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WIESBADEN (ots) -
- Transportaufkommen sinkt um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr und auf den
niedrigsten Stand seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990
- Güterempfang aus dem Ausland im Vorjahresvergleich leicht gestiegen,
Güterversand ins Ausland sinkt dagegen kräftig um 4,8 %
- 2,7 % weniger flüssige Mineralölerzeugnisse, aber 5,9 % mehr Kohle auf
Binnenschiffen transportiert als im Vorjahr
Im Jahr 2025 hat die Binnenschifffahrt in Deutschland 1,3 % weniger Güter
transportiert als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)
mitteilt, wurden auf den Binnenwasserstraßen insgesamt 171,6 Millionen Tonnen
Güter befördert (2024: 173,8 Millionen Tonnen). Das war der niedrigste Wert seit
der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Der Rückgang des Transportaufkommens ist
in erster Linie auf den Güterversand ins Ausland zurückzuführen. Die dorthin
beförderte Menge sank auf 41,1 Millionen Tonnen und lag damit 4,8 % unter dem
Vorjahreswert. Demgegenüber stieg die aus dem Ausland nach Deutschland
transportierte Gütermenge mit 77,0 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr nur
leicht (+0,6 %). Der innerdeutsche Verkehr blieb mit 42,8 Millionen Tonnen
stabil (+0,2 %), während sich der Transitverkehr stark auf 10,7 Millionen Tonnen
verringerte (-5,4 %).
Trockene Massengüter machen mehr als die Hälfte des Transportaufkommens aus
Nach Ladungsarten betrachtet prägten im Jahr 2025 die trockenen Massengüter (z.
B. Steine und Erden, Erze oder Kohle) mit 92,5 Millionen Tonnen (-1,5 % zum
Vorjahr) und die flüssigen Massengüter (z. B. flüssige Mineralölerzeugnisse oder
Chemikalien) mit 49,0 Millionen Tonnen (-1,9 %) das Transportgeschehen in der
Binnenschifffahrt. Ihr Anteil am gesamten Transportaufkommen lag bei 53,9 %
beziehungsweise 28,5 %. Der Containerverkehr erreichte eine Gütermenge von 16,6
Millionen Tonnen (-1,0 %) und einen Anteil von 9,7 % am gesamten
Transportaufkommen. Die übrigen Ladungsarten machten zusammen 13,5 Millionen
Tonnen (+2,4 %) oder 7,9 % des Gesamtaufkommens aus.
Flüssige Mineralölerzeugnisse prägen trotz Rückgang das Transportgeschehen
Zu den bedeutendsten Gütergruppen der Binnenschifffahrt zählten im Jahr 2025
flüssige Mineralölerzeugnisse (Motorentreibstoffe, Heizöle und andere
Mineralöle) mit einer transportierten Menge von 27,8 Millionen Tonnen (-2,7 %
zum Vorjahr), gefolgt von Steinen und Erden mit 20,0 Millionen Tonnen (-0,7 %),
Eisenerzen mit 17,7 Millionen Tonnen (-12,7 %) sowie Kohle mit 16,1 Millionen
Tonnen (+5,9 %). Insgesamt entfiel damit knapp die Hälfte (47,5 %) des gesamten
Transportaufkommens auf diese vier Warengruppen.
Hoher Anteil der ARA-Häfen am grenzüberschreitenden Verkehr
Einen besonders großen Stellenwert im Verkehr mit dem Ausland haben die
sogenannten "ARA-Häfen" Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam. Zwischen dem Hafen
in Rotterdam und Deutschland wurden 2025 auf Binnenschiffen 57,2 Millionen
Tonnen Güter transportiert (Empfang und Versand von Gütern). Damit war Rotterdam
der mit Abstand wichtigste Hafen im grenzüberschreitenden Verkehr in der
Binnenschifffahrt. Auf Rang 2 folgte Antwerpen mit 17,7 Millionen Tonnen und auf
Rang 3 Amsterdam mit 9,0 Millionen Tonnen. Damit entfielen insgesamt 84,0
Millionen Tonnen - und somit 71,1 % der insgesamt 118,1 Millionen Tonnen im
Verkehr mit dem Ausland transportierten Güter - auf diese drei Häfen.
Gut die Hälfte der Güter auf Binnenschiffen unter niederländischer Flagge
transportiert
Mehr als die Hälfte (55,1 %) des gesamten Transportaufkommens entfiel 2025 auf
Binnenschiffe unter niederländischer Flagge. Schiffe unter deutscher Flagge
kamen auf einen Anteil von knapp einem Drittel (31,7 %).
Methodische Hinweise:
Erfasst werden Ent- und Beladevorgänge von Schiffen mit einer Tragfähigkeit von
mindestens 50 Tonnen in deutschen Häfen oder sonstigen Lade- und Löschplätzen,
deren Ziel oder Herkunft ein Binnenhafen (Hafen an einer
Binnenschifffahrtsstraße) ist. Ebenso erfasst werden Ankünfte und Abgänge im
sogenannten Binnen-See-Verkehr. Unberücksichtigt bleiben unter anderem
ausschließlich als Schlepp- oder Schubkraft eingesetzte Schiffe sowie Schiffe,
die einen Hafen lediglich als Schutz- oder Sicherheitshafen anlaufen,
Leichterungen auf freier Strecke zur Verringerung des Tiefgangs des ausladenden
Schiffes sowie der Verkehr von Schiffen zum Zweck des Fischfangs, für
Wasserbauten oder Baggerarbeiten, sofern das Baggergut nicht Gegenstand des
Handels ist.
Weitere Informationen:
Detaillierte Ergebnisse zur Binnenschifffahrt sind in der Datenbank
GENESIS-Online (Tabellen 46321) oder im Statistischen Bericht
"Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt" abrufbar.
Ergebnisse zum Güterumschlag im Seeverkehr im Jahr 2025 bietet die
Pressemitteilung Nr. 077 vom 10. März 2026.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Güterverkehr, Luftverkehr
Telefon: +49 611 75-4852
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6242774
OTS: Statistisches Bundesamt
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