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Kempten, Konstanz, Potsdam (ots) - Der Druck auf die junge Generation steigt und
die Chancen, diesen gerecht zu werden, schwinden. Dauerkrisen, unsichere
berufliche Perspektiven, Schulden und mentaler Stress prägen die Lebenslage
vieler junger Menschen. Als Reaktion wenden sie sich den politischen Rändern zu
oder denken sogar daran, Deutschland zu verlassen. Das ist die zentrale
Botschaft der neunten Trendstudie "Jugend in Deutschland" von Simon Schnetzer,
Kilian Hampel und Nina Kolleck.
Die Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026" basiert auf einer soziografisch
repräsentativen Befragung von 2.012 jungen Menschen im Alter von 14 bis 29
Jahren, die im Zeitraum vom 09.01.2026 bis 09.02.2026 durchgeführt wurde.
Psychische Belastung erreicht neuen Höchststand
Die Studie wirft einen konkreten Blick auf aktuelle Lebensrealitäten junger
Menschen. Insgesamt wird deutlich, dass der seit Jahren anhaltende Krisenmodus,
geprägt von Krieg, Inflation, steigenden Wohnkosten und neuerdings auch von
US-Präsident Trump, immer mehr junge Menschen überfordert.
"Die Ergebnisse der Trendstudie zeigen auf dramatische Weise, wie sehr die
Belastungen der letzten Jahre den jungen Menschen zusetzen - in Form von Stress,
Erschöpfung und wachsender Perspektivlosigkeit", betont Studienleiter Simon
Schnetzer.
Der Anteil junger Menschen, die angeben, psychologische Unterstützung zu
benötigen, erreicht mit 29 Prozent einen neuen Höchstwert. Noch höher ist dieser
Wert bei jungen Frauen (34%), Studierenden (32%) und Erwerbslosen (42%).
Auffällig ist zudem, dass 60 Prozent der jungen Menschen eine suchtähnliche
Smartphonenutzung aufweisen und viele bei persönlichen Problemen zunehmend auf
KI-gestützte Beratungsangebote zurückgreifen.
Leistungsbereit - aber ohne klare Perspektive
Trotz der schwierigen Lage bleibt die Leistungsbereitschaft der jungen
Generation hoch. Die große Mehrheit ist bereit, zu arbeiten und Verantwortung zu
übernehmen. Gleichzeitig wachsen jedoch Zweifel, ob sich Leistung in Deutschland
noch lohnt.
Gerade in der Arbeitswelt zeigen sich bemerkenswerte Verschiebungen: Aufgrund
wirtschaftlicher Unsicherheiten und des voranschreitenden Einflusses von KI
bewerten junge Menschen ihre beruflichen Chancen deutlich schlechter als noch
zuvor. Dies führt auch dazu, dass die berufliche Ausbildung gegenüber einem
Studium deutlich an Attraktivität gewinnt. Viele junge Menschen setzen stärker
auf praxisnahe Qualifikationen und sichere Berufsperspektiven, weil die Sorge
vor Arbeitslosigkeit zunimmt.
Währenddessen bleibt die wirtschaftliche Situation angespannt. Der Anteil junger
Menschen, die Schulden haben, erreicht mit 23 Prozent einen neuen Höchststand.
Junge Menschen wünschen sich neben finanzieller Bildung insbesondere stabile
Zukunftsperspektiven, um sich langfristig abzusichern. Das Thema Wohnen
verschärft diese Entwicklung: Teure Mieten und knapper Wohnraum erschweren die
Lebenssituation für viele junge Menschen.
Die Folgen sind enorm: "Mit 21 Prozent plant jede fünfte junge Person konkret,
Deutschland zu verlassen, um im Ausland bessere Lebensbedingungen zu finden",
hebt der Autor Kilian Hampel, Universität Konstanz, hervor. Noch deutlicher
fällt der langfristige Trend aus: 41 Prozent können sich grundsätzlich
vorstellen, auszuwandern. "Die Studie unterstreicht, wie dringend junge Menschen
verlässliche Perspektiven für Arbeit, Wohnen und finanzielle Sicherheit
benötigen", so Hampel.
Politische Polarisierung nimmt zu
Parallel zur wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheit verschärft sich die
politische Polarisierung unter jungen Menschen. Die Studie zeigt eine deutliche
Verschiebung hin zu den politischen Rändern. Die Linke ist derzeit die
beliebteste Partei unter jungen Menschen (Sonntagsfrage: 25%), besonders unter
jungen Frauen. Gleichzeitig gewinnt die AfD vor allem bei jungen Männern an
Zustimmung.
Damit öffnet sich eine immer stärkere politische Kluft zwischen den
Geschlechtern. Junge Frauen orientieren sich zunehmend an linken politischen
Positionen, während junge Männer überdurchschnittlich häufig Parteien am rechten
Rand unterstützen.
"Der Protest der Jugend ist nicht laut, aber unter der Oberfläche braut sich
etwas zusammen, was langfristig Wirtschaft, Regionen und soziale
Sicherungssysteme gefährden kann", betont Studienautorin Nina Kolleck,
Universität Potsdam.
Forderung nach stärkerer Beteiligung der jungen Generation
Für den Jugendforscher Klaus Hurrelmann, Hertie School Berlin, zeigt die Studie
vor allem eines: Die junge Generation fühlt sich in gesellschaftlichen
Zukunftsfragen zu wenig beteiligt. Um das Vertrauen der jungen Generation
zurückzugewinnen, plädiert er für neue Formen der gesellschaftlichen und
politischen Beteiligung in Form von Generationendialogen zu allen kritischen
Fragen, die in der Studie von den jungen Menschen aufgerufen werden. Das Ziel
müsse sein, der jungen Generation mehr Vertrauen und mehr Verantwortung zu
geben, und damit die Leistungsbereitschaft zu stärken, die viele von ihnen
weiterhin deutlich artikulieren.
Information zur Trendstudie
Die neunte Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026 - Zukunft unter Druck"
basiert auf einer repräsentativen Befragung von 2.012 Personen im Alter von 14
bis 29 Jahren. Die Längsschnittstudie wurde 2010 gegründet und wird seit dem
Jahr 2020 in regelmäßigem Abstand wiederholt. Dialogische Validierung der
Studienergebnisse erfolgt durch Schul- und Zukunftsworkshops sowie durch
Fachkommentare von Expert:innen.
Die Trendstudie wird vom Datajockey Verlag (Kempten) unter der Leitung des
Jugendforschers Simon Schnetzer herausgegeben und fachlich von Dr. Kilian
Hampel, Prof. Dr. Nina Kolleck und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann begleitet. Der
Verlag finanziert die Durchführung der Studie durch den Studienverkauf.
https://www.jugend-in.de
Pressekontakt:
Pressekontakt für die Trendstudie und für Simon Schnetzer aus
organisatorischen Gründen bitte nur bei der im freiberuflichen Mandat
agierenden Pressesprecherin
Ulrike Propach Kommunikationsmanagement (freie Journalistin BJV e.V.)
presse@simon-schnetzer.com
Mobil +49 178 41 55 391
V.i.S.d.P. für die Pressemeldung "Trendstudie Jugend in
Deutschland" 2026 ist Simon Schnetzer.
Weitere Informationen:
https://www.simon-schnetzer.com/team/simon-schnetzer
Der veröffentlichende Verlag der Studie ist der Datajockey Verlag,
Kempten im Allgäu
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/150777/6243051
OTS: Simon Schnetzer / Studie "Jugend in Deutschland"
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