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Berlin (ots) -
- Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist vorläufigen Zahlen der
gesetzlichen Unfallversicherung zufolge 2025 auf rund 731.000 zurückgegangen.
- Sicherheit und Gesundheit erhöhen die Krisenfestigkeit des Standorts
Deutschland. Dieser Aussage stimmen 9 von 10 befragten Beschäftigten und
Führungskräften zu.
- Je nach Branche sind Unternehmen unterschiedlich gut auf Krisenszenarien
vorbereitet.
Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist 2025 erneut gesunken. Das
ergibt sich aus vorläufigen Statistiken, die die Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung (DGUV) heute in Berlin veröffentlicht hat. Danach gab es im
vergangenen Jahr 730.598 meldepflichtige Arbeitsunfälle, rund 24.000 weniger als
im Jahr zuvor. 335 Menschen verstarben bei einem Arbeitsunfall - zehn weniger
als im Vorjahr. 9.690 Versicherte erhielten erstmals eine Rente wegen eines
Arbeitsunfalls - ein Rückgang um 233. Mit den Unfallzahlen legte der Verband der
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen das DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 vor,
eine repräsentative Befragung von Erwerbstätigen zum Stand von Sicherheit und
Gesundheit in der Arbeitswelt. Nach Ansicht der Befragten erhöhen Sicherheit und
Gesundheit bei der Arbeit die Krisenfestigkeit des Standorts Deutschland. Mit
Blick auf mögliche Ausnahmesituationen sehen die Befragten ihre Unternehmen am
häufigsten gut vorbereitet auf Pandemien, Brände und Cyberangriffe, seltener
dagegen auf Szenarien wie Lieferkettenbeeinträchtigungen, Naturkatastrophen oder
langanhaltende Stromausfälle.
Hohe Zustimmung für Prävention
Breite Zustimmung (90 Prozent) findet unter den Befragten die Aussage, dass
Prävention Unternehmen stärkt und die Krisenfestigkeit des Wirtschaftsstandorts
Deutschland erhöht. Als wichtig werden insbesondere konkrete Einzelmaßnahmen wie
die Benennung und Qualifizierung von Ersthelfenden (94 Prozent),
Brandschutzhelfenden (84 Prozent) und Sicherheitsbeauftragten (84 Prozent)
erachtet.
Auch eine deutliche Mehrheit von Führungskräften stimmt der Aussage zu, dass
Prävention Unternehmen stärkt. Bei den Gründen, warum sie sich persönlich für
Arbeitsschutz einsetzen, liegt ein Grund ganz vorn: 94 Prozent wollen ihren
Beschäftigten ermöglichen, gesund bis zur Rente zu arbeiten. Erst danach folgen
Motive wie die Einhaltung von Vorgaben, wirtschaftliche Gründe oder die
Attraktivität als Arbeitgeber. Die Unterstützung für Prävention spiegelt sich
auch in der Entwicklung der Ausgaben für Sicherheit und Gesundheit: Ein Drittel
der befragten Führungskräfte gibt an, ihr Unternehmen habe in den vergangenen 12
Monaten mehr für Arbeitsschutzmaßnahmen ausgegeben.
"Prävention ist kein Extra, sondern die Grundlage dafür, dass Betriebe auch
unter Druck gut funktionieren", kommentiert DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr.
Stephan Fasshauer die Ergebnisse der Befragung. "Arbeitsschutz und
Sicherheitskultur helfen nicht nur dabei, Unfälle und Erkrankungen zu
verhindern. Sie sind auch wichtig für Resilienz und Stabilität von Wirtschaft
und Gesellschaft insgesamt."
Krisen und Notfälle: Unternehmen unterschiedlich gut vorbereitet
Eine große Mehrheit der Befragten (89 Prozent) hält Präventionsmaßnahmen für
wichtig, damit ihr Unternehmen für Krisenfälle gewappnet ist. Zurückhaltender
fallen die Antworten mit Blick auf die tatsächliche Vorbereitung des jeweiligen
Unternehmens auf Krisen und Störfälle aus. Vergleichsweise am häufigsten halten
die Beschäftigten ihr Unternehmen gut auf Pandemien (64 Prozent) sowie auf
Brände oder Explosionen (60 Prozent) vorbereitet. Die Hälfte vermutet das auch
im Hinblick auf Cyberangriffe. Fragt man nach Szenarien wie beeinträchtigte
Lieferketten, Gewaltereignisse, Naturkatastrophen oder langanhaltende
Stromausfälle, sehen nur rund ein Drittel der Befragten ihr Unternehmen gut
gewappnet.
Um für Notfälle oder Krisen gewappnet zu sein, treffen Unternehmen laut den
Befragten am häufigsten Vorkehrungen wie Ausbildung und Übung, zum Beispiel in
den Bereichen Brandschutz, Erste Hilfe oder Notfalltraining (67 Prozent),
IT-Sicherheitsmaßnahmen (61 Prozent) oder Notfall- und Krisenpläne (50 Prozent).
Generell zeigt sich: Je kleiner das Unternehmen oder die Einrichtung, desto
seltener wurden bereits Maßnahmen zur Krisen- oder Notfallvorsorge getroffen.
