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Berlin (ots) - Die Behauptung, Mineralölunternehmen verlangten überzogene
Kraftstoffpreise, hält den Fakten nicht Stand. Um populären Behauptungen zur
Preisbildung entgegenzutreten, hat der en2x - Wirtschaftsverband Fuels und
Energie ein Informationspaket mit aktuellen Daten und Schlussfolgerungen
zusammengestellt.
Der Irankonflikt hat eine erhebliche Störung der globalen Ölversorgung
hervorgerufen. Die Auswirkungen machen sich weltweit durch gestiegene
Kraftstoffpreise bemerkbar. "Wir verstehen den Unmut darüber. Doch Tatsache ist,
dass die Ursache im Krieg und der faktischen Schließung der Straße von Hormus
liegt, über die sonst etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Rohöls und der
daraus hergestellten Erdölprodukte bewegt werden", sagt
en2x-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen. Dass der Mineralölbranche
Preistreiberei vorgeworfen werde, sei eine Folge von vier populären Behauptungen
zur Preisbildung. Der en2x hat diese "Mythen" einem Realitätscheck unterworfen
und stellt klar:
Benzin- und Dieselpreis folgen den Produktmärkten, nicht allein dem Rohölpreis.
Es ist falsch, dass die Entwicklung der Preise für Benzin und Diesel dem
Rohölpreis folgen muss. Entscheidend für die Tankstellenpreise sind vielmehr die
Produktpreise für Benzin und Diesel, die an internationalen Handelsplätzen
notiert werden. Das gilt auch jetzt in der Nahostkrise. Der Rohölpreis ist nur
ein Faktor unter vielen, die die Produktpreise beeinflussen. Gerade der deutlich
stärkere Preisanstieg beim Diesel ist Folge einer globalen Diesel-Knappheit und
eines hierzulande im Vergleich zu Benzin deutlich größeren Importbedarfs.
Hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland. Nicht die Mineralölwirtschaft trägt
die Verantwortung für die hohen Kraftstoffpreise in Deutschland. Es dominieren
staatliche Abgaben und Kosten: Diese machen rund zwei Drittel am Benzinpreis und
mehr als die Hälfte am Dieselpreis aus. Im europäischen Vergleich sind
Energiesteuer und Treibhausgas (THG)-Quotenkosten besonders hoch; hinzu kommt
der CO2-Preis aus dem nationalen Emissionshandel, den es sonst nur noch in
Österreich gibt. Weitere Preisbestandteile wie Lagerung, Transport, Verwaltung,
Marketing und Vertrieb inklusive Marge haben den geringsten Anteil und sind
weitgehend konstant. Preissteigerungen an Tankstellen spiegeln gestiegene
Einkaufspreise für Kraftstoffe zum Wiederbeschaffungswert wider. Das erklärt
auch die schnellen Preissteigerungen zu Krisenbeginn.
Deutliche Preissteigerungen auch in Nachbarländern. Oft heißt es, der im
Vergleich zu anderen EU-Ländern schnellere und stärkere Preisanstieg in
Deutschland sei Folge eines nicht funktionierenden Wettbewerbs. Doch zahlreiche
Länder weisen vergleichbare Preissteigerungen auf, die teilweise bloß mit
zeitlicher Verzögerung erfolgen. Die Preisbildung funktioniert in jedem Land
anders. In manchen Märkten gibt es offizielle oder informelle Preisregulierungen
bis hin zu Preisdeckeln sowie Selbstverpflichtungen von Unternehmen mit
staatlicher Beteiligung. Zudem sind die Möglichkeiten, Produkte zu importieren
oder zu exportieren, sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Überwiegende Trennung zwischen Raffinerie- und Tankstellenunternehmen. Ein
Vorwurf lautet, es herrsche kein Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt, da die
Raffinerieunternehmen und Tankstellen in Deutschland in gleicher Hand seien. Das
Gegenteil ist richtig: Mehr als 70 Prozent der Raffineriekapazitäten in
Deutschland werden von Unternehmen ohne eigenes Tankstellennetz betrieben.
Umgekehrt gehören rund 65 Prozent aller Tankstellen im Inland zu
Unternehmensgruppen, die hier keine Raffinerien betreiben. Aktuelle politische
Entscheidungen beruhen daher auf falschen Annahmen. Vielmehr hat in den
vergangenen Jahren der Grad der vertikalen Integration im Tankstellenmarkt sogar
abgenommen.
Den vollständigen Realitätscheck mit zahlreichen Grafiken finden Sie unter https
://en2x.de/wp-content/uploads/2026/03/en2x_Realitaetscheck_Kraftstoffmarkt.pdf .
Pressekontakt:
Rainer Diederichs, Alexander von Gersdorff
en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.
Georgenstraße 24
10117 Berlin
mailto:presse@en2x.de; http://www.en2x.de/presse
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/159634/6243501
OTS: en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.
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