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Neunkirchen (Siegerland)/ München (ots) - Umfrage von WISO MeinBüro und VGSD
zeigt: Schwache Planungssicherheit, hohe Abgaben und politische Frustration
prägen den Alltag vieler Selbstständigen
Die deutsche Wirtschaft sendet erste Signale der Erholung, doch bei vielen
Selbstständigen kommt davon bislang wenig an. Viele Selbstständige schätzen die
wirtschaftliche Lage als schlecht ein, ebenso wird das Geschäftsklima als
schlecht empfunden und die gefühlte Wertschätzung durch die Politik sinkt
erneut. Die Risiken zum Thema Scheinselbstständigkeit sind vielen noch nicht
bewusst. Welche politischen und bürokratischen Belastungen sie besonders stark
beschäftigen und mit welchem Maß an Zuversicht sie auf die kommenden Jahre
blicken, zeigt der neue Selbstständigen-Report 2026, den WISO MeinBüro gemeinsam
mit dem Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V. (VGSD) heute
veröffentlicht.
Bereits zum dritten Mal zeichnet der Report ein differenziertes Bild der
selbstständigen Unternehmer und Unternehmerinnen in Deutschland. Er macht
Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre sichtbar, beleuchtet regionale
Unterschiede und zeigt, welche Themen die Selbstständigen im Jahr 2026 besonders
bewegen. An der Online-Befragung beteiligten sich zwischen Mitte Dezember 2025
und Mitte Februar 2026 insgesamt 2684 Personen.
Die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage hat sich verschlechtert -
Brandenburg bildet eine Ausnahme
Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 um 0,2 Prozent gestiegen und
zeigt damit, dass die Volkswirtschaft wieder leicht wächst. Es zeigt aber nicht,
dass dieses Wachstum bei Soloselbstständigen, Freiberuflern, Handwerkern oder
kleinen Dienstleistern schon ankommt. Genau hier ist die Stimmung Anfang 2026
schlecht. Nur noch knapp 46 Prozent schätzen die Lage ihres Unternehmens als gut
bis hervorragend ein. Der Report zeigt einen deutlichen Abwärtstrend: 2024 waren
es noch 55 Prozent, im Jahr 2018 waren es sogar 60 Prozent.
In 15 von 16 Bundesländern hat sich die wirtschaftliche Lage der Selbstständigen
nach Einschätzung der Befragten in den letzten zwei Jahren verschlechtert.
Nur in Brandenburg scheint sich die Lage gebessert zu haben: Dort bewerteten
rund 46 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens als
gut. Das ist eine leichte Verbesserung im Vergleich zur letzten Umfrage in 2024.
Seinerzeit lag der Anteil derer, die die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens
als gut bis hervorragend eingeschätzt haben, in Brandenburg bei 43 Prozent.
Verglichen mit 2018, ist die Zufriedenheit in dem Bundesland insgesamt dennoch
gesunken, denn damals waren noch 69 Prozent der Selbstständigen sehr zufrieden
mit ihrer wirtschaftlichen Situation. In 2018 war Brandenburg das Bundesland mit
den meisten Selbstständigen, die ihre wirtschaftliche Lage als mindestens gut
beurteilt haben. Thüringen hingegen bildet 2026 das Schlusslicht. Nur rund 37
Prozent der Befragten bewerten die wirtschaftliche Lage als gut oder
hervorragend.
Im Rahmen dieser Studie wurde auch nach der Parteinähe gefragt. Rund 32 Prozent
der Befragten fühlten sich zum Untersuchungszeitpunkt dieser Studie den Grünen
am nächsten. Rund 15 Prozent der Befragten fühlen sich der CDU / CSU nahe,
gefolgt von der FDP mit 12,6 Prozent. Die AfD fand 9,5 Prozent Zustimmung, die
Linke 7 Prozent, die SPD 5,7 Prozent und das BSW lag bei 1,8 Prozent. Rund 16
Prozent gaben sonstige Parteien als Präferenz an.
