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Bonn/Mandalay/Yangon (ots) - Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar
kämpfen viele Menschen in den besonders betroffenen Regionen Mandalay und
Sagaing weiterhin mit den Folgen der Katastrophe. Zwar konnten einige Familien
ihre Häuser reparieren und erste Schritte zurück in den Alltag machen, doch der
Wiederaufbau gerät angesichts von Kürzungen internationaler Mittel ins Stocken.
Millionen Menschen leben weiterhin in provisorischen Unterkünften. Besonders in
ländlichen Regionen fehlt es an Einkommensmöglichkeiten und Zugang zu sauberem
Trinkwasser. Aktuell leiden rund 12,4 Millionen Menschen unter akuter
Ernährungsunsicherheit, 8,5 Millionen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.
Der aktuelle Iran-Krieg führt zu steigenden Treibstoff- und Düngemittelpreisen
und trifft ein Land, das sich ohnehin in einer schweren humanitären Krise
befindet.
Wiederaufbau unter schwierigen Bedingungen
"Ein Jahr nach dem Erdbeben konnten Welthungerhilfe und andere Organisationen
rund 1,7 Millionen Menschen mit lebensrettender Hilfe erreichen. Dennoch kommt
der Wiederaufbau von Wohnraum und Infrastruktur nur schleppend voran.
Finanzierungslücken, eingeschränkter Zugang für Hilfsorganisationen und die
anhaltende Krise im Land bremsen den Fortschritt erheblich", sagt Henry Braun,
Landesdirektor der Welthungerhilfe in Myanmar. "Die Eskalation des Kriegs im
Nahen Osten macht die Lage noch schlimmer. Die Treibstoffpreise sind auch in
Myanmar deutlich gestiegen. An den Tankstellen bilden sich lange Schlangen und
Transportkosten ziehen an. Das verteuert den Alltag der Menschen ebenso wie die
Lieferung von Hilfsgütern und den Zugang zu Märkten und Gesundheitsdiensten."
Gemeinden in Mandalay zeigen Widerstandskraft
Trotz der schwierigen Bedingungen treiben viele Gemeinden den Wiederaufbau mit
großem Engagement voran. "Die betroffenen Dorfgemeinschaften zeigen eine
beeindruckende Widerstandskraft. Menschen bauen ihre Häuser wieder auf und
unterstützen sich gegenseitig. Gleichzeitig stehen viele Familien, die ihr
Zuhause und ihr Einkommen verloren haben, weiterhin vor großen
Herausforderungen. Manche mussten etwa Land verkaufen oder beleihen, um zu
überleben - steigende Preise verschärfen die Situation zusätzlich", betont, Mi
Mi Kyaw, Regionalleiterin der Welthungerhilfe in Mandalay. "Wenn Treibstoff in
Folge der Krise im Nahen Osten teurer wird und Transporte mehr kosten, trifft
das vor allem arme Familien, Vertriebene und ländliche Gemeinden. Schon kleine
zusätzliche Preissteigerungen können dazu führen, dass Familien weniger
Lebensmittel kaufen und Mahlzeiten ausfallen oder wichtige Ausgaben, etwa für
Gesundheit, verschieben müssen."
Unterstützung wirkt - Bedarf bleibt enorm
Die Welthungerhilfe hat unmittelbar nach dem Erdbeben Nothilfe geleistet und
unterstützt inzwischen den Wiederaufbau, etwa durch Bargeldhilfen, die
Wiederherstellung von Wasser- und Sanitärsystemen sowie den Bau von Straßen, um
den Zugang zu Märkten, Schulen und Gesundheitsdiensten zu verbessern.
"Ohne verlässliche und ausreichende Finanzierung droht sich die Situation für
Millionen Menschen weiter zu verschärfen", warnt Henry Braun. "Gerade jetzt ist
es wichtig, dass die internationale Staatengemeinschaft auf die wirtschaftlichen
Folgen der Eskalation des Kriegs im Nahen Osten reagiert - etwa durch
Unterstützung lokaler Märkte und stabile Lieferketten für lebenswichtige
Hilfsgüter."
Welthungerhilfe weiterhin im Einsatz
Die Welthungerhilfe ist seit 2002 in Myanmar aktiv und unterstützt die
betroffenen Menschen auch unter schwierigsten Bedingungen. Der Fokus liegt
aktuell auf dem Wiederaufbau, der Sicherung von Einkommen sowie der Versorgung
mit sauberem Wasser und Nahrungsmitteln. Angesichts der jüngsten hohen
Preissteigerungen gewinnen Bargeldhilfen und die Absicherung von Lieferketten
weiter an Bedeutung.
Für Interviews steht Henry Braun, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Myanmar
(deutschsprachig), zur Verfügung.
Weitere Informationen auch unter http://www.welthungerhilfe.de/presse
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in
Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und
entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962
wurden 12.777 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,42
Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip
der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den
Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit
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