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Bonn (ots) -
- Gemeinsame Untersuchung der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA), der
Industriegewerkschaft IGBCE und der zum UN-Beraterkreis gehörenden Denkfabrik
Diplomatic Council (DC)
- Studienleiter Harald Müller: "Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter sollten
sich zügig auf Leitplanken für den betrieblichen Einsatz dieser neuen
Technologien verständigen."
- Thomas Meiers, Landesbezirksleiter NRW der IGBCE: "Künstliche Intelligenz und
Robotik werden zu zentralen Themen der Mitbestimmung in den kommenden Jahren.
Für uns ist klar: Diese Entwicklung darf nicht über die Köpfe der
Beschäftigten hinweg stattfinden. Mitbestimmung ist kein nachgelagerter
Prozess, sondern Voraussetzung für den Einsatz dieser Technologien."
Persönlichkeitsschutz, Qualifizierung und Ethik gehören aus gewerkschaftlicher
Sicht zu den wichtigsten Themen für die betriebliche Mitbestimmung beim Einsatz
von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotern in den Unternehmen. Dies hat eine
gemeinsame Studie der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA), der
Industriegewerkschaft IGBCE (Bergbau, Chemie, Energie) und der Denkfabrik
Diplomatic Council (DC), die zum engsten Beraterkreis der Vereinten Nationen
gehört (UN Consultative Status), zutage gefördert. Bei einer aktuellen Umfrage
unter 150 Gewerkschaftsfunktionären und Arbeitgebervertretern nannten mehr als
drei Viertel der Befragten (76 Prozent) den Datenschutz und die
Persönlichkeitsrechte als besonders wichtig für die Mitbestimmung, wenn KI und
Robotik in den Betrieben zum Einsatz kommen. 69 Prozent (Mehrfachnennungen waren
erwünscht) hoben die besondere Bedeutung der Qualifizierung und Weiterbildung
für die von den neuen Technologien Betroffenen hervor. An dritter Stelle stehen
laut Umfrage ethische Leitlinien für den KI-Einsatz im Unternehmen. Als
ebenfalls wichtig für die Mitbestimmung bei Künstlicher Intelligenz und Robotik
stufen die Befragten den Arbeits- und Gesundheitsschutz (52 Prozent) sowie
Arbeitszeitregelungen (33 Prozent) ein.
Studienleiter Harald Müller, Geschäftsführer der BWA und Co-Chairman im
Diplomatic Council mit Zuständigkeit für das Themenfeld KI+Robotik, sagt:
"Angesichts der Welle an KI-Robotern, die auf Deutschland in den nächsten Jahren
voraussichtlich zurollen wird, sollten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer heute
schon auf verbindliche Regeln für den Einsatz der neuen Blechgesellen mit
künstlichem Denkvermögen verständigen. Für die Unternehmen ist der Einsatz der
neuen Technologien unerlässlich, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Aber es gilt darauf zu achten, dass dabei nicht die Rechte der
Arbeitnehmerschaft auf der Strecke bleiben."
Thomas Meiers, Landesbezirksleiter NRW bei der IGBCE erklärt: "Für uns steht
fest: Der Mensch muss im Mittelpunkt bleiben. Technologische Entwicklungen
dürfen nicht dazu führen, dass Menschen zu reinen Ausführenden von Maschinen
werden. Gute Arbeit, Schutz der Persönlichkeit und faire Arbeitsbedingungen
müssen auch im digitalen Zeitalter gesichert sein."
Qualifizierungsoffensive für KI und Robotik
BWA-Chef Harald Müller regt unter anderem eine großangelegte
Qualifizierungsoffensive in Sachen KI und Robotik an. Er sagt: "Die
Belegschaften müssen rechtzeitig befähigt werden, die neuen Technologien im
Betrieb einzusetzen. Das liegt auch im Interesse der Arbeitgeber, denn nur
KI-kompetente Mitarbeitende können die von den Unternehmen erhofften
Produktivitäts- und Kostenvorteile erzielen."
IGBCE-Landesbezirksleiter Thomas Meiers ergänzt: "Ohne Wissen gibt es keine
wirksame Mitbestimmung. Deshalb brauchen wir eine breite
Qualifizierungsoffensive für Beschäftigte und Betriebsräte. Nur wer die
Technologien versteht, kann ihre Einführung im Sinne der Beschäftigten aktiv
gestalten."
Laut Umfrage gehen 62 Prozent der Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter davon
aus, dass in Zukunft humanoide KI-Roboter, also dem Menschen nachkonstruierte
und mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete Maschinen, selbstständig
betriebliche Aufgaben planen und ausführen können. Mehr als ein Drittel (36
Prozent) der Befragten erwarten diese Entwicklung innerhalb der nächsten zehn
Jahre. Dennoch fühlt sich nur ein gutes Viertel (26 Prozent) der Arbeitnehmer-
und Arbeitgebervertreter "gut informiert" über KI und humanoide Roboter.
"Aufklärung ist das Gebot der Stunde auf allen Seiten", betont Harald Müller. Er
erklärt: "Mangelndes Wissen führt zu Unsicherheit und diese zur Ablehnung. Als
Industrienation kann sich Deutschland aber eine pauschale Ablehnung dieser neuen
Technologien nicht leisten, wollen wir nicht an internationaler
Wettbewerbsfähigkeit verlieren, was den Arbeitsmarkt weiter belasten würde."
