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Düsseldorf (ots) - Der Einkaufswagen wird künftig nicht mehr vom Menschen
geschoben, sondern zunehmend von Maschinen gesteuert: 48 Prozent* der
KI-Nutzenden können sich vorstellen, auch die Einkaufsplanung an einen
KI-Agenten abzugeben - ein fundamentaler Wandel im Konsumverhalten. Das zeigt
eine repräsentative Studie der Kommunikationsberatung Ketchum. Noch
beeindruckender: Von den Befragten, die sich vorstellen können, einen gesamten
Einkauf durch eine KI planen zu lassen, trauen 45 Prozent* der Technologie sogar
zu, Kaufentscheidungen vollständig autonom zu treffen. KI wird damit nicht
länger zum Kaufberater - sie wird zum eigenständigen Einkäufer.
"Wir stehen am Beginn einer neuen Ära des Konsums: Die KI kauft ein und nicht
mehr der Mensch", sagt Matthias Wesselmann, CEO von Ketchum Germany. "Das
verändert mittelfristig die Logik des gesamten Handels. Marken müssen künftig
nicht nur Menschen überzeugen, sondern KI-Modelle." Während viele Unternehmen
noch damit beschäftigt sind, generative KI als Tool zur Generierung von Texten
oder Bildern zu verstehen, zeigt die Ketchum-Studie, dass Konsument:innen längst
begonnen haben, Einkaufsentscheidungen an KI-Systeme auszulagern. Und die
Bereitschaft, den Systemen diese Verantwortung zu übertragen, steigt bei den
kaufkräftigsten Zielgruppen überproportional.
Kaufkräftige Gruppen treiben den Trend - KI ersetzt Planung, Vergleich und
Auswahl
Wer viel ausgibt, delegiert gerne: Gutverdienende mit Haushaltsnettoeinkommen
von 4.000 Euro oder mehr sowie Personen mit akademischem Abschluss nutzen KI
signifikant häufiger** als Informationsquelle für Kaufentscheidungen. Diese
Gruppe ist überproportional häufig bereit, Kaufentscheidungen zu automatisieren.
Vor allem bei den 25- bis 34-jährigen Konsument:innen - einer Kernzielgruppe für
margenstarke Produkte - genießt die KI bereits Vertrauen: 32 Prozent* nutzen sie
als Informationsquelle für Kaufentscheidungen.
Der Trend wird nicht von Digital Natives getrieben, sondern von
Verbraucher:innen, die Effizienz und Zeitersparnis höher gewichten als
vollständige Kontrolle. Für sie ist Autonomie kein Risiko - sie ist pure
Convenience. Diese Nutzende setzen KI gezielt ein: 49 Prozent nutzen sie für
Produktvergleiche, 45 Prozent für Orientierung in der Produktvielfalt, 44
Prozent für Preis-Leistungs-Bewertungen und 42 Prozent zur Recherche von
Erfahrungen anderer Käufer:innen. Was früher ein mehrstufiger Prozess war - zehn
Browser-Tabs, fünf Ratgeber, drei Portale - wird heute zu einer Delegation.
Planung, Bewertung und Vorauswahl verschwinden. Konsument:innen akzeptieren
häufig die erste Antwort.
Entscheidungen werden "modellbasiert" - eine Machtverschiebung mit hohen
Anforderungen
KI-Nutzende haben klare Forderungen: 52 Prozent verlangen nachvollziehbare
Begründungen, 47 Prozent vergleichbare Alternativen und 72 Prozent* volle
Transparenz über die Markeninformationen. 53 Prozent aller Befragten fürchten
zudem Manipulation. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer KI nicht mit strukturierten,
konsistenten und vertrauenswürdigen Daten füttert, wird ignoriert. Fehlende oder
widersprüchliche Inhalte führen dazu, dass KI-Modelle Marken schlicht aus dem
Auswahlset streichen.
Diese Anforderungen sind Symptom einer tieferen Umwälzung. Entscheidungen
wandern von Menschen zu Modellen. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr durch
Reichweite, sondern durch KI-Empfehlungen. Marken konkurrieren nicht länger um
Klicks, sondern um das Vertrauen der KI selbst. Die Customer Journey wird dabei
schmäler, aber tiefgreifender - weniger Schritte bedeuten höheren Einfluss
einzelner Antworten und damit existenzielles Risiko für unsichtbare Marken.
"Transparenz wird zur neuen Währung des Vertrauens", sagt Wesselmann. Das Fazit
ist klar: Wer nicht in Generative Engine Optimization (GEO) investiert, verliert
nicht nur Reichweite, sondern Relevanz im gesamten Kaufprozess.
GEO als operative Konsequenz: Marken müssen der KI etwas zu entscheiden geben
Damit KI im Sinne einer Marke entscheidet, brauchen Unternehmen ein
strategisches Fundament. Das umfasst vier Kernelemente: Zunächst eine moderne
Informationsarchitektur mit eindeutigen Produktentitäten, klaren technischen
Daten und konsistenter Namensführung. Zweite Voraussetzung: maschinenlesbare
Strukturen, die KI-Systemen ermöglichen, Daten zu verarbeiten. Drittens
benötigen Marken ein Quellen-Ökosystem, das unabhängige Nachweise bereitstellt -
Tests, Zertifikate, Policy-Dokumente, Bewertungen. Und schließlich ist ein
regelmäßiges KI-Audit essenziell, das transparent macht, wie generative Systeme
über Produkte sprechen und wo sie Fehler machen.
In Agentic-Commerce-Umgebungen ist die KI nicht länger nur ein Kanal unter
vielen, sondern ein eigenständiger Käufer. Marken müssen deshalb sicherstellen,
dass dieser "Käufer" mit allen relevanten Informationen ausgestattet ist, sonst
wird die Entscheidung ohne sie getroffen.
*Die ausgewiesenen Werte stellen zusammengefasste Ergebnisse mehrerer Kategorien
dar.
**Personen mit einem Bachelor- oder Master-Abschluss nutzen KI-Systeme als
Informationsquelle doppelt so häufig, wie Personen mit einem Abschluss der
Sekundarstufe I oder II.
Pressekontakt:
Ketchum GmbH
Kerstin Steglich
+491722901625
mailto:kerstin.steglich@omc.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/63408/6238873
OTS: Ketchum Germany
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