Region und Geschlecht beeinflussen Jahresumsatz und Stundenlohn weiterhin, aber
die Frauen passen ihren Preis an
Rund ein Drittel der Frauen, nämlich 28,6 Prozent, planen für 2026 einen
Jahresumsatz zwischen 25.001-50.000 Euro. Ein knappes weiteres Drittel, 27,4
Prozent, peilen einen Jahresumsatz zwischen 50.001-100.000 Euro an. 10,1 Prozent
streben danach, nach einem Jahresumsatz zwischen 100.001-150.000 Euro zu
erreichen.
Von den selbstständigen Männern erwarten 14,7 Prozent einen Jahresumsatz
zwischen 25.001-50.000 Euro, hingegen planen 22,2 Prozent einen Jahresumsatz
zwischen 50.001-100.000 Euro. Einen Umsatz von 100.001-150.000 Euro streben 18,8
Prozent an. Frauen planen einen wesentlich geringeren Jahresumsatz als die
Männer. Dieses Bild zeigte sich in den vergangenen beiden Reports ebenfalls. Die
Umfrage hat aber auch gezeigt, dass Frauen deutlich weniger Wochenstunden in
ihrer selbstständigen Tätigkeit arbeiten als Männer. So liegt bei den Männern
die durchschnittliche Arbeitszeit bei 37,9 Stunden pro Woche und bei den Frauen
bei 33,3 Stunden pro Woche. Dies könnte eine Erklärung für das geringere
geplante Jahreseinkommen darstellen.
Ein Viertel der männlichen Selbstständigen und mittlerweile 21,1 Prozent der
weiblichen Selbstständigen rufen einen Stundensatz zwischen 76 und 100 Euro auf.
Das ist ein Fortschritt: Die letzte Umfrage aus 2024 zeigte noch, dass die
meisten Frauen einen Stundensatz zwischen 51 und 75 Euro erzielten.
In Sachsen-Anhalt sind die Stundensätze am geringsten. Knapp 21,7 Prozent der
befragten Selbstständigen - so viele wie sonst nirgendwo - geben an, ein
Stundenhonorar von höchstens 20 Euro in Rechnung zu stellen. Vor zwei Jahren war
Brandenburg das Schlusslicht.
Geschäftsklima für Selbstständige wird als schlecht empfunden, gefühlte
Wertschätzung durch die Politik sinkt erneut
Unter den Befragten bewerten rund 20 Prozent das Geschäftsklima für ihre
Selbstständigkeit in Deutschland als sehr schlecht, 42 Prozent als schlecht und
knapp 33 Prozent als mittel.
Rund 90 Prozent der Befragten teilten mit, dass sie sich als Selbstständige
überhaupt nicht bis wenig von der Politik respektiert fühlen. Was die empfundene
Wertschätzung durch die Politik betrifft, so fühlten sich im Jahr 2018 bereits
80 Prozent der Befragten von der Politik wenig oder gar nicht respektiert. 2024
stieg der Anteil auf 87 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen einen wachsenden
Frust einer wichtigen Gruppe der Wirtschaft und sind ein deutliches Signal an
die Politik.
Mehr als drei Viertel der Selbstständigen, 76,4 Prozent, wünscht sich mehr
Respekt für den Beitrag zu Wirtschaft und Gesellschaft, gefolgt von dem Wunsch
nach einer fairen Beitragsbemessung bei der gesetzlichen Krankenversicherung und
nach einer Gleichbehandlung von Selbstständigen und Angestellten in Bezug auf
die Beiträge zur Krankenkasse, 63,7 Prozent.
"Selbstständige erwarten keine Sonderbehandlung, wollen aber auch nicht ständig
schlechter behandelt werden. Insbesondere bei der Berechnung der Kranken- und
Pflegeversicherungsbeiträge erleben freiwillig Versicherte seit Jahren eine
massive Benachteiligung gegenüber Angestellten. Für uns ist es
selbstverständlich, dass wir als Selbstständige sowohl Arbeitgeber- als auch
Arbeitnehmeranteil tragen müssen, aber tatsächlich zahlen Selbstständige
mindestens noch einmal 20 Prozent zusätzlich", sagt Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.
