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Hamburg (ots) - Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland im Jahr 2025
weiter gestiegen und hat mit circa 24.000 Fällen den höchsten Stand seit 2014
erreicht. Gegenüber 2024, als 21.964 Unternehmensinsolvenzen registriert wurden,
entspricht dies einem Zuwachs von 9,6 Prozent. So lauten die zentralen
Ergebnisse der Analyse der Firmeninsolvenzen 2025 von CRIF Deutschland.
Prognose: Anstieg setzt sich im Jahr 2026 fort
"Die Rahmenbedingungen haben sich im zurückliegenden Jahr weiter verschlechtert.
Viele Unternehmen litten unter hohen Energie- und Produktionskosten,
Unsicherheiten durch geopolitische Konflikte, steigender Bürokratie sowie
anhaltenden Belastungen in Lieferketten und Absatzmärkten. Zugleich blieb die
Konsumneigung der privaten Haushalte gedämpft, da gestiegene
Lebenshaltungskosten das verfügbare Einkommen sichtbar schmälerten. Für
zahlreiche Betriebe - insbesondere kleinere Unternehmen und mittelständische
Strukturen - führte diese Situation zu einem wachsenden finanziellen Druck, der
sich in der erneuten Zunahme der Insolvenzen widerspiegelt", kommentiert CRIF
Deutschland Geschäftsführer Dr. Frank Schlein die aktuellen Zahlen.
Auch wenn sich die lange Zeit zurückhaltende Stimmung in Unternehmen zuletzt
etwas verbessert hat, bleibt die wirtschaftliche Entwicklung unsicher. Der
Irankrieg hat zu deutlichen Preissteigerungen bei Öl und Gas geführt und damit
die Aussichten für Inflation und Wachstum erneut verschlechtert - in Deutschland
ebenso wie international. "Viele positive Signale der vergangenen Monate
verlieren dadurch an Wirkung, da Energie- und Beschaffungskosten für zahlreiche
Branchen weiter ansteigen. Die geopolitische Lage bleibt angespannt, und die
weitere Entwicklung des Konflikts ist schwer absehbar, was Investitionen und
langfristige Planung zusätzlich erschwert", so Dr. Schlein.
Vor diesem Hintergrund erwartet CRIF im Jahr 2026 einen erneuten Anstieg der
Firmeninsolvenzen auf 24.800 Fälle, was einem Plus von rund drei Prozent
entspricht. Zugleich zeigen die Frühindikatoren, dass sich die finanzielle Lage
vieler Unternehmen weiter verschlechtert: 10,3 Prozent aller Firmen gelten
inzwischen als insolvenzgefährdet, ein Anstieg um 1,4 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass der wirtschaftliche Druck hoch
bleibt und zahlreiche Unternehmen weiterhin in einer angespannten Situation
agieren.
Berlin mit der höchsten Insolvenzdichte
Im Jahr 2025 verzeichnete Berlin die höchste Insolvenzdichte mit 117 Insolvenzen
je 10.000 Unternehmen, während der Bundesdurchschnitt bei 77 Pleiten je 10.000
Firmen lag. Nordrhein-Westfalen (103), Hamburg (98), Hessen (88) und Bremen (85)
wiesen ebenfalls überdurchschnittliche relative Insolvenzzahlen auf. Am unteren
Ende der Statistik rangierten Thüringen (51), Brandenburg (53), das Saarland und
Mecklenburg-Vorpommern (54) sowie Bayern (56) mit geringeren Fallzahlen. Absolut
gesehen meldeten die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (6.502), Bayern (3.316)
und Baden-Württemberg (2.706) die meisten Firmeninsolvenzen.
Stärkster Rückgang der Insolvenzen im Saarland
Besonders starke Zuwächse gab es in Hessen mit einem Anstieg der Insolvenzen um
27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von Thüringen mit 21,7 Prozent,
Sachsen-Anhalt mit 20,4 Prozent und Rheinland-Pfalz mit einem Plus von 16,4
Prozent. Rückgänge wurden nur in vier Bundesländern beobachtet: Berlin meldete
ein Minus von 7,8 Prozent, Bremen von 10,1 Prozent, und im Saarland gingen die
Insolvenzen sogar um 27,9 Prozent zurück. In Mecklenburg-Vorpommern lagen die
Insolvenzzahlen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (minus 0,9 Prozent).
Großteil der insolventen Firmen nicht länger als zehn Jahre am Markt
Die Auswertung nach Unternehmensalter zeigt, dass 58,6 Prozent der insolventen
Unternehmen nicht älter als zehn Jahre sind. Dazu zählen Firmen im Alter von 0-2
Jahren (7,7 Prozent), 3-4 Jahren (12,8 Prozent), 5-6 Jahren (15,2 Prozent), 7-8
Jahren (13,2 Prozent) sowie 9-10 Jahren (9,7 Prozent). Unternehmen mit einer
Marktpräsenz von mehr als zehn Jahren machten 41,4 Prozent der Insolvenzen aus.
Mehr als zehn Prozent der Unternehmen sind insolvenzgefährdet
Nach aktuellen CRIF Berechnungen gelten derzeit 322.470 Unternehmen (Stand März
2026) in Deutschland als insolvenzgefährdet, was einem Anteil von 10,3 Prozent
aller Firmen entspricht. Damit liegt der Anteil der gefährdeten Unternehmen um
1,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahr und markiert einen erneuten Anstieg,
obwohl die Zahl der tatsächlichen Insolvenzen bereits seit mehreren Jahren
wächst.
In Nordrhein-Westfalen gelten 74.800 Unternehmen als insolvenzgefährdet, was
11,8 Prozent der Firmen im Land entspricht. Bayern weist 42.560 gefährdete
Unternehmen auf (7,2 Prozent), Baden-Württemberg 36.193 Unternehmen (8,5
Prozent). In Niedersachsen sind 26.040 Unternehmen betroffen (9,4 Prozent), in
Hessen 25.222 Unternehmen (10,7 Prozent) und in Berlin 25.101 Unternehmen, was
einem Anteil von 14,9 Prozent entspricht. Rheinland-Pfalz kommt auf 13.168
gefährdete Unternehmen (9,0 Prozent), Schleswig-Holstein auf 9.796 Unternehmen
(8,6 Prozent) und Thüringen auf 8.307 Unternehmen (12,9 Prozent).
Für die Analyse hat CRIF eine Vielzahl von Informationen zur Finanzlage der
Unternehmen, die Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit geben, ausgewertet. Dazu
gehören u. a. Angaben in den Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen,
Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. Außerdem fließen
Informationen zu vorhandenen gerichtlichen Negativmerkmalen in die Analyse mit
ein. Unternehmen gelten als insolvenzgefährdet, wenn sie aktuell einen
Bonitätsindex im Bereich zwischen 4,5 bis 6,0 aufweisen.
Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR
E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582
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OTS: CRIF GmbH
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