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Mainz (ots) - Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist noch
unklar, wer am Schluss die Nase vorne haben wird. Derzeit hat die CDU einen
leichten Vorsprung vor der SPD. Wenn es um die Frage nach dem gewünschten
Ministerpräsidenten geht, liegt Alexander Schweitzer (SPD) deutlich vor seinen
Konkurrenten von CDU und AfD.
Projektion
Wenn schon am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, dann ergäben sich folgende
Projektionswerte für die Parteien: Die SPD läge zurzeit bei 26 Prozent, die CDU
käme auf 28 Prozent, die Grünen auf 9 Prozent, die AfD auf 19 Prozent, die
Freien Wähler (FW) auf 5 Prozent und die Linke auf 5 Prozent. Die anderen
Parteien erhielten zusammen 8 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens
drei Prozent erzielen würde. Aufgrund dieser Zahlen würde es für eine Regierung
aus CDU und SPD reichen. Rechnerisch mögliche Koalitionen mit der AfD wurden von
den anderen Parteien ausgeschlossen.
Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum
jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar.
Bei der Interpretation der Zahlen sind insbesondere die statistischen
Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen. Dies gilt vor allem auch für die
Parteien, die an der Fünf-Prozent-Grenze zu scheitern drohen. Zudem kann es bis
zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen
Parteien noch zu Veränderungen kommen. Darüber hinaus wissen zurzeit 30 Prozent
der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz vor fünf Jahren kam die SPD auf
35,7 Prozent, die CDU auf 27,7 Prozent, die Grünen auf 9,3 Prozent, die AfD auf
8,3 Prozent, die FDP auf 5,5 Prozent, die Freien Wähler auf 5,4 Prozent und die
Linke auf 2,5 Prozent Alle anderen Parteien erzielten zusammen 5,6 Prozent.
Zufriedenheit mit Parteien in Landesregierung und Opposition
Die Beurteilung der Regierungsparteien fällt recht kritisch aus: Die Arbeit der
SPD in der Landesregierung wird dabei auf der Skala von plus fünf bis minus fünf
("Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der ...?") mit einem bescheidenen
Durchschnittswert von 0,3 bewertet, die der Koalitionspartner Grüne (minus 0,8)
und FDP (minus 0,8) sogar klar negativ. Die im Landtag vertretenen
Oppositionsparteien werden ebenfalls kritisch gesehen: Die CDU erhält für ihre
Oppositionsarbeit eine Bewertung von 0,1, die Freien Wähler minus 0,1 und die
AfD sehr schlechte minus 2,6.
Gewünschter Ministerpräsident
Bei der Frage, wen man am liebsten als Ministerpräsidenten hätte, liegt
Alexander Schweitzer (SPD) mit 41 Prozent klar vor dem CDU-Spitzenkandidaten
Gordon Schnieder, für den sich 23 Prozent aussprechen. Jan Bollinger (AfD) kommt
lediglich auf 6 Prozent. (Rest zu 100 Prozent: "weder noch"/"kenne nicht" oder
"weiß nicht"). Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf ("Was halten Sie von
...?") wird Alexander Schweitzer mit einem Durchschnittswert von 2,0 deutlich
besser beurteilt als Gordon Schnieder mit 1,1. Jan Bollinger liegt mit minus 2,3
weit im Negativbereich.
Bewertung von Koalitionsmodellen
Von den zur Bewertung vorgelegten möglichen Koalitionen erhält kein
Koalitionsmodell mehr Zustimmung als Ablehnung. Am wenigsten negativ bewertet
wird eine Regierung aus CDU und SPD unter Führung der CDU (36 Prozent gut, 45
Prozent schlecht, 16 Prozent egal). Direkt danach folgt eine Koalition aus SPD
und CDU unter Führung der SPD (35 Prozent gut, 48 Prozent schlecht, 14 Prozent
egal). Klar abgelehnt wird eine Koalition aus CDU und AfD (17 Prozent gut, 74
Prozent schlecht, 6 Prozent egal).
Wichtigste Themen
Die politische Agenda wird in Rheinland-Pfalz anders als im Bund und wie zuletzt
in Baden-Württemberg vom Thema "Bildung/Schule" bestimmt, das 25 Prozent als
aktuell derzeit Problem im Land benennen. Auf Platz zwei liegt das Thema
"Infrastruktur" mit 20 Prozent. Es folgen Wirtschaftslage (15 Prozent),
Preise/Kosten (14 Prozent), Verkehr (13 Prozent) und Klima/Energie (11 Prozent).
Kompetenzen
Beim wichtigsten Thema "Bildung/Schule" hat die CDU zur SPD im Vergleich zu 2021
aufgeschlossen (größte Kompetenz: CDU 27 Prozent, SPD 24 Prozent). Beim Thema
"Wirtschaft" liegt jetzt anders als noch vor fünf Jahren die CDU mit 24 Prozent
vor der SPD mit 19 Prozent. Allerdings können auch viele Befragte keine Partei
nennen, die die wirtschaftlichen Probleme am ehesten lösen kann.
Die Umfrage zu diesem Politbarometer Extra wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden vom 10.3. bis
zum12.3.2026 unter 1.121 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in
Rheinland-Pfalz telefonisch und online erhoben. Die Befragung ist repräsentativ
für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem
Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert
von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer-Extra zu
Rheinland-Pfalz sendet das ZDF am Donnerstag, 19. März 2026 im heute-journal.
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