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München (ots) -
- Ein neues Verbundprojekt von LMU, Uni Augsburg, UKA und TUM hilft Städten
dabei, die Gesundheit ihrer Bevölkerung im Zuge des Klimawandels nachhaltig zu
schützen.
- Die beteiligten Institutionen bündeln dafür ihre Expertise in den Bereichen
Klima- und Umweltmodellierung, Umweltmedizin und Städtebau.
- Das Projekt unterstützt evidenzbasierte politische Entscheidungsprozesse und
entwickelt praxisnahe Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit Kommunen,
Entscheidungsträgern und Zivilgesellschaft.
Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf den Alltag in Städten aus. Extreme
Hitze, Luftverschmutzung und weitere Umweltbelastungen stellen wachsende Risiken
für die menschliche Gesundheit dar, insbesondere für vulnerable Gruppen wie
Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Das neue interdisziplinäre
Forschungsprojekt MEDICUS - Anpassungsstrategien an medizinische Implikationen
des Klimawandels für eine urbane Transformation setzt hier an und entwickelt
praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Lösungen für gesündere und
widerstandsfähigere Städte. Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Bayerischen
Klimaforschungsnetzwerks (BayKlif-2) über einen Zeitraum von fünf Jahren mit
insgesamt 1.375.000 Euro gefördert.
Interdisziplinäre Forschung für gesunde Städte
MEDICUS bündelt die Expertise von drei führenden Institutionen: der
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der Universität Augsburg, dem
Universitätsklinikum Augsburg (UKA) und der Technischen Universität München
(TUM). Das Projekt wird geleitet von Dr. Magdalena Mittermeier (LMU) im Bereich
Klima- und Umweltmodellierung, Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann (Uni Augsburg /
UKA) im Bereich Umweltmedizin und Dr. Stefanie Ruf (TUM) im Bereich Stadtplanung
und Urban Design.
Im Zentrum von MEDICUS steht die Verknüpfung hochaufgelöster Stadtklima- und
Umweltmodellierungen mit großskaligen Klimasimulationen. "Dieser Ansatz
ermöglicht es uns, sowohl langfristige Belastungstrends als auch kurzfristige
Belastungsspitzen durch Hitze und Luftschadstoffe präzise zu erfassen", erklärt
LMU-Geographin Magdalena Mittermeier. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die
Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung individueller,
urbaner und planetarer Gesundheit.
Teamwork von Forschung, Politik und Bevölkerung
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der praktischen Umsetzung. In
sogenannten Reallaboren auf Quartiersebene in München und Augsburg entwickeln
und erproben die Forschenden gemeinsam mit Kommunen, lokalen Akteurinnen und
Akteuren und der Bevölkerung partizipative Anpassungsmaßnahmen. "Unser Ziel ist
es, klimabedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren, das Problembewusstsein zu
stärken und die Resilienz auf Nachbarschaftsebene zu erhöhen", sagt die
Augsburger Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann. "Der Klimawandel wird
zunehmend zu einer Gesundheitsfrage unserer Städte. Entscheidend ist deshalb,
die Lebensumwelt so zu gestalten, dass sie Menschen schützt - genau hier setzt
MEDICUS an."
Zur breiten Verankerung der Projektergebnisse setzt MEDICUS zudem auf innovative
Bildungsformate einer "Bildung für urbane Transformation" mit einem Fokus auf
Nachhaltigkeit und der Nutzung innovativer digitaler Werkzeuge, darunter eine
Resilienz-App, die den Wissenstransfer und die öffentliche Beteiligung
unterstützen. "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse von MEDICUS werden in
konkrete lokale Handlungsempfehlungen und Transformationspfade übersetzt und
systematisch in Bildungs- und Weiterbildungsformate integriert, um Bürgerinnen
und Bürger genauso wie Kommunen und Entscheidungsträgerinnen und
Entscheidungsträger gezielt zu adressieren", sagt TUM-Psychologin und
Stadtforscherin Stefanie Ruf.
Vorbereitet auf den Klimawandel
Durch die Kombination von Umwelt- und Klimamodellierung, medizinischer und
städtebaulicher Forschung, partizipativen Ansätzen und innovativen
Kommunikationsformaten leistet MEDICUS einen wichtigen Beitrag zur
klimaresilienten Stadtentwicklung. Das Projekt unterstützt evidenzbasierte
politische Entscheidungsprozesse und hilft Städten dabei, die Gesundheit ihrer
Bevölkerung im Zuge des Klimawandels nachhaltig zu schützen.
Kontakt
Prof. Dr. Ralf Ludwig
Fakultät für Geowissenschaften
Ludwig-Maximilians-Universität München
E-Mail: mailto:r.ludwig@lmu.de
Tel.: +49 89 2180-6677
Pressekontakt:
Claudia Russo
Ludwig-Maximilians-Universität München
Leopoldstr. 3
80802 München
Phone: +49 (0) 89 2180-2706
E-Mail: mailto:Claudia.Russo@lmu.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/60694/6242021
OTS: Ludwig-Maximilians-Universität München
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