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Berlin (ots) - Im Vorfeld der öffentlichen Anhörung im Verkehrsausschuss des
Deutschen Bundestages zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz fordert der Bundesverband
Mineralische Rohstoffe (MIRO), Gewinnungsflächen zu sichern und die
Genehmigungsverfahren für die Gewinnung heimischer Baurohstoffe deutlich zu
beschleunigen. Ohne eine verlässliche Rohstoffversorgung drohen zentrale
Infrastruktur- und Bauvorhaben ins Stocken zu geraten.
"Wer Infrastruktur bauen und sanieren will, muss auch die Gewinnung der dafür
notwendigen Baurohstoffe ermöglichen. Ohne Sand, Kies und Naturstein lassen sich
weder Straßen noch Brücken, Schienenwege oder Wohnungen realisieren", erklärt
Susanne Funk aus der MIRO-Geschäftsführung. "Wenn Planungs- und
Genehmigungsverfahren für Infrastruktur beschleunigt werden sollen, muss das
auch für die Gewinnung der Baurohstoffe gelten."
Ohne Baurohstoffe keine Infrastruktur
Die Bundesregierung hat im Dezember 2025 den Entwurf des
Infrastruktur-Zukunftsgesetzes beschlossen. Ziel ist es, Planungs- und
Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und für zentrale Infrastrukturprojekte in
den Bereichen Schiene, Straße, Brücken und Wasserstraßen das überragende
öffentliche Interesse festzuschreiben. Nach Auffassung von MIRO bleibt dabei
jedoch ein zentraler Baustein unberücksichtigt: die Sicherung der dafür
benötigten mineralischen Rohstoffe.
Die Versorgung mit Baurohstoffen ist in vielen Regionen bereits heute gefährdet.
Darauf weist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) schon
länger hin. Besonders betroffen sind demnach unter anderem die Regionen Dresden,
der Großraum Berlin, die Region Köln sowie das mittlere Donautal. Auch am Ober-
und am Niederrhein, im Maingebiet sowie in der Mittel-Elbe-Region nimmt die Zahl
der Gewinnungsbetriebe ab, weil Anschlussgenehmigungen ausbleiben.
Engpässe bereits heute sichtbar
Auch ein Gutachten von Ernst & Young (EY) aus dem April 2023 kommt zu dem
Ergebnis, dass die Versorgungslage bei Sand und Kies bereits seit 2016 regional
angespannt ist und die Versorgungsperspektiven für die kommenden Jahrzehnte
deutlich gefährdet sein könnten.
"Bezahlbarer Wohnraum, die Sanierung unserer Infrastruktur, der Ausbau
erneuerbarer Energien sowie die Versorgung von Industrie und Landwirtschaft mit
Gesteinskörnungen stehen auf dem Spiel, wenn die politischen Rahmenbedingungen
für die Rohstoffgewinnung nicht verbessert werden", so Funk.
Überplanung der Lagerstätten verhindern
In der Raumordnung stand die Rohstoffgewinnung bislang gleichrangig neben
anderen Belangen. Inzwischen hat sichdie Ausgangslage jedoch verändert: Für
mehrere Bereiche wurde in den vergangenen Jahren ein überragendesöffentliches
Interesse gesetzlich festgeschrieben, etwa für Windkraftanlagen,
Telekommunikationsnetze, Geothermie, Wasserstoffinfrastruktur und nun auch für
Verkehrswege im Infrastruktur-Zukunftsgesetz.
Aus Sicht von MIRO gerät damit die Sicherung heimischer Baurohstoffe in den
Planungsverfahren zunehmend ins Hintertreffen. Der Verband fordert deshalb, auch
die Sicherung und Gewinnung von Gesteinsrohstoffen als überragendes öffentliches
Interesse im Infrastruktur-Zukunftsgesetz zu verankern.
"Die Rohstoffversorgung ist und bleibt für Bauwirtschaft, Infrastruktur und
Daseinsvorsorge unverzichtbar. DerRohstoffsicherung muss deshalb in den
Raumordnungsverfahren wieder ein ausreichendes Gewicht verliehen werden",sagt
Susanne Funk.
Heimische Rohstoffe sichern Infrastruktur, Wohnungsbau und Energiewende
Jährlich werden in Deutschland bis zu 500 Millionen Tonnen mineralischer
Rohstoffe benötigt und überwiegend aus heimischen Betrieben geliefert. Damit
stellen Gesteinsrohstoffe nach Trinkwasser den zweitgrößten bewegten Stoffstrom
in Deutschland dar.
MIRO appelliert daher an den Gesetzgeber, im Zuge der Beratungen zum
Infrastruktur-Zukunftsgesetz die Versorgung mit den Gesteinsrohstoffen Sand,
Kies, Quarzsand, Schotter und Splitten für die Zukunft zu sichern und die
Genehmigungsverfahren für die Gewinnung heimischer Baurohstoffe zu
beschleunigen.
Pressekontakt:
Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. - MIRO
Susanne Funk (Geschäftsführerin Politik & Kommunikation)
Tel.: 030 2021 5660
mailto:berlin@bv-miro.org
Sascha Kruchen (Pressearbeit)
Tel.: 0171 8139799
mailto:kruchen@bv-miro.org
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/132993/6236114
OTS: Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. - MIRO
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