von denen
viele bereits mehrmals vertrieben wurden, sind nun auf sich allein gestellt und
die Kinder sind der Gewalt ausgesetzt.
"Die Unterbrechung der humanitären Hilfe birgt die Gefahr, dass sich die ohnehin
schon kritische Lage im Bundesstaat Jonglei weiter verschärft", sagt Chris
Nyamandi, Länderdirektor von Save the Children im Südsudan. "Wir hören, dass
viele Familien auf ihrer Flucht kaum Lebensmittel, sauberes Wasser oder Zugang
zu Gesundheitsversorgung haben. Vor allem Kinder sind durch die Unterbrechung
der Hilfsmaßnahmen einem erhöhten Risiko von Mangelernährung, Krankheiten und
anderen Gefahren ausgesetzt. Der Schutz und die Sicherheit der Zivilbevölkerung
müssen stets Vorrang haben, insbesondere in Gebieten, in denen sich der Konflikt
zuspitzt."
Bereits im vergangenen Monat musste Save the Children Hilfsmaßnahmen im
nahegelegenen Walgak aussetzen, nachdem Bewaffnete ein Büro der
Kinderrechtsorganisation geplündert und angezündet, ein Gesundheitszentrum
zerstört und vier Fahrzeuge gestohlen hatten.
Der Konflikt hat sich seit Ende Dezember landesweit nach erneuten Kämpfen
erheblich verschärft, insbesondere im östlichen Jonglei, wo auch Akobo liegt.
Der größte südsudanesische Bundesstaat zählt zu den Regionen mit der höchsten
Ernährungsunsicherheit im Land.
Save the Children fordert alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu
schützen, das humanitäre Völkerrecht zu achten und Hilfsorganisationen einen
sicheren und ungehinderten Zugang zu den betroffenen Gemeinden zu gewährleisten.
Die Kinderrechtsorganisation betont nachdrücklich, dass Einschränkungen von
humanitären Maßnahmen oder Zwangsumsiedlungen von Personal die Gefahr bergen,
dass Tausende von schutzbedürftigen Menschen keinen Zugang zu lebenswichtiger
Hilfe haben.
Save the Children ist seit 1991 im heutigen Südsudan tätig und versorgt Kinder
mit Bildungsprogrammen, Gesundheits- sowie Ernährungsdiensten und Familien mit
existenzsichernden Leistungen.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Marie-Sophie Schwarzer, Medienreferentin
+49 30 2759 5979-226
mailto:marie.schwarzer@savethechildren.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106106/6234654
OTS: Save the Children Deutschland e.V.
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