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Freiburg i. Br. (ots) - Während Klimathemen global an medialer Aufmerksamkeit
verlieren und damit auch bei vielen Verbraucher:innen als Sorge in den
Hintergrund treten, steigt die Bekanntheit des FSC-Kennzeichens für
verantwortungsvolle Waldwirtschaft in Deutschland auf 77 Prozent - ein Plus von
sechs Punkten seit 2022. Was steckt dahinter?
Kriege, Inflation, Gesundheit: Die Sorgen der Menschen sind vielfältiger
geworden, die globalen Krisen mehr - doch der Schutz der Wälder bleibt eine
wichtige Frage bei Kaufentscheidungen. Das belegt die 2025 Global Consumer
Awareness Survey. Für die Untersuchung hat Ipsos im Auftrag des Forest
Stewardship Councils (FSC), weltweit mehr als 40.000 Verbraucherinnen und
Verbraucher befragt - darunter jeweils 800 Personen aus Deutschland, Österreich
und der Schweiz. 59 Prozent der befragten Deutschen geben an, einer Marke
stärker zu vertrauen, wenn sie FSC-zertifizierte Produkte anbietet. Das
FSC-Kennzeichen kennen mittlerweile 77 Prozent der deutschen Verbraucherinnen
und Verbraucher - ein Plus von sechs Prozentpunkten seit 2022.
Die Ergebnisse der Erhebung werfen eine für Markenverantwortliche strategisch
relevante Frage auf: Warum wächst das Vertrauen in ein Nachhaltigkeitslabel
genau dann, wenn übergeordnete Themen wie Klimawandel und Artensterben
gesellschaftlich an Zugkraft verlieren?
Das Paradoxon der Polykrise: Sorgen verschieben sich, Werte bleiben
Eine Antwort liefert die Ipsos Global Trends Study, die mehr als 32.000
Erwachsene weltweit befragt hat. Sie beschreibt eine Gesellschaft unter
Dauerdruck: Das Vertrauen in staatliche Institutionen schwindet, die Zukunft
wirkt unberechenbar, viele Menschen ziehen sich ins Private zurück.
In diesem Klima passiert etwas Bemerkenswertes: Menschen delegieren
Verantwortung. Weil der einzelne Konsument den Klimawandel nicht aufhalten kann,
sucht er nach konkreten, kontrollierbaren Handlungsmöglichkeiten - und findet
sie unter anderem im Supermarktregal. 67 Prozent der Befragten weltweit
bevorzugen Marken, die ihre persönlichen Werte widerspiegeln. Nachhaltigkeit
wird nicht aufgegeben. Sie wird neu kanalisiert: weg von politischer Forderung,
hin zu individuellem Kaufverhalten. Waldschutz profitiert davon besonders, weil
er greifbar ist: ein Baum, ein Produkt, ein Kennzeichen.
"Was wir global beobachten, ist keine Gleichgültigkeit gegenüber Umweltthemen -
Verbraucher*innen wollen verantwortungsvoll handeln und bevorzugen Marken, die
Nachhaltigkeit glaubwürdig umsetzen. Gerade in Zeiten multipler Krisen muss
nachhaltiges Handeln im Alltag praktikabel bleiben - der Einkauf wird zur
letzten Abstimmungskabine", sagt Marie Höfer, Associate Insights Manager bei
Ipsos.
Die DACH-Zahlen im Überblick
Die FSC Ipsos Consumer Study 2025 belegt diesen Wandel mit konkreten Zahlen:
- Deutschland: 77 % Bekanntheit des FSC-Kennzeichens (+6 Prozentpunkte seit
2022); 54 % bevorzugen FSC-zertifizierte Produkte; 59 % vertrauen einer Marke
stärker, wenn diese Produkte mit FSC-Kennzeichen anbietet; 65 % fordern
unabhängige Zertifizierung von Nachhaltigkeitsangaben.
- Österreich: 68 % Bekanntheit des FSC-Kennzeichens; 64 % bevorzugen
FSC-zertifizierte Produkte; 71 % fordern unabhängige Zertifizierung.
- Schweiz: 81 % Bekanntheit des FSC-Kennzeichens; 59 % bevorzugen
FSC-zertifizierte Produkte.
"Das FSC-Kennzeichen funktioniert, weil es auf einem robusten
Zertifizierungssystem basiert: unabhängige Prüfungen, klare Standards und
Transparenz entlang der Lieferkette. Unternehmen und Verbraucher, die darauf
setzen, werden Teil eines Systems, auf dessen Glaubwürdigkeit sie sich verlassen
können", sagt Margarete Wacker, Leiterin Marktservices bei FSC Deutschland.
Eine Einschränkung, die die FSC Consumer Study selbst nicht ausblendet: Gemessen
werden Absichten, keine Kassenzettel. Wie groß die Lücke zwischen dem ist, was
Verbraucherinnen und Verbraucher sagen, und dem, was sie tatsächlich kaufen,
bleibt eine der ungeklärten Fragen für Unternehmen.
Dennoch: "Viele Unternehmen leisten bereits großen Aufwand, um ihre Lieferketten
nach FSC-Standards zertifizieren zu lassen. Wenn dieses Engagement auch am
Produkt sichtbar wird, entsteht eine Verbindung zwischen Unternehmen und
Konsumenten, die sich gemeinsam für verantwortungsvolle Waldwirtschaft
einsetzen", so Alfred Schumm, Geschäftsführer von FSC Deutschland.
Vom Compliance-Thema zum Markenvorteil
In einer Gesellschaft, in der Greenwashing-Vorwürfe und irreführende
Nachhaltigkeitsversprechen zunehmen, steigt der Wert unabhängiger Überprüfung,
so wie sie bei FSC durch jährliche Audits durch Dritte sichergestellt wird. Laut
der FSC Consumer Study fordern 65 Prozent der Deutschen und 71 Prozent der
Österreicher ausdrücklich, dass Nachhaltigkeitsinformationen von unabhängigen
Organisationen zertifiziert werden - nicht von den Unternehmen selbst.
Das ist auch ein politisches Signal: Die EU-Richtlinie gegen Greenwashing (Green
Claims Directive), die Unternehmen künftig zu belegbaren Nachhaltigkeitsaussagen
verpflichtet, trifft auf eine Bevölkerung, die unabhängige Kontrolle nicht nur
toleriert, sondern aktiv einfordert. Damit wird FSC-Zertifizierung vom
Compliance-Thema zum messbaren Wettbewerbsvorteil.
Was die Ergebnisse aus den zwei zitierten Studien noch für Marken bedeuten kann,
zeigt FSC Deutschland zusammen mit Ipsos bei einem kostenlosen Webinar am 23.
März 2026.
Online-Veranstaltung: 23. März 2026, 15:00 Uhr
Inga Havemann, Senior Client Director bei Ipsos, Marie Höfer, Associate Insights
Manager bei Ipsos und Leiterin der Consumer Study sowie Lars Hoffmann von FSC
Deutschland präsentieren die wichtigsten Ergebnisse für die DACH-Region in einem
kostenlosen Webinar.
Die Veranstaltung richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Einkauf,
Produktmanagement und Nachhaltigkeit.
Vertrauen entscheidet: Mit FSC Markenbindung stärken
23. März 2026, 15:00 Uhr | Online via Zoom | kostenfrei
Anmeldung: https://www.fsc-deutschland.de/studien-wirkung/vertrauen-fsc-ipsos/
Hintergrund der zwei zitierten Studien
Die FSC Ipsos Consumer Study 2025 wurde von Ipsos im Auftrag von FSC
International durchgeführt. Befragt wurden repräsentativ jeweils 800 Erwachsene
aus 50 Ländern, darunter in Deutschand, Österreich und der Schweiz.