Zur Erklärung: Ein Angestellter mit 3.000 Euro Bruttogehalt kostet seinen
Arbeitgeber wegen der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung tatsächlich ca.
3.600 Euro. Seinen Krankenkassenbeitrag zahlt er aber nur auf die 3.000 Euro.
Ein Selbstständiger mit 3.600 Euro Gewinn - aus dem er die gleichen Kosten
decken muss - zahlt seine Beiträge auf die vollen 3.600 Euro. Er zahlt also
Beiträge auf Geld, das eigentlich für seine Sozialversicherung gedacht ist -
eine Art "Beitrag auf den Beitrag". Wirklich bemerkenswert ist aber, dass
Selbstständige im Gegensatz zu Angestellten oft auch auf private Einnahmen wie
Mieten oder Zinsen Krankenkassenbeiträge zahlen müssen.
Insbesondere Teilnehmer, die sich der AfD nahe fühlen, fühlen sich von der
Politik nicht respektiert. Knapp 66 Prozent gaben dies an. Die Befragten, die
sich den Grünen am nächsten fühlen, gaben lediglich zu 33,6 Prozent an, sich
nicht respektiert zu fühlen. Jene Befragte, die sich der CDU nahe fühlen, gaben
zu 26,1 Prozent und jene, die sich der SPD nahe fühlen, zu 20,4 Prozent an, sich
von der Politik nicht respektiert zu fühlen.
Auswandern als Reaktion auf Bürokratie und Steuern?
Rund 38 Prozent der Befragten haben in den letzten zwei Jahren darüber
nachgedacht, auszuwandern. Knapp sechs Prozent haben bereits konkrete
Auswanderungspläne.
Bürokratie ist der potenzielle Auswanderungsgrund Nummer eins, genannt von 41,6
Prozent. Für weitere knapp 40 Prozent der Befragten sind es die Steuern, die sie
veranlassen würden, die Koffer zu packen. Hohe Lebenshaltungskosten wären für
etwas mehr als 30 Prozent ein Grund, Deutschland zu verlassen. Knapp 20 Prozent
würde ein mögliches Statusfeststellungsverfahren, also ein offizielles
Prüfverfahren, mit dem geklärt wird, ob eine Person selbstständig tätig oder
sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, ins Ausland treiben.
"Wenn fast vier von zehn Selbstständigen über Auswanderung nachdenken, ist das
kein Randphänomen mehr, sondern ein Warnsignal. Viele gehen nicht, weil sie
Deutschland den Rücken kehren wollen, sondern weil sie sich von Bürokratie,
Abgaben und rechtlicher Unsicherheit zermürbt fühlen. Deutschland als
Wirtschaftsstandort verliert, wenn Selbstständige ihre Energie nicht in Kunden
und Innovation, sondern in Formularlogik und Abgrenzungsfragen stecken müssen.
Und Deutschland verliert erst recht, wenn hoch qualifizierte Wissensarbeiter und
Wissensarbeiterinnen sich gezwungen sehen, ins Ausland abzuwandern", warnt Dr.
Andreas Lutz, VGSD e. V.
Als größte bürokratische Hürde wird von einem Drittel der Befragten das
Steuerrecht im Allgemeinen empfunden, gefolgt von der Steuererklärung (14,4
Prozent), dem Statusfeststellungsverfahren (13,8 Prozent) und der Buchführung
(13,5 Prozent).
Scheinselbstständigkeit - die Risiken sind hoch, doch weiterhin nicht allen
bewusst
Die Dringlichkeit des Themas Scheinselbstständigkeit scheint bei vielen
Befragten noch nicht angekommen zu sein. Nur knapp 16 Prozent mussten bereits
ein Statusfeststellungsverfahren zur Prüfung der Scheinselbstständigkeit
durchlaufen.