Befragte aus Kleinunternehmen geben auch deutlich seltener an, dass der Betrieb
eine Gefährdungsbeurteilung oder Brandschutzübungen durchführt, als Befragte,
die in größeren Unternehmen arbeiten.
"Als Gesellschaft entdecken wir gerade wieder, wie wichtig die Themen
Krisenvorsorge und Prävention sind", betont DGUV-Hauptgeschäftsführer Fasshauer.
Zu einer guten Sicherheitskultur gehöre auch das Wissen, was im Notfall zu tun
sei. Die gesetzliche Unfallversicherung unterstütze die Betriebe hierbei konkret
- zum Beispiel, indem sie jährlich über 2 Millionen Arbeitnehmende in Erster
Hilfe und rund 100.000 als Sicherheitsbeauftragte qualifiziere, die diese
Funktionen zusätzlich zu ihrer betrieblichen Tätigkeit übernehmen.
"Krisenfestigkeit beginnt auch am Arbeitsplatz", so Fasshauer, "mit Strukturen,
die im Ernstfall sofort wirken: Ersthelfende, Brandschutzhelfende,
Sicherheitsbeauftragte und klare Abläufe für Notfälle. Dieses Wissen nehmen die
Beschäftigten natürlich auch mit - in den Alltag, ins Ehrenamt, ins Private. So
wird nachhaltige Krisenkompetenz auch in die Breite getragen."
Weitere Ergebnisse DGUV Barometer Arbeitswelt 2026
- Als Unfallrisiken am eigenen Arbeitsplatz geben die Befragten mehrheitlich
Risiken durch Stolpern, Rutschen und Stürzen (53 Prozent) an. Je rund ein
Fünftel sieht am eigenen Arbeitsplatz Unfallrisiken durch Bedrohung,
Übergriffe oder Gewalt (22 Prozent) beziehungsweise durch den Umgang mit
Werkzeugen (21 Prozent) oder Maschinen (21 Prozent). Risiken durch Gewalt
nennen besonders häufig Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, im
Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Bildungseinrichtungen.
- Mit Blick auf Belastungen bei der Arbeit werden am häufigsten Stress durch
organisatorische Faktoren wie häufige Unterbrechungen, hohe Arbeitsintensität
oder unklare Zuständigkeiten genannt. Dies gibt die Hälfte der Befragten an.
Etwa ein Drittel der Befragten berichtet von Belastungen, die sich aus den
Arbeitsinhalten und -aufgaben (zum Beispiel fehlende Handlungsspielräume und
Informationen) oder sozialen Beziehungen (fehlende Unterstützung, mangelnde
Anerkennung) ergeben. Etwa ein Fünftel erlebt Belastungen als Folge der
Arbeitszeitgestaltung (zum Beispiel fehlende Pausenzeiten), der
Arbeitsumgebung (Lärm, Beleuchtung) oder körperlicher Arbeit (schweres Heben
und Tragen). Ein Fünftel gibt an, keinen der genannten Belastungen ausgesetzt
zu sein.
- In Zukunft werden nach Ansicht der Befragten vor allem Risiken durch eine
erhöhte psychische Belastung (60 Prozent) und veränderte Altersstrukturen (48
Prozent) zunehmen. 45 Prozent rechnen damit, dass Risiken durch Cyberangriffe
zunehmen. Dass Gefährdungen durch klimatische Veränderungen wachsen, glauben
insbesondere Beschäftigte im Baugewerbe. Steigende Risiken durch Künstliche
Intelligenz erwarten vor allem Beschäftigte im Finanz- und
Versicherungssektor.
- Rund zwei Drittel der Befragten bewerten die wirtschaftliche Situation ihres
Arbeitgebers als sehr gut oder gut. Als größte wirtschaftliche
Herausforderungen für das eigene Unternehmen sieht die Mehrheit ein Übermaß an
Bürokratie (56 Prozent), gefolgt von Personal- und Fachkräftemangel (51
Prozent) und Inflation (41 Prozent). Am häufigsten geben Beschäftigte in der
öffentlichen Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen an, unter einem
Übermaß an Vorschriften und Personalmangel zu leiden.
Hintergrund zur Befragung durch forsa
Das DGUV Barometer Arbeitswelt
(https://publikationen.dguv.de/DguvWebcode?query=p022474) untersucht Belastungen
und Unfallrisiken im Arbeitsalltag, die Krisenfestigkeit von Unternehmen sowie
Veränderungen bei den Aufwendungen für Arbeitsschutz. Im Auftrag des
Spitzenverbands der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Deutsche
Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), führte forsa Gesellschaft für
Sozialforschung und statistische Analysen mbH für das DGUV Barometer Arbeitswelt
2026 eine bundesweite, repräsentative Befragung unter Erwerbstätigen in
Deutschland durch.
Insgesamt wurden 2.015 Erwerbstätige aus Unternehmen mit mindestens zwei
Mitarbeitenden befragt, darunter 544 Führungskräfte und Unternehmerinnen bzw.
Unternehmer. Die Befragung fand vom 6. bis 19. Februar 2026 im Panel
forsa.omninet statt. Die Ergebnisse lassen sich mit einer statistischen
Fehlertoleranz von ± 2,5 Prozentpunkten auf die Grundgesamtheit übertragen
werden.
PRESSEKONTAKT:
Stefan Boltz
Pressesprecher
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand
Glinkastraße 40, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 13001-1414
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