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Berlin (ots) -
- Bundesweiter Quadratmeterpreis steigt bis 2035 im Schnitt auf etwa 4.092 Euro
- inflationsbereinigt 1,1 Prozent pro Jahr
- Wohnimmobilienpreise entwickeln sich stark unterschiedlich: In einigen
Regionen sinken sie pro Jahr um ca. 4 Prozent, in anderen steigen sie ähnlich
stark
- BVR-Präsidentin Kolak: Wohnraum in Ballungszentren muss erschwinglicher werden
- Preisampel macht Unterschiede für alle Landkreise sichtbar
Die Wohnimmobilienpreise in Deutschland entwickeln sich zunehmend in
gegensätzliche Richtungen. Während in Metropolräumen und wirtschaftsstarken
Regionen - insbesondere in Süddeutschland und im Raum Berlin - bis 2035 weiter
steigende Preise zu erwarten sind, zeichnen sich an vielen anderen Orten
stagnierende oder rückläufige Entwicklungen ab. Das geht aus Daten des Instituts
der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hervor, mit dem der Bundesverband der
Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) eine Studienreihe durchführt.
Analysiert wurden alle rund 400 Landkreise und kreisfreien Städte.
Bundesweit steigt der mittlere Quadratmeterpreis für Wohnimmobilien von rund
3.024 Euro im Jahr 2025 auf etwa 4.092 Euro im Jahr 2035. Das entspricht einer
durchschnittlichen jährlichen Steigerung von rund 1,1 Prozent
(inflationsbereinigt). Im Jahr 2027 werden die Wohnimmobilienpreise wieder das
Niveau von 2022 erreichen - das letzte Zwischenhoch.
"Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland driftet zunehmend auseinander", sagt
BVR-Präsidentin Marija Kolak. "Unsere Ergebnisse machen sichtbar, wo Nachfrage
und Wertentwicklung tragfähig bleiben und wo sich Märkte neu ausrichten müssen.
Wer nur auf Bundesdurchschnitte schaut, übersieht diese Unterschiede und damit
auch den Handlungsbedarf für Finanzierung, Vermögensbildung und regionale
Stabilität."
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Die höchsten Preissteigerungen bis 2035 zeigen sich in Berlin mit
durchschnittlich 2,4 Prozent pro Jahr, gefolgt von Bremen (1,8 Prozent),
Brandenburg (1,6 Prozent) und Bayern (1,3 Prozent). In Rheinland-Pfalz, Sachsen
und Nordrhein-Westfalen kann hingegen nahezu von Stagnation gesprochen werden.
Rückläufige Preisentwicklungen ergeben sich vor allem im Saarland, in
Sachsen-Anhalt und in Thüringen. Die Ursachen sind dort vor allem demografische
Schrumpfung, Alterung und damit eine schwächere Nachfragebasis.
"Auch Bundesländer mit rückläufigen Immobilienpreisen sind keine homogenen
Räume", betont Kolak. "Innerhalb der Länder gibt es weiterhin einzelne stabile
oder wachsende Märkte. Den entscheidenden Unterschied machen wirtschaftliche
Verflechtungen, Arbeitsmärkte und die demografische Perspektive."
Eine Sonderrolle nehmen die Metropolen ein. Die sieben größten Städte weisen bis
2035 mit durchschnittlich gut 2 Prozent pro Jahr die höchste Preisdynamik auf.
Auch ihr Umland entwickelt sich spürbar dynamischer als die restlichen
Großstädte. Diese haben mit einem mittleren Wachstum von rund 0,4 Prozent pro
Jahr keine starke Dynamik. In zahlreichen ländlichen und peripheren Regionen
stagnieren oder sinken die Preise. Die kreisscharfe Immobilienpreisampel von IW
Köln und BVR verdichtet die Ergebnisse zu sechs Trendklassen von deutlichen
Rückgängen bis zu deutlichem Wachstum.
Bauen vereinfachen, Verfahren beschleunigen, Wohneigentum fördern
Aus Sicht des BVR unterstreichen die Ergebnisse den Reformbedarf in der
Wohnungspolitik. "Wohnraum ist in den Metropolregionen jetzt schon knapp und die
Preise steigen weiter. Damit die Menschen hier eine Perspektive für die eigenen
vier Wände bekommen, braucht es vor allem mehr Angebot", so Kolak. Hierfür seien
Politik und Verwaltung auf allen Ebenen gefordert: "Um Verfahren zu
beschleunigen, Standards zu senken sowie anzugleichen und um die
Grunderwerbsteuer zu reformieren, braucht es Bund, Länder und Kommunen. Zugleich
dürfen strukturschwache Regionen nicht aus dem Blick geraten." In Regionen mit
schrumpfender Bevölkerung solle der Fokus auf dem Erhalt, der Modernisierung und
der Wiederbelebung des Bestands liegen, so Kolak weiter.
Zur Studie - Datenset steht zur Verfügung
Die Immobilienpreisprognose ist Teil der Studienreihe "Regionen 2035", in der
der BVR gemeinsam mit dem IW Köln regionale Entwicklungen in Deutschland
analysiert. Die Prognose kombiniert datengetriebene Machine-Learning-Modelle zur
Abbildung kurzfristiger Marktdynamiken mit einer langfristigen strukturellen
Trendkomponente. Neben Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern im
Bestand wird auch deren Neubau mit in die Prognose einbezogen. Ziel ist eine
robuste, realistische und regional differenzierte Einschätzung der
Preisentwicklung von selbstgenutztem Wohneigentum in allen deutschen Kreisen und
kreisfreien Städten bis 2035.
Der aktuelle Teil der BVR-Studie "Regionen 2035" zu Immobilienpreisen ist wie
der bereits veröffentlichte zu "Demografie 2035" auf der Internetseite
http://www.bvr.de unter Publikationen, Volkswirtschaft abrufbar.
Das vollständige Datenset erhalten Journalistinnen und Journalisten auf Anfrage
unter mailto:presse@bvr.de .
Pressekontakt:
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
Telefon: (030) 20 21-13 00, mailto:presse@bvr.de, http://www.bvr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/40550/6238010
OTS: BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenban
ken
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