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Sachsen-Anhalt/Bildung/Wirtschaft (ots) - Halle. Sachsen-Anhalts
Bildungsminister Jan Riedel (CDU) will deutlich mehr Schülern als bisher frühe
Berufserfahrungen ermöglichen. Das berichtet die in Halle erscheinende
Mitteldeutsche Zeitung (Samstagausgabe). Künftig sollen alle Sekundarschulen im
Land sogenannte Praxislerntage anbieten können - bisher gibt es das Modell als
eine Art Sonderform an rund 60 Schulen im Bundesland. Acht- und Neuntklässler
verbringen dabei vier Tage im regulären Unterricht, am fünften Wochentag sammeln
sie Erfahrung in Betrieben oder Unternehmen.
"Auf diese Weise werden sie sowohl auf den Übergang in eine Berufsausbildung
vorbereitet als auch in ihrer Motivation für die Schule gestärkt", sagte Riedel
dem Blatt. "Gleichzeitig erhalten Unternehmen die Möglichkeit, mit potenziellen
Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen." Bisher nehmen laut Bildungsministerium
rund 3.900 Schüler an dieser Art des Unterrichts teil. Mit der nun angekündigten
Öffnung für alle Sekundarschulen können es deutlich mehr werden. Möglich ist
diese Art des Unterrichts auch an Gesamt-, Gemeinschafts- und Förderschulen.
Ausgenommen sind laut Ministerium Förderschulen für geistige Entwicklung. Das
Bildungsministerium verpflichtet Schulen allerdings nicht zu dem neuen
Unterrichtsmodell.
Skepsis gibt es bei der Handwerkskammer Halle. "Es wird schwer werden, genügend
Betriebe zu finden, wenn die Praxislerntage im gesamten Land eingeführt werden",
sagte Dirk Neumann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Halle. Vor allem
für kleine Betriebe sei dies unrealistisch, "zum Beispiel wenn sie auf
Baustellen tätig sind". Sein Vorschlag lautet dagegen: "Handwerker, auch
Handwerkssenioren, gehen an die Sekundarschulen." So könnten Handwerkstechniken
effektiver vermittelt werden als in Einzelbetreuung.
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Marc Rath
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OTS: Mitteldeutsche Zeitung
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