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Realitätscheck zu Tankstellenpreisen / Verband en2x stellt Vorurteile auf den Prüfstand

25.03.2026 19:50 Uhr en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.

Berlin (ots) - Die Behauptung, Mineralölunternehmen verlangten überzogene Kraftstoffpreise, hält den Fakten nicht Stand. Um populären Behauptungen zur Preisbildung entgegenzutreten, hat der en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie ein Informationspaket mit aktuellen Daten und Schlussfolgerungen zusammengestellt.

Der Irankonflikt hat eine erhebliche Störung der globalen Ölversorgung hervorgerufen. Die Auswirkungen machen sich weltweit durch gestiegene Kraftstoffpreise bemerkbar. "Wir verstehen den Unmut darüber. Doch Tatsache ist, dass die Ursache im Krieg und der faktischen Schließung der Straße von Hormus liegt, über die sonst etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Rohöls und der daraus hergestellten Erdölprodukte bewegt werden", sagt en2x-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen. Dass der Mineralölbranche Preistreiberei vorgeworfen werde, sei eine Folge von vier populären Behauptungen zur Preisbildung. Der en2x hat diese "Mythen" einem Realitätscheck unterworfen und stellt klar:

Benzin- und Dieselpreis folgen den Produktmärkten, nicht allein dem Rohölpreis. Es ist falsch, dass die Entwicklung der Preise für Benzin und Diesel dem Rohölpreis folgen muss. Entscheidend für die Tankstellenpreise sind vielmehr die Produktpreise für Benzin und Diesel, die an internationalen Handelsplätzen notiert werden. Das gilt auch jetzt in der Nahostkrise. Der Rohölpreis ist nur ein Faktor unter vielen, die die Produktpreise beeinflussen. Gerade der deutlich stärkere Preisanstieg beim Diesel ist Folge einer globalen Diesel-Knappheit und eines hierzulande im Vergleich zu Benzin deutlich größeren Importbedarfs.

Hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland. Nicht die Mineralölwirtschaft trägt die Verantwortung für die hohen Kraftstoffpreise in Deutschland. Es dominieren staatliche Abgaben und Kosten: Diese machen rund zwei Drittel am Benzinpreis und mehr als die Hälfte am Dieselpreis aus. Im europäischen Vergleich sind Energiesteuer und Treibhausgas (THG)-Quotenkosten besonders hoch; hinzu kommt der CO2-Preis aus dem nationalen Emissionshandel, den es sonst nur noch in Österreich gibt. Weitere Preisbestandteile wie Lagerung, Transport, Verwaltung, Marketing und Vertrieb inklusive Marge haben den geringsten Anteil und sind weitgehend konstant. Preissteigerungen an Tankstellen spiegeln gestiegene Einkaufspreise für Kraftstoffe zum Wiederbeschaffungswert wider. Das erklärt auch die schnellen Preissteigerungen zu Krisenbeginn.

Deutliche Preissteigerungen auch in Nachbarländern. Oft heißt es, der im Vergleich zu anderen EU-Ländern schnellere und stärkere Preisanstieg in Deutschland sei Folge eines nicht funktionierenden Wettbewerbs. Doch zahlreiche Länder weisen vergleichbare Preissteigerungen auf, die teilweise bloß mit zeitlicher Verzögerung erfolgen. Die Preisbildung funktioniert in jedem Land anders. In manchen Märkten gibt es offizielle oder informelle Preisregulierungen bis hin zu Preisdeckeln sowie Selbstverpflichtungen von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung. Zudem sind die Möglichkeiten, Produkte zu importieren oder zu exportieren, sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Überwiegende Trennung zwischen Raffinerie- und Tankstellenunternehmen. Ein Vorwurf lautet, es herrsche kein Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt, da die Raffinerieunternehmen und Tankstellen in Deutschland in gleicher Hand seien. Das Gegenteil ist richtig: Mehr als 70 Prozent der Raffineriekapazitäten in Deutschland werden von Unternehmen ohne eigenes Tankstellennetz betrieben. Umgekehrt gehören rund 65 Prozent aller Tankstellen im Inland zu Unternehmensgruppen, die hier keine Raffinerien betreiben. Aktuelle politische Entscheidungen beruhen daher auf falschen Annahmen. Vielmehr hat in den vergangenen Jahren der Grad der vertikalen Integration im Tankstellenmarkt sogar abgenommen.

Den vollständigen Realitätscheck mit zahlreichen Grafiken finden Sie unter https ://en2x.de/wp-content/uploads/2026/03/en2x_Realitaetscheck_Kraftstoffmarkt.pdf .

Pressekontakt:

Rainer Diederichs, Alexander von Gersdorff

en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. Georgenstraße 24 10117 Berlin

mailto:presse@en2x.de; http://www.en2x.de/presse

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/159634/6243501 OTS: en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.
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