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Leipzig (ots) - Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte hat den
Mitteldeutschen Rundfunk als "Ort der Demokratiegeschichte" gewürdigt. Dazu
wurde am 19.3. im Rahmen einer kleinen Feierstunde eine entsprechende
Schrifttafel an der MDR-Zentrale in Leipzig enthüllt, stellvertretend für alle
MDR-Standorte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Damit wird die
professionelle, kontinuierliche und zuverlässige journalistische Arbeit des
Mitteldeutschen Rundfunks seit seinem Sendestart 1992 gewürdigt. Die Übergabe
fand im Zusammenhang mit dem "Tag der Demokratiegeschichte" (18.3.) statt, der
von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte initiiert wurde.
Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte rückt mit dem erstmals am
18. März 2026 ausgerufenen Tag der Demokratiegeschichte die vielfältigen
Schauplätze und Wege demokratischer Entwicklung in Deutschland noch stärker ins
öffentliche Bewusstsein. Schirmherr des Aktionstages ist Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier.
Dr. Kai-Michael Sprenger, Gründungsdirektor der Stiftung Orte der deutschen
Demokratiegeschichte: "Der Tag der Demokratiegeschichte erinnert daran, wie
vielfältig die Wege zur Freiheit und Mitbestimmung waren und sind. Der
Mitteldeutsche Rundfunk steht in dieser Tradition: Seit seiner Gründung nach der
Friedlichen Revolution trägt er mit unabhängiger Berichterstattung und
historischer Aufklärung dazu bei, demokratische Kultur im Osten Deutschlands zu
stärken und Informations- und Meinungsfreiheit lebendig zu halten."
Ralf Ludwig, Intendant des MDR: "Die Auszeichnung als 'Ort der
Demokratiegeschichte' ist für den MDR eine große Ehre und zugleich ein wichtiges
Zeichen der Ermutigung in herausfordernden Zeiten. Seit unserer Gründung 1991
stehen wir für unabhängigen, vielfältigen und verlässlichen Journalismus, der
die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausgewogen informiert und
damit Orientierung gibt. Der freie Zugang zu Information, Bildung und
kultureller Teilhabe gehört zu unserem Auftrag. Zugleich sehen wir heute, wie
gesellschaftliche Polarisierungen und digitale Plattformlogiken die Wahrnehmung
von Realität verzerren und das Vertrauen in freie Medien, wie auch in andere
demokratie-relevante Institutionen, untergraben. Umso entschlossener setzen wir
uns als modernes Medienhaus für Medienfreiheit, redaktionelle Unabhängigkeit und
eine starke demokratische Gesellschaft ein. Diese Würdigung ist uns weiterer
Ansporn, diesen Weg auch in Zukunft konsequent weiterzugehen."
Der MDR als "Ort der Demokratiegeschichte"
Der Mitteldeutsche Rundfunk entstand 1991 unmittelbar aus der Friedlichen
Revolution von 1989 und der darauffolgenden Transformationsphase, zu deren
zentralen Anliegen auch die Schaffung freier und unabhängiger Medien gehörte.
Der Gründung des MDR und der Umgestaltung des gesamten Mediensystems in
Ostdeutschland gingen Konzepte und Beschlüsse der im März 1990 zum ersten Mal
frei gewählten Volkskammer der DDR sowie weiterer demokratisch legitimierter
Gremien voraus. Mit seiner Gründung als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt
für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde erstmals in Ostdeutschland ein
Mediensystem etabliert, das redaktionelle Freiheit, pluralistische Kontrolle
durch gesellschaftliche Gremien und Schutz vor staatlicher Einflussnahme
garantierte. Die rasche Entwicklung der MDR-Zentrale in der Leipziger Kantstraße
- auf dem Gelände des ehemaligen Großschlachthofs - steht symbolisch für den
demokratischen Neubeginn im Osten. Am 27. November 1991 trat der MDR der ARD
(Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in
Deutschland) bei.
Bereits am 1. Januar 1992 startete der MDR seinen Sendebetrieb, unter anderem
mit einer Livesendung vom Platz vor der Nikolaikirche, einem Kernort der
Revolution.
Der MDR ist seitdem fester Bestandteil und geschätzter Partner in der ARD wie in
der Medienlandschaft generell. Mit seinen Inhalten stärkt er die ARD Mediathek
und ARD Sounds (vormals ARD Audiothek) sowie Web-Angebote und Social Media. Er
trägt außerdem im Bereich Fernsehen knapp 11 Prozent zum bundesweiten
ARD-Gemeinschaftsprogramm bei und ist auch im Hörfunk- wie im Produktionsbereich
in zahlreichen Kooperationen involviert, teils als Federführer. Seit 1997 ist
der MDR innerhalb der ARD verantwortlich für KiKA, den ARD/ZDF-Kinderkanal mit
Sitz in Erfurt und seit 2022 für ARD Kultur, die gemeinsame Kulturplattform
aller ARD-Häuser, die ebenfalls von Thüringen aus koordiniert wird. Mit seinen
Angeboten als modernes öffentlich-rechtliches Medienhaus begleitet der MDR
seither die Menschen der Region, ermöglicht Teilhabe an gesellschaftlichen
Debatten und trägt zu einer freien und unabhängigen Meinungsbildung sowie zur
Perspektivvielfalt bei.
MDR initiiert "Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien"
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat am 19.3.2026 den "Leipziger Appell zur
Freiheit und Unabhängigkeit der Medien" veröffentlicht. Die vom MDR angestoßene
Initiative will Medien, Wissenschaft, Kultur, Zivilgesellschaft und andere
demokratische Institutionen dahinter vereinen. Der Appell ist ein kraftvolles
gemeinsames Signal für die Sensibilisierung sowie die Stärkung freier
Meinungsbildung und einer unabhängig informierten Öffentlichkeit.
Erstunterzeichnende - neben dem MDR als Initiator - sind alle
ARD-Rundfunkanstalten, die Deutsche Nationalbibliothek, die Deutsche Welle,
Deutschlandradio, der Österreichische Rundfunk, der Deutsche
Journalisten-Verband auf Bundesebene sowie als Landesverband Sachsen, Radio
Mephisto 97.6, die Leipziger Volkszeitung, Initiative 18, die Mitteldeutsche
Zeitung, die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die Volksstimme,
die HHL Leipzig Graduate School of Management sowie das International Press
Institute Deutschland, das ZDF, das European Centre for Press and Media Freedom,
der Evangelische Medienverband in Sachsen und Lie Detectors.
Der "Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien" steht
Interessierten online unter mdr.de/leipziger-appell (https://www.mdr.de/unterneh
men/informationen/gemeinwohl/leipziger-appell-freiheit-unabhaengigkeit-medien-de
mokratie-100.html) zur Verfügung.
Pressekontakt:
MDR, Kommunikations- und Mediendesk, Tel.: (0341) 3 00 64 55, E-Mail:
mailto:kommunikation-desk@mdr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7880/6239488
OTS: MDR Mitteldeutscher Rundfunk
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