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München (ots) - Der Rohstoffpreisindex der vbw - Vereinigung der Bayerischen
Wirtschaft e. V. lag im Jahresdurchschnitt 2025 bei 152,4 Punkten und damit um
knapp 5,0 Prozent höher als im Vorjahr. "Eine unsichere geopolitische Weltlage ,
die erratische Außen- und Handelspolitik der Vereinigten Staaten sowie
chinesische Exportkontrollen für Seltene Erden und Magnete haben im vergangenen
Jahr die Rohstoffpreise kontinuierlich in die Höhe getrieben. Ein zuverlässiger
Bezug von Rohstoffen zu bezahlbaren Preisen ist aber grundlegend, um die
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern", so vbw Hauptgeschäftsführer
Bertram Brossardt.
Besonders stark verteuerten sich im Jahr 2025 die Edelmetalle , um 41,6 Prozent
gegenüber 2024. Der Goldpreis lag im Jahresdurchschnitt um 44,4 Prozent höher
als im Vorjahr, der Preis für Silber stieg ebenfalls deutlich, um 41,0 Prozent .
"Das unterstreicht die große Verunsicherung in der Weltwirtschaft. Anleger haben
vermehrt auf sichere Vermögensanlagen wie Gold gesetzt. Die stark gestiegene
Nachfrage hat folglich die Preise gravierend in die Höhe getrieben", erklärt
Brossardt. Die Preise für Industriemetalle lagen im Schnitt um 4,5 Prozent über
denen des Vorjahres. Besonders starke Preissteigerungen verzeichneten Wismut
(+63,2 Prozent), Wolfram (+51,1 Prozent) und Kobalt (+34,7 Prozent). Die für die
bayerische Industrie wichtigen Metalle Aluminium und Kupfer verteuerten sich um
jeweils 8,7 Prozent .
Die Seltenen Erden verteuerten sich gegenüber 2024 um überdurchschnittliche 15,0
Prozent . Besonders hoch waren die Preisanstiege bei Neodym (+32,2 Prozent),
Samarium (+31,0 Prozent) und Praseodym (+30,6 Prozent). "Hier werden die
Auswirkungen der chinesischen Exportkontrollen für Seltene Erden und Magnete
deutlich. Die weitere Erschließung von internationalen Märkten mit
gleichwertigen Wettbewerbsbedingungen sowie die Nutzung von heimischen
Rohstoffvorkommen ist unabdingbar", erläutert Brossardt.
Die vbw fordert, den Bezug von Rohstoffen sowohl politisch als auch in der
unternehmerischen Planung dringend zu priorisieren: "Das Thema ist bei unseren
Unternehmen ein Schwerpunkt. Die Rohstoffeffizienz und -substitution muss weiter
vorangetrieben werden. Abzuwarten bleibt außerdem, wie sich der Iran-Krieg und
die daraus resultierenden gestörten und blockierten Handelswege - vor allem der
Straße von Hormus - auf die Entwicklung der Rohstoffpreise auswirken. Daher
werben wir für eine Diversifizierung der Lieferketten . Hierfür muss die Politik
die Rahmenbedingungen schaffen. Aber auch trotz solcher Krisen gilt: Die
Globalisierung macht Volkswirtschaften krisenfester. Freier und intensiver
Handel war lange unsere große Stärke - und wird es auch weiterhin sein, wenn wir
uns breit genug aufstellen. Fakt ist jedoch, dass eine De-Globalisierung für ein
Exportland wie unseres geradezu fatal wäre", sagt Brossardt.
Basisjahr für den vbw Rohstoffpreisindex ist 2015 (2015=100). In den vbw
Rohstoffpreisindex fließen die Weltmarktpreise von 42 Rohstoffarten ein. Es
handelt sich um Preise auf US-Dollar Basis. Diese werden gewichtet mit dem
Importanteil des jeweiligen Rohstoffes nach Bayern. Den kompletten vbw
Rohstoffpreisindex finden Sie hier (https://www.vbw-bayern.de/vbw/Themen-und-Ser
vices/Konjunktur/Bayern-Deutschland/vbw-Rohstoffpreisindex-M%C3%A4rz-2013.jsp) .
Pressekontakt:
Charlotte Offermann, +49 (0) 89-551 78-203,
mailto:charlotte.offermann@vbw-bayern.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58439/6239177
OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
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