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München (ots) - Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt
die Einigung auf das Freihandelsabkommen der EU mit Australien. "Die Einigung
sendet ein starkes Signal. Angesichts der veränderten Weltlage sind Deutschland
und die EU mehr denn je gefordert, neue Handels-, Rohstoff- und
Investitionspartnerschaften überall auf der Welt abzuschließen. Die
Handelspolitik von US-Präsident Trump belastet den gesamten Welthandel. China
nutzt seine Exportkontrollen für Seltene Erden als machtpolitisches Mittel. Eine
internationale und global vernetzte Volkswirtschaft wie Bayern bekommt das zu
spüren. Das Abkommen mit Australien ist nach dem erzielten Abkommen mit Indien
ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere Handelsbeziehungen zu diversifizieren
und unsere Position im Indo-Pazifik zu stärken ", sagt vbw Hauptgeschäftsführer
Bertram Brossardt.
2025 gingen nur 0,8 Prozent aller bayerischen Exporte nach Australien . Der
Pazifikstaat nimmt damit lediglich Platz 25 unter den größten Exportmärkten für
bayerische Waren ein. Gleichzeitig landet Australien mit einem
Bruttoinlandsprodukt von rund 1.580 Milliarden Euro im Vergleich der größten
Volkswirtschaften weltweit auf Rang 14. "Wird das Abkommen umgesetzt, könnte der
Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen den beiden Partnern nach
Einschätzung der Europäischen Kommission um rund ein Drittel steigen. Durch den
Wegfall der Zölle auf 99 Prozent der Warenexporte der EU bietet das Abkommen
neue Absatzmöglichkeiten. Insbesondere der Maschinenbau, die Automobilindustrie
sowie die Chemie- und Pharmaindustrie könnten profitieren", so Brossardt und
ergänzt: "Obwohl nur 2,3 Prozent der gesamten bayerischen ausländischen
Direktinvestitionen nach Australien gehen, zeigt sich ein kontinuierliches
Interesse bayerischer Unternehmen an diesem Markt."
Australien gehört zu den führenden Rohstoffexporteuren der Welt, ist der
weltgrößte Lithiumförderer und verfügt über bedeutende Vorkommen an Seltenen
Erden. "Das Abkommen spielt also auch für den Zugang zu kritischen Rohstoffen
für Europa eine zentrale Rolle", erläutert Brossardt.
Laut vbw muss Europa mit Blick auf die industrielle Expansion Chinas und die
angespannten transatlantischen Beziehungen Einigkeit und Stärke demonstrieren.
"Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen
Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker macht. Deswegen
setzen wir auf eine zügige Ratifizierung des Abkommens ohne unnötige
Verzögerungen", betont Brossardt abschließend.
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