Ein Viertel der Befragten hat bereits Aufträge verloren oder weiß, dass Aufträge
nicht zustande gekommen sind, weil der Auftraggeber Angst vor einer
Rentenversicherungsprüfung und der Verpflichtung zur Nachzahlung von
Sozialversicherungsbeiträgen hatte. Rund drei Vierteln ist nicht bekannt, ob sie
in der Vergangenheit aus diesem Grund eventuell Aufträge nicht erhalten haben.
Befragt nach den Negativkriterien für eine Einordnung als Scheinselbstständiger,
glauben 72 Prozent, dass das Vorhandensein mehrerer Auftraggeber eine
Scheinselbstständigkeit widerlegen würde. Sie irren sich. Denn entgegen der
Annahme der meisten Befragten sind mehrere Auftraggeber kein ausreichender Grund
dafür, eine Scheinselbstständigkeit zu widerlegen.
Es gibt schlichtweg keine Positivkriterien, also Kriterien, die klar zeigen,
dass jemand selbstständig ist. Es gibt lediglich Kriterien, die für eine
Scheinselbstständigkeit sprechen. Im Prüfverfahren wird immer nur ein
Auftraggeber konkret angeschaut. Dieses Verfahren birgt Unsicherheiten bei den
Selbstständigen.
Aufgrund eines theoretisch möglichen Statusfeststellungsverfahrens haben 18
Prozent der Befragten bereits darüber nachgedacht, ihre Selbstständigkeit zu
beenden, fast genauso viele haben darüber nachgedacht, ihre Selbstständigkeit
ins Ausland zu verlegen und zehn Prozent der Befragten haben sogar bereits ein
Angebot für eine Festanstellung erhalten. Das Damoklesschwert der
Scheinselbstständigkeit war für sechs Prozent der Grund für zusätzliche
Investitionen oder für eine Weiterbildung. Insgesamt 65 Prozent aber lassen sich
von einem möglichen Statusfeststellungsverfahren nicht bedrohen.
"Die Umfrage zeigt, dass noch immer viele Selbstständige glauben, das Thema
Scheinselbstständigkeit betreffe vor allem andere. Das ist ein gefährlicher
Irrglaube. Denn ein Statusfeststellungsverfahren kann jeden treffen, der
selbstständig arbeitet - unabhängig von der Branche oder der Anzahl der
Auftraggeber. Die Unsicherheit auf Auftraggeberseite ist groß und verhindert die
Auftragsvergabe an Solo-Selbstständige von Vornherein. Genau deshalb braucht es
endlich eine branchenübergreifende Reform der Statusfeststellung und klare
Regeln für die Abgrenzung selbstständiger Arbeit von einem
Anstellungsverhältnis. Diese Unsicherheit trifft weit über den Bildungsbereich
hinaus Branchen wie IT, Kreativwirtschaft, Beratung und Gesundheitswesen", so
Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.
Viele Selbständige arbeiten auch im Rentenalter
Ein Trend zeichnet sich ab: Mehr als die Hälfte der Befragten, 55,6 Prozent,
gaben an, bis über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Die
Gründe dafür sind einerseits existenzieller Natur: So sagen rund 44 Prozent,
dass sie auf Zuverdienst angewiesen seien und deshalb weiter arbeiten würden.
Währenddessen wollen rund 35 Prozent aus reiner Freude weiterarbeiten und 13,2
Prozent möchten sich durch ihre Tätigkeit geistig fit halten.
