|
München (ots) - Im Rahmen des Literaturformats des Roman Herzog Institut e. V.
diskutierten Wissenschaftler über die Aktualität von Thomas Manns "Der
Zauberberg". Das Werk handelt von einem jungen Mann, der zu Beginn des 20.
Jahrhunderts in einer 'Zeitblase' mit den verschiedenen geistigen Ideen zur
Gesellschaft Europas ringt, und vom Ausbruch des ersten Weltkriegs in die
Realität gerissen wird.
Zum Auftakt wies der Vorstandsvorsitzende des RHI , Prof. Randolf Rodenstock ,
auf Parallelen zur Gegenwart hin. "Fast 100 Jahre nach seiner Veröffentlichung
zeigt Thomas Manns 'Der Zauberberg' erstaunliche Aktualität. Der Roman führt uns
zu zentralen Fragen zum Zustand unserer Gesellschaft - und regt zum Nachdenken
an. Auch heute dürfen wir nicht in zu theoretische Debatten verfallen, sonst
verlieren wir das Auge für die Realität - auch mit Blick auf die unsichere
geopolitische Gemengelage.
Diskutiert haben Prof. Dr. Oliver Jahraus , Inhaber des Lehrstuhls für Neuere
deutsche Literatur und Medien an der Ludwig-Maximilians-Universität München, PD
Dr. Markus Gasser , Schriftsteller und Dozent für Neuere Deutsche Allgemeine
Literaturwissenschaft sowie Prof. Dr. Kai Sina , Professor für Neuere deutsche
Literatur und Komparatistik an der Universität Münster.
Dazu erklärte PD Dr. Gasser: "Der 'Zauberberg' ist das wichtigste Buch der Welt
- vielleicht nicht das Beste, aber das Wichtigste." Prof. Dr. Jahraus führte
fort: "Im 'Zauberberg' geht es um die Abklärung grundsätzlicher politischer
Entscheidungen." Ergänzend fügte Prof. Sina hinzu: "In seiner reizvollen wie
fordernden Vielstimmigkeit ist der 'Zauberberg' ein Roman der modernen und
offenen Gesellschaft, der aber zugleich auf die Gefährdungen und Abgründe einer
entgrenzten Pluralität hindeutet."
"Mit unserem Literaturformat wollen wir deutlich machen, dass zentrale Werke
klassischer Literatur nah am Puls der Zeit liegen können. In einer Welt des
Umbruchs müssen wir uns daher umso deutlicher mit ihnen auseinandersetzen. So
können wir gesellschaftliche Entwicklungen besser einordnen - heute wie damals",
so Prof. Rodenstock.
Das Roman Herzog Institut
Das RHI setzt sich als Think Tank mit den Themen Werte, Führung und Zukunft
auseinander.
Pressekontakt:
Felix Fend, +49 (0) 89-551 78-335, mailto:felix.fend@vbw-bayern.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58439/6237334
OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
|