Thomas Meiers führt aus: "Die Chancen von Künstlicher Intelligenz sind
unbestritten. Sie kann Arbeit erleichtern und Prozesse effizienter machen. Aber
sie darf niemals dazu führen, dass Beschäftigte an Einfluss verlieren oder unter
zusätzlichen Druck geraten. Fortschritt braucht klare Regeln und starke
Mitbestimmung."
Leitplanken für die Beschäftigten
"Unternehmen und Gewerkschaften sind gleichermaßen gefordert, Leitplanken für
die Arbeitnehmerschaft angesichts der vor uns stehenden KI-Roboter-Revolution zu
entwickeln", resümiert Harald Müller. Er verweist auf die Studienergebnisse,
wonach 69 Prozent der befragten Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter davon
ausgehen, dass künftig humanoide KI-Roboter im Büro Verwendung finden werden. 75
Prozent sagen den Einsatz der menschenähnlichen Maschinen in der Industrie
voraus. "Die mit dieser Entwicklung verbundenen Herausforderungen werden nur im
Einklang mit den Beschäftigten erfolgreich zu bewältigen sein", stellt
Akademie-Chef Harald Müller klar.
Er weiß aus seiner Tätigkeit bei der Denkfabrik Diplomatic Council: "Auch die
Vereinten Nationen kommen bei ihrer Technologiefolgenabschätzung zu ähnlichen
Ergebnissen." Harald Müller erinnert an die "Empfehlung zur Ethik der
künstlichen Intelligenz" der UNESCO aus dem Jahr 2021, die von 193 Staaten
angenommen wurde. Daran heißt es unter anderem: "KI-Systeme dürfen nicht genutzt
werden, um Arbeitnehmerrechte zu untergraben." Konkret wird vor den Gefahren der
"invasiven Überwachung am Arbeitsplatz und diskriminierenden Algorithmen bei der
Einstellung" gewarnt.
Die zu den Vereinten Nationen gehörende International Labour Organization (ILO;
Internationale Arbeitsorganisation, IAO) geht davon aus, dass KI die meisten
Arbeitsplätze nicht wegrationalisieren, sondern ergänzen wird. "Es bleibt zu
hoffen, dass diese globale Instanz für Themen rund um die Gestaltung der
Arbeitswelt Recht behält", sagt Harald Müller.
Die BWA Akademie ("Consulting, Coaching, Careers") ist seit über 25 Jahren unter
der Geschäftsführung von Harald Müller und Astrid Orthmann als Spezialist für
Personalentwicklung, Outplacement, Personalberatung und Training sowie für
Arbeitsmarktprogramme wie Beschäftigtentransfer erfolgreich. Die BWA versteht
sich als neutraler Vermittler zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften zum
Vorteil der Arbeitnehmer. Mit Hilfe der BWA haben mehr als zehntausend
Arbeitnehmer eine neue berufliche Zukunft gefunden. Das Spektrum reicht von der
Begleitung von Change Management-Prozessen über Vermittlung und Coaching von
Führungskräften bis hin zur Unterstützung bei der Gründung eines eigenen
Unternehmens. Harald Müller und Astrid Orthmann sind Mitglieder im Diplomatic
Council, einem Think Tank mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.
BWA-Gründer Harald Müller ist zudem Beiratsmitglied der Stiftung "Bildung und
Beschäftigung", die sich für die sozialverträgliche Bewältigung des
wirtschaftlichen Strukturwandels einsetzt.
Die IGBCE zählt mit rund 600.000 Mitgliedern zu den größten Gewerkschaften in
Deutschland. Sie vertritt die Interessen ihrer Mitglieder in Branchen mit mehr
als einer Million Beschäftigter und steht für ein solidarisches Miteinander und
für soziale Gerechtigkeit. Hierzu ist sie bundesweit in gut 1.100 Ortsgruppen in
Städten und Gemeinden sowie 900 Vertrauenskörpern in den Betrieben organisiert.
Die IGBCE setzt auf ein geeintes soziales Europa, das in Demokratie, Frieden,
Sicherheit und Gerechtigkeit lebt; sie bekennt sich zur sozialen
Marktwirtschaft. Daher arbeitet die IGBCE mit daran, den Industriestandort
Deutschland mit seinen hohen wirtschaftlichen, technologischen und sozialen
Standards im globalen Wettbewerb zu positionieren. Ziel ist es, unsere
Industriegesellschaft auf den Weg zu einer nachhaltig zukunftsverträglichen
Entwicklung zu bringen, in der soziale, ökonomische und ökologische Werte
gleichberechtigt gefördert werden. Vor Ort in den Betrieben geht es darum, die
Verbindlichkeit und Wirksamkeit des Flächentarifvertrages mit flexiblen und
differenzierten Regeln zu erhalten und die Mitbestimmung in den Unternehmen
auszubauen. Dazu gehört auch, dass die Arbeitsformen an die sich verändernden
Bedürfnisse der Arbeitnehmerschaft sowie der Wirtschaft in Zeiten von
Globalisierung und Digitalisierung angepasst werden - inklusive Künstlicher
Intelligenz und Robotik.
Das Diplomatic Council verbindet einen globalen Think Tank, ein weltweites
Business-Netzwerk und eine Charity Foundation in einer einzigartigen
Organisation mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Die Mitglieder
verbindet die feste Überzeugung, dass eine florierende Wirtschaft ein
wesentliches Fundament für Wohlstand und Frieden darstellt. Zum Mitgliederkreis
gehören Diplomaten und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft. Die BWA
und Harald Müller in persona sind Mitglied im Diplomatic Council.
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