"Dass so viele Selbstständige über das Rentenalter hinaus arbeiten wollen oder
müssen, hat zwei Seiten: Für viele ist Arbeit Teil ihrer Identität, für andere
ist sie wirtschaftliche Notwendigkeit. Umso wichtiger ist es, faire Regeln zu
schaffen. Zum einen braucht es faire Honorare und Sozialversicherungsbeiträge,
damit Selbstständige ausreichend fürs Alter vorsorgen können: Gerade in sozialen
Berufen, in denen der Staat das Honorar festlegt, reicht das Geld für eine
auskömmliche Rente oft nicht aus. Zum anderen darf nicht sein, dass gerade
diejenigen, die eigenverantwortlich vorsorgen und auch im Alter weiter Leistung
bringen, steuerlich und sozialpolitisch schlechter behandelt werden als
Angestellte", meint Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.
Mehr als die Hälfte der Befragten, 52,4 Prozent, investiert bis zu 500 Euro
monatlich in die Altersvorsorge. 25,8 Prozent legen 501 bis 1000 Euro zur Seite,
11,1 Prozent spart 1001 bis 1500 Euro, 5,2 Prozent investiert sogar 1501 bis
2000 Euro und 5,6 Prozent spart mehr als 2000 Euro.
Rund 85,5 Prozent finden, dass die Sozialversicherungsbeiträge fairer berechnet
werden sollten. Nur vier Prozent sagen, dass die Berechnung fair gestaltet ist.
Hier zeigen die Daten einen Trend: Im Jahr 2024 waren es rund 83 Prozent der
Selbstständigen, die mitunter erheblichen Verbesserungsbedarf bei der sozialen
Absicherung sahen. In 2018 lag der Anteil bei 82,4 Prozent.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Aktivrente. Rentner können bis zu 2.000 Euro
monatlich steuerfrei dazuverdienen, wenn sie in einem Angestelltenverhältnis
sind. Selbstständige Rentnerinnen und Rentner dagegen sind weiterhin voll
steuerpflichtig. Rund 81 Prozent der Befragten finden das ungerecht.
"Angestellte, die im Alter weiterarbeiten, können monatlich bis zu 2.000 Euro
steuerfrei hinzuverdienen - Selbstständige bleiben außen vor. Dass sie von
diesem Steueranreiz nicht profitieren dürfen, empfinden viele Selbstständige
zurecht als ungerecht. Zumal sie die Aktivrente über ihre Steuergelder
mitfinanzieren. Die Regierung tut alles, um Fachkräfte möglichst lange im
Arbeitsmarkt zu halten - und übersieht dabei, dass sie Millionen hoch
qualifizierte Selbstständige mit ihren Entscheidungen vor den Kopf stößt. Diese
Benachteiligung aufgrund der Erwerbsform muss aufhören: Die Politik sollte die
Aktivrente schnellstmöglich auch für Selbstständige öffnen", erklärt Dr. Andreas
Lutz, VGSD e.V.
Selbstbestimmung und Flexibilität wichtiger als unregelmäßige Aufträge und
dauerhaft hohe Abgaben
Die Hauptmotivationen, selbstständig zu sein, sind - wie auch bei den letzten
beiden Befragungen - eigenbestimmtes Arbeiten und flexible Arbeitszeiten. Und
die Motivation ist gestiegen. Gaben bei der Befragung im Jahr 2018 rund 45
Prozent der Teilnehmer das selbstbestimmte Arbeiten als eine der
Hauptmotivationen ihrer Selbstständigkeit an, waren es 2024 mit 92,2 Prozent
mehr doppelt so viel. Heute sind es 89,2 Prozent. Ebenso war im Jahr 2018 für
rund 27 Prozent die Möglichkeit des flexiblen Arbeitens am wichtigsten, 2024
waren dies für 72,1 Prozent das entscheidende Kriterium und heute ist es für
62,1 Prozent der wichtigste Grund.
Die hohe Selbstbestimmung durch Freiheit und Flexibilität kann mit einer
geringeren Vorhersehbarkeit der Einnahmen einhergehen. Am meisten Sorgen macht
den Befragten in diesem Jahr die Unplanbarkeit der Aufträge und Kunden, 40,9
Prozent, gefolgt von einer dauerhaft hohen Abgabeverpflichtung in Zeiten
schwankender Einnahmen, 39,5 Prozent.
