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MINT macht Kinder sprachstark: Wie Entdecken und Forschen sprachliche Bildung fördern

26.03.2026 11:50 Uhr Stiftung Kinder forschen

Berlin (ots) - Entdeckendes und forschendes Lernen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (kurz: MINT) stärkt nicht nur das fachliche Verständnis von Kindern, sondern auch ihre Sprachkompetenzen. Zu diesem Ergebnis kommt die im Auftrag der Stiftung Kinder forschen erstellte Expertise "Sprach- und MINT-Bildung in Kita und Grundschule - Aktuelle Befunde und Entwicklungsperspektiven" von Prof. Dr. Franziska Egert. Gleichzeitig zeigt die Analyse: Das Potenzial, MINT- und Sprachbildung gemeinsam zu fördern, wird in Kitas und Grundschulen bislang oft nicht ausgeschöpft. Die Stiftung Kinder forschen leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Bildungspraxis und Bildungspolitik ab.

Aktuelle Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen zeigen: Bei etwa jedem dritten Kind wird vor der Einschulung ein besonderer Sprachförderbedarf festgestellt - mit teils erheblichen Unterschieden zwischen den Bundesländern. Darauf reagieren die Länder mit vielfältigen Programmen und Initiativen zur Sprachförderung von Kindern vor dem Schuleintritt.

Zur erfolgreichen Sprachbildung in Kita, Grundschule und Hort kann auch die frühe MINT-Bildung einen wichtigen Beitrag leisten. Mit ihrem Ansatz des entdeckenden und forschenden Lernens kann sie messbar zur Sprachbildung beitragen, wie die heute veröffentlichte Expertise "Sprach- und MINT-Bildung in Kita und Grundschule - Aktuelle Befunde und Entwicklungsperspektiven" aufzeigt. Sprache ist kein Zusatz, sondern zentral für das Lernen in MINT. Wenn Kinder beim Forschen erklären, vergleichen oder Hypothesen formulieren, trainieren sie gleichzeitig zentrale sprachliche Fähigkeiten, die auch für schulischen Erfolg entscheidend sind. Zentral ist, dass viele Sprechanlässe im Alltag der Kinder geschaffen werden: Beim Vermuten, Diskutieren, Beschreiben und Erklären kommen Kinder ständig ins Gespräch miteinander und mit der Fachkraft. Gerade Kinder mit Deutsch als Zweitsprache oder aus sprachlich weniger anregenden Familien können durch solche Angebote sprachlich aufholen.

"Wenn pädagogische Fachkräfte MINT-Angebote sprachsensibel gestalten, profitieren Kinder messbar - etwa beim (Fach-)Wortschatz, bei sprachproduktiven und bildungssprachlichen Fähigkeiten und beim wissenschaftlichen Denken - und das gilt für Kinder im Kita- und Grundschulalter gleichermaßen", sagt Prof. Dr. Franziska Egert, Autorin der Expertise .

Potenzial in der Praxis oft ungenutzt

Gleichzeitig zeigt die Studie: In der Praxis wird dieses Potenzial bislang oft nicht ausgeschöpft. Häufig prägen größtenteils die pädagogischen Fachkräfte die Gespräche oder sie stellen überwiegend geschlossene Fragen. Dadurch haben die Kinder in den Einrichtungen im Alltag zu selten die Möglichkeit, anspruchsvollere Sprachhandlungen zu nutzen, wie Erklären oder Argumentieren.

"Pädagogische Fachkräfte wissen teilweise nicht, wie sie Sprachförderung alltagsintegriert umsetzen können - oder ihnen fehlt schlicht die Zeit dafür. Dabei liegt der Schlüssel oft in einfachen Fragen beim Entdecken und Forschen", erklärt Dr. Tobias Ernst, Vorstand der Stiftung Kinder forschen . "Es geht nicht darum, zu fragen: 'Schwimmt der Stein?', sondern darum, Kