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Berlin (ots) - Die Stiftung Kinder forschen hat ein Positionspapier zum Einsatz
von Künstlicher Intelligenz (KI) in Kindertageseinrichtungen vorgelegt. Darin
ordnet sie die Chancen und Risiken von KI in der frühkindlichen Bildung
differenziert ein und formuliert klare Leitlinien für einen
verantwortungsvollen, menschenzentrierten Einsatz. Zugleich fordert sie von der
Politik verlässliche und wirkungsorientierte Rahmenbedingungen für den
KI-Einsatz in Kitas.
Während Künstliche Intelligenz im Schulbereich bereits breit diskutiert und
erprobt wird, gewinnt sie zunehmend auch in der frühen Bildung an Bedeutung.
Digitale Anwendungen halten Einzug in Kitas - doch verbindliche Leitlinien und
eine fachlich fundierte Einordnung fehlen bislang.
Vor diesem Hintergrund legt die Stiftung Kinder forschen als größte
frühkindliche Bildungsstiftung Deutschlands ein Positionspapier zum Einsatz von
KI in Kindertageseinrichtungen vor. Ziel ist es, Trägern, pädagogischen
Fachkräften und politischen Entscheidungsträgern Orientierung zu geben und den
Diskurs aktiv mitzugestalten.
Im Zentrum steht ein klares Prinzip: KI darf pädagogisches Handeln nicht
ersetzen. "KI kann Unterstützung und erste Assistenz sein - aber keine erste
Pädagogin", heißt es im Positionspapier.
Die pädagogische Fachkraft bleibt zentraler Bezugspunkt im Bildungsprozess.
Beziehung, Erfahrung, Empathie und Ko-Regulation seien nicht technologisch
ersetzbar. Dr. Tobias Ernst, Vorstand der Stiftung Kinder forschen, betont: "Die
Fachkraft-Kind-Beziehung bleibt zentral. Zudem ist KI kein Allheilmittel für
strukturelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel oder Bildungsungleichheit.
Sie hat jedoch das Potenzial pädagogische Prozesse zu verbessern, indem sie
Lernangebote individuell-adaptiv an die Bedürfnisse der Kinder anpasst. Das
entlastet Fachkräfte und stärkt Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit."
Das Positionspapier differenziert zwischen Möglichkeiten und Grenzen auf drei
Ebenen:
1. Organisation der Kita
KI kann administrative Prozesse wie Dienstplanung, Dokumentation oder
Elternkommunikation erleichtern und so Zeit für pädagogische Arbeit schaffen.
Gleichzeitig stellen Datenschutz, Datensicherheit und Infrastruktur hohe
Anforderungen.
2. Pädagogische Fachkräfte
KI kann Fachkräfte bei Beobachtung, Dokumentation, Reflexion und
Ideengenerierung unterstützen. Voraussetzung ist jedoch eine gezielte
Qualifizierung. Ohne entsprechende Kompetenzen drohen Überabhängigkeit
("Over-reliance") oder Deskilling. Das Leitmotiv lautet: Pädagogik vor Technik.
3. Kinder
Adaptive Lernangebote können individuelle Lernprozesse unterstützen und
Selbstwirksamkeit stärken. Zudem kann altersgerecht und am individuellen
Entwicklungsstand des Kindes orientiert mit den Kindern über den Einsatz von KI
im Alltag reflektiert werden. Gleichzeitig gilt: Lernen im Kita-Alter ist
beziehungsgebunden. Emotionale Sicherheit und menschliche Interaktion sind nicht
ersetzbar.
Forderungen an die Politik
Um einen verantwortungsvollen und chancengerechten Einsatz sicherzustellen,
fordert die Stiftung einen aktiven politischen Gestaltungsrahmen. Dazu gehören:
- Verbindliche Integration von KI-Kompetenzen in Aus- und Fortbildung
pädagogischer Fachkräfte
- Verankerung digitaler Bildung und informatischer Grundlagen in frühkindlichen
Bildungsplänen
- Bedarfsgerechte Ressourcenzuweisung zur Sicherung von Bildungsgerechtigkeit
- Ausbau langfristiger, interdisziplinärer Forschung zu Wirkungen und
Gelingensbedingungen von KI in der frühen Bildung
Das vollständige Positionspapier steht ab sofort auf der Website der Stiftung
Kinder forschen zum Download
(https://www.stiftung-kinder-forschen.de/ueber-uns/positionen/) bereit.
Pressekontakt:
Stiftung Kinder forschen
Boris Demrovski
Pressesprecher
Rungestr. 18
10179 Berlin
Tel 030 23 59 40 -207
mailto:presse@stiftung-kinder-forschen.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/126571/6237925
OTS: Stiftung Kinder forschen
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