Dennoch würden sich mehr als 83,3 Prozent der Befragten wieder selbstständig
machen. Mehr als die Hälfte, 57,2 Prozent, denkt überhaupt nicht daran, in ein
Angestelltenverhältnis zu wechseln, etwas mehr als 37,1 Prozent kommen manchmal
ins Grübeln und knapp sechs Prozent planen es.
Viel Heimatliebe, viel Pragmatismus, wenig Zuversicht
Befragt nach ihrer Perspektive für die kommenden fünf Jahre, sehen sich fast 90
Prozent der Befragten weiterhin in Deutschland. Knapp ein Drittel davon
erwartet, dass die eigene finanzielle Lage unverändert bleibt. Ein Viertel
erwartet eine Verbesserung der persönlichen finanziellen Situation, knapp 22
Prozent befürchten eine verschlechterte finanzielle Lage. 14 Prozent schätzen,
dass sie ihre selbstständige Arbeit aufgegeben haben werden.
Von den 11,3 Prozent, die sich in fünf Jahren im Ausland sehen, erwarten 7,5
Prozent eine Verbesserung ihrer persönlichen finanziellen Situation.
So zieht Dr. Andreas Lutz, VGSD e. V., das Fazit: "Die Ergebnisse zeigen eine
Mischung aus dem für Selbstständige typischen Unternehmergeist, Resilienz und
Durchhaltevermögen einerseits und einem hohen Maß an Frustration über die
politischen Rahmenbedingungen andererseits. Viele Selbstständige blicken nicht
optimistisch, aber sehr realistisch auf die Zukunft: Sie erkennen die
Herausforderungen der Zeit, leiten Maßnahmen ab, treiben ihr Geschäft aktiv
voran und tragen auch in schwierigen Zeiten Verantwortung. Dieses Potenzial für
Wirtschaft und Gesellschaft muss die Politik erkennen und nutzen - und
Bedingungen schaffen, die es ihnen nicht weiter unnötig schwer machen. Genau
darin liegt die politische Botschaft dieses Reports."
Der gesamte Report sowie weitere Informationen stehen unter dem folgenden Link
zum kostenlosen Download bereit:
https://www.meinbuero.de/selbststaendigen-report-2026/
Über WISO MeinBüro
WISO MeinBüro bietet umfassende SaaS-Lösungen für Selbstständige und
Kleinunternehmer an. Die cloudbasierte Software vereint alle zentralen
Funktionen in einer Anwendung - von der Rechnungsstellung über das
Dokumentenmanagement bis hin zu Lösungen für die Zusammenarbeit mit der
Steuerkanzlei. Mit seinem eigenen, nach VdS-10.000-zertifizierten Rechenzentrum
in Deutschland stellt das Unternehmen sicher, dass sämtliche Kundendaten nach
höchsten Sicherheitsstandards verschlüsselt und aufbewahrt werden.
Mehr Informationen unter https://www.meinbuero.de/
Über den VGSD
Der VGSD e. V. vertritt die Interessen von Solo- und Kleinstunternehmern,
Gründern sowie Teilzeit-Selbstständigen in Deutschland. Der 2012 gegründete
Verband zählt aktuell rund 5.750 Vereins- und etwa 15.000 Communitymitglieder.
Der VGSD setzt sich für Rechtssicherheit ein (in Bezug auf
Scheinselbstständigkeit), für faire Sozialversicherungsbeiträge, eine sinnvolle
Ausgestaltung der geplanten Altersvorsorge-Pflicht, für weniger unnötige
Bürokratie und eine sinnvolle Gründungsförderung. Der Vorstandsvorsitzende Dr.
Andreas Lutz ist zugleich Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft
Selbstständigenverbände (BAGSV).
Mehr Informationen unter https://www.vgsd.de/
Pressekontakt:
PIABO Communications
Sabine Blumrich
mailto:presse@meinbuero.de
+49 30257620515
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/163929/6243701
OTS: WISO MeinBüro
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