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Köln (ots) - Die Schauspielerin Collien Fernandes ist mit schweren Vorwürfen
gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen. Im
WDR-Interview mit der "Aktuellen Stunde" äußert sich die ehemalige Grünen-Chefin
Ricarda Lang.
Die Aktuelle Stunde läuft um 18.45 Uhr im WDR-Fernsehen und ist anschließend
auch in der Mediathek zu finden: https://www1.wdr.de/fernsehen/aktuelle-stunde/a
lle-videos/aktuelle-stunde-120.html
Auf die Frage, was Ihr erster Gedanke war, als sie von den Vorwürfen von Collien
Fernandes gehört hat:
"Ehrlich gesagt ist mir komplett übel geworden. Ich hab meine eigenen
Erfahrungen mit digitaler Gewalt gemacht. Ich bin da hart gesotten, aber mich
dort in ihre Haut zu versetzen, dass es die vertrauteste Person ist, die Person,
mit der man ein Leben aufgebaut hat, die Person, mit der man Kinder hat, das ist
einfach noch mal ein unfassbarer Gedanke."
Warum sie Aussagen wie 'nicht alle Männer sind so' kritisiert:
"Natürlich sind nicht alle Männer Täter, ganz im Gegenteil, viele setzen sich
auch gegen sexualisierte Gewalt ein, aber die Täter sind in den meisten Fällen
Männer. Und bei solchen Aussagen frage ich mich schon, warum man mehr darüber
nachdenkt, wie man so etwas relativieren kann, als wie man Frauen davor schützen
kann, wie man mehr darüber nachdenkt, wie man Männer vor Verallgemeinerung
schützen kann, als die Frauen vor sexualisierter Gewalt."
Lang hat eine klare Botschaft an Männer:
"Und ich habe an der Stelle auch eine ganz klare Botschaft an alle Männer, die
hier gerade zuschauen: Empört euch, lasst Frauen nicht alleine mit diesem Thema,
hört nicht weg, wenn in der Sportumkleide blöde Witze über Frauen gemacht
werden, relativiert das nicht und schweigt nicht dazu. Der Kampf um eine Welt,
in der Frauen sicher leben können und zwar analog und digital, das ist auch euer
Kampf."
Was aus ihrer Sicht der wichtigste Punkt sei, der nun politisch angegangen
werden muss:
"Dass wir die Strafbarkeitslücken schließen, denn gerade gibt es keine
einheitliche Regelung, was das Erstellen, was das Bearbeiten, auch was das
Verbreiten und zwar das unbefugte Erstellen, Bearbeiten und Verbreiten von
sexualisiertem Bildmaterial von Menschen und insbesondere Frauen, die oft davon
betroffen sind, angeht. Hier müssen wir die Strafbarkeitslücken schließen, einen
einheitlichen Straftatbestand einführen und dann muss dieses Recht natürlich
auch umgesetzt werden. Das heißt, wir müssen sowohl auf der Tatbestandsebene
ansetzen als am Ende auch bei der Rechtsdurchsetzung."
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