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Düsseldorf (ots) - Die Apotheken in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf
beteiligen sich am bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft am 23. März 2026
unter dem Motto "Apothekensterben stoppen - Koalitionsvertrag umsetzen".
Hintergrund sind die seit Jahren unzureichenden wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen für Apotheken sowie die anhaltende Schließungswelle in
Deutschland. Der Protest dient dazu, die Bundesregierung und
Bundesgesundheitsministerin Warken darin zu bestärken, die zugesagte
wirtschaftliche Stabilisierung der Vor-Ort-Apotheken zur Sicherstellung der
Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort schnell umzusetzen.
"Am Protesttag bleiben viele Apotheken in an Rhein und Ruhr geschlossen. Die
Arzneimittelversorgung der Bevölkerung wird über die diensthabenden
Notdienst-Apotheken sichergestellt. Patientinnen und Patienten wird empfohlen,
Rezepte möglichst vor dem Protesttag einzulösen", erklären Thomas Preis,
Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, und Dr. Armin Hoffmann, Präsident
der Apothekerkammer Nordrhein.
Bundesweiter Protest auch mit zentraler Kundgebung in der Landeshauptstadt
Düsseldorf
Bundesweit wird der Protest von zentralen Kundgebungen in Berlin, Düsseldorf,
Hannover und München begleitet. Auch Apothekerinnen, Apotheker und
Apothekenteams aus den Städten und Gemeinden in den Regierungsbezirken
Düsseldorf und Köln beteiligen sich, um gemeinsam mit der gesamten
Apothekerschaft den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Die Botschaft ist
eindeutig: Wer die Vor-Ort-Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt,
gefährdet die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung für
Bürgerinnen und Bürger", so Preis.
Politik darf nicht länger zögern
Anlass des Protesttags ist die aktuelle Beratung des
Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) im Deutschen Bundestag.
Aus Sicht der Apothekerschaft reicht es jedoch nicht länger, die Krise nur zu
beschreiben. Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände (ABDA), und Dr. Armin Hoffmann, Präsident der
Bundesapothekerkammer (BAK), begrüßen die parlamentarische Befassung, machen
aber zugleich deutlich, wie dramatisch die Lage inzwischen ist:
"Nach 13 Jahren Honorarstillstand setzt sich das Apothekensterben ungebremst
fort, mittlerweile schließt in Deutschland etwa alle 20 Stunden eine Apotheke
dauerhaft. Die Wege für unsere Patientinnen und Patienten zur nächsten Apotheke
werden damit immer weiter und komplizierter. Es ist daher nur folgerichtig, dass
die Regierungsfraktionen in ihrem Koalitionsvertrag eine wirtschaftliche
Stärkung der Apotheken festgelegt haben. Jetzt muss aber auch schnell ohne jede
Verzögerung und ohne Wenn und Aber die Umsetzung erfolgen. Sonst wird das fatale
Folgen für die Versorgung der Menschen haben."
Honorare stagnieren, Kosten explodieren
Viele Apotheken arbeiten seit Jahren auf wirtschaftlich nicht mehr tragfähiger
Grundlage. Das gesetzlich festgelegte Honorar für verschreibungspflichtige
Arzneimittel, die rund 85 Prozent des Umsatzes ausmachen, wurde seit 2004 nur
einmal vor 13 Jahren um rund 3 Prozent angepasst. Allein in den letzten 13
Jahren sind die Betriebskosten - vor allem für Personal, Energie, Miete,
Digitalisierung und regulatorische Anforderungen - jedoch um rund 65 Prozent
gestiegen. Immer mehr Apotheken rutschen daher in die roten Zahlen und müssen
schließen.
Apothekensterben erreicht Städte und Ballungsräume
Seit 2013 haben bundesweit rund 20 Prozent der Apotheken geschlossen. Die Folgen
treffen inzwischen nicht mehr nur den ländlichen Raum, sondern zunehmend auch
Städte und Ballungsräume
Es geht um die Zukunft der Arzneimittelversorgung
"Mit unserem Protest stärken wir der Bundesregierung den Rücken, damit die
angekündigte Apothekenstärkung jetzt schnell umgesetzt wird", erklärt Dr. Armin
Hoffmann. "Es geht nicht um die Interessen einzelner Betriebe, sondern um die
Zukunft einer sicheren, persönlichen und flächendeckenden Arzneimittelversorgung
für alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Region", so Thomas Preis.
Pressekontakt:
Jens A. Krömer
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Apothekerkammer Nordrhein
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40213 Düsseldorf
Tel. 0211 8388-119
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OTS: Apothekerkammer Nordrhein
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