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Stuttgart (ots) -
- Allergiesymptome beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit
- Auch Medikamente können sich negativ auswirken
- Anzeichen einer Allergie ernst nehmen und überlegt handeln
Millionen Menschen leiden während der Pollensaison unter Heuschnupfen. Neben den
gesundheitlichen Beschwerden kann sich eine Allergie auch auf die
Fahrtüchtigkeit auswirken. Die Experten von DEKRA weisen darauf hin, dass sowohl
die Symptome selbst als auch lindernde Medikamente die Leistungsfähigkeit am
Steuer einschränken können.
Typische Beschwerden wie tränende oder juckende Augen, eine laufende oder
verstopfte Nase sowie plötzliche Niesanfälle beeinträchtigen die Wahrnehmung im
Straßenverkehr unmittelbar. So führt ein Niesanfall dazu, kurzzeitig die Augen
zu schließen. Das bedeutet bei Tempo 50 einen riskanten Blindflug in einer
Sekunde von immerhin 14 Metern.
Nicht nur die allergische Reaktion selbst sorgt für Beeinträchtigungen
Die allergische Reaktion auf Pollen & Co. geht häufig mit Begleiterscheinungen
wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Konzentrationsschwierigkeiten einher. Die
Folgen ähneln den bekannten Risiken durch Übermüdung am Steuer: verlängerte
Reaktionszeiten, nachlassende Aufmerksamkeit und eine erhöhte
Fehleranfälligkeit.
Einen weiteren Risikofaktor stellen Medikamente gegen Allergiebeschwerden dar.
Vor allem Antihistaminika älterer Generation können müde machen und das
Reaktionsvermögen deutlich reduzieren. Aber auch moderne Präparate wirken bei
jedem Menschen anders. Besonders zu Beginn der Einnahme oder bei einem Wechsel
des Medikaments sollte deshalb mit möglichen Auswirkungen auf die
Fahrtüchtigkeit gerechnet werden - vorzugsweise sollte das Medikament am Abend
vor dem Schlafengehen eingenommen werden.
"Autofahrer unterschätzen häufig, dass bereits leichte gesundheitliche
Einschränkungen die Fahrtüchtigkeit beeinflussen können", sagt DEKRA
Verkehrsmedizinerin Dr. Almut Schönermarck. "Wer mit starken Allergiesymptomen
unterwegs ist oder Medikamente mit dämpfender Wirkung einnimmt, fährt unter
Umständen ähnlich eingeschränkt wie ein übermüdeter Fahrer. Vor Fahrtantritt
sollte man sich also immer kritisch hinterfragen, ob man fit ist."
Klare rechtliche Vorgaben für Eigenverantwortung
Rechtlich ist diese Verantwortung eindeutig geregelt. Nach § 1 der
Straßenverkehrs-Ordnung darf niemand andere Verkehrsteilnehmer gefährden oder
schädigen. Daraus ergibt sich die Pflicht, nur dann ein Fahrzeug zu führen, wenn
die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist. Wer
trotz erkennbarer Einschränkungen fährt und dadurch einen Unfall verursacht,
muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Das bedeutet: Vor jeder Fahrt muss
man sich selbst kritisch überprüfen.
Besonders gefährlich kann es werden, wenn mehrere Belastungen zusammenkommen.
Starker Pollenflug, eine lange Fahrt, Müdigkeit und Medikamente können sich in
der Wirkung gegenseitig verstärken. Während der Frühjahrsmonate sind gerade
Pendlerinnen und Pendler stark betroffen, da Beschwerden häufig morgens und
abends besonders ausgeprägt sind.
DEKRA empfiehlt Allergikerinnen und Allergikern daher einige einfache Maßnahmen
für mehr Sicherheit im Straßenverkehr:
- Verzichten Sie bei Müdigkeit oder Konzentrationsproblemen aufs Auto- oder
Radfahren
- Erneuern Sie Innenraum- und Pollenfilter regelmäßig
- Halten Sie Fenster bei starkem Pollenflug geschlossen und nutzen Sie die
Lüftung
- Testen Sie die Auswirkungen von Medikamenten zunächst durch die abendliche
Einnahme, bevor Sie aktiv am Straßenverkehr teilnehmen
- Beachten Sie die Hinweise zur Fahrtüchtigkeit im Beipackzettel
- Tragen Sie eine Sonnenbrille, um Augenreizungen zu reduzieren
- Verzichten Sie bei ausgeprägten Niesattacken auf die aktive Teilnahme am
Straßenverkehr oder unterbrechen Sie die Fahrt.
Auch einfache vorbeugende Maßnahmen können helfen, Beschwerden zu reduzieren. So
kann es hilfreich sein, die Kleidung häufig auszuschütteln, die Haare vor dem
Schlafengehen zu waschen sowie vor längeren Fahrten einen Blick auf die aktuelle
Pollenflugvorhersagen zu werfen, um das individuelle Risiko für allergische
Beschwerden einschätzen zu können.
Zustand des Menschen am Steuer ist mitentscheidend
"Verkehrssicherheit hängt nicht nur vom technischen Zustand des Fahrzeugs ab,
sondern immer auch vom Zustand des Menschen am Steuer", so die DEKRA Expertin.
"Wer sich krank, müde oder beeinträchtigt fühlt, sollte auf die Fahrt
verzichten."
Heuschnupfen betrifft immer mehr Menschen, und der Klimawandel verschärft das
Problem. Denn Pflanzen blühen immer früher und länger. Außerdem produzieren sie
mehr und oft aggressiveren Blütenstaub.
"Gerade weil Pollenallergien weit verbreitet sind, nehmen zu viele das
Sicherheitsrisiko nicht ernst," so die Medizinerin. "Eine bewusste Vorbereitung
auf die Pollensaison und ein verantwortungsvoller Umgang mit Symptomen und
Medikamenten leisten einen wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit auf unseren
Straßen."
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