>> Zur FSC Consumer Study
(https://fsc.org/en/media/global-report-ipsos-consumer-research-for-fsc-2025)
>> Zur Pressemitteilung über die globalen Ergebnisse der FSC Consumer Study (htt
ps://fsc.org/en/media/neue-ipsos-umfrage-klimawandel-fallt-2025-um-uber-20-proze
nt-hinter-die-weltweit-wichtigsten)
Die Ipsos Global Trends Study ist eine unabhängige Langzeitstudie von Ipsos mit
regelmäßig über 32.000 Befragten in mehreren Ländern. Beide Studien sind
methodisch getrennt; die inhaltliche Verknüpfung erfolgt durch FSC Deutschland
auf Basis thematischer Schnittmengen. >> Zur Ipsos Global Trends Study
(https://www.ipsos.com/de-de/ipsos-global-trends)
Pressebilder: https://cloud.fsc-deutschland.de/index.php/s/J3wxenL3EaG6mMa
Pressekontakt: Lars Hoffmann, mailto:lars.hoffmann@fsc-deutschland.de ,
0761-38653 68
Über FSC
FSC ist die weltweit zuverlässigste Organisation für die Absicherung wichtiger
Umwelt- und Sozialstandards im Wald. FSC unterstützt Waldbewirtschaftende,
Unternehmen und Regierungsorganisationen dabei, gesunde Waldökosysteme zu
fördern und die Lebensgrundlagen im Wald zu sichern. Dabei ist FSC die Plattform
für einen gleichberechtigten Dialog zwischen sozialen, ökologischen und
wirtschaftlichen Interessen. Weltweit sind rund 172 Millionen Hektar Wald nach
dem FSC-Standard für nachhaltige Waldbewirtschaftung zertifiziert. Über 68.000
Unternehmen verfügen weltweit über eine FSC-Zertifizierung für den Handel und
die Verarbeitung zertifizierter Materialien (Stand: Janaur 2026). Die
Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige
Dritte, die mindestens jährlich wiederholt wird.
Über FSC Deutschland
In Deutschland sind rund 1,1 Million Hektar Wald FSC zertifiziert und rund 4.200
Betriebe verfügen über eine Zertifizierung ihrer Produktkette nach den FSC
Standards (Stand: Januar 2026). In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine
Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die biologische Vielfalt fördert
und die gegenüber interessierten Bürger:innen sowie Organisationen transparent
handelt. Kahlschläge bei der regulären Holzernte sind untersagt und Pestizide
dürfen nur eingesetzt werden, wenn dies gesetzlich gefordert wird. FSC setzt
sich für die Mehrung natürlicher Mischwälder, die Schonung des Waldbodens, für
den Schutz seltener Arten und Ökosysteme ein. Damit sind FSC-zertifizierte
Wälder stabiler in einem sich wandelnden Klima und können als Ökosystem mehr CO2
langfristig binden. Für die Menschen im Wald sichert FSC faire Entlohnung und
mehr Bürgerbeteiligung im Wald.
Über Ipsos
Ipsos ist eines der größten Markt- und Meinungsforschungsunternehmen der Welt
mit etwa 20.000 Mitarbeitenden und starker Präsenz in 90 Ländern. 1975 in Paris
gegründet, wird Ipsos bis heute von Forscher:innen geführt. In Deutschland ist
Ipsos mit über 500 Mitarbeitenden an fünf Standorten präsent: Hamburg, Berlin,
München, Frankfurt und Nürnberg.
Die Expert:innen in Forschung und Analyse verfügen über das breite Know-how von
Multi-Spezialist:innen, das tiefe Insights in Handlungen, Meinungen und
Motivationen erlaubt und so ein wahres Verständnis von Gesellschaft, Märkten und
Menschen vermittelt. Ipsos hat die große Bandbreite von Lösungsansätzen in 14
Service Lines zusammengefasst und unterstützt damit über 5.000 Kunden weltweit.
Pressekontakt:
Lars Hoffmann, Tel.: 0761 - 386 53 68, E-Mail:
mailto:lars.hoffmann@fsc-deutschland.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7626/6237725
OTS: Forest Stewardship Council (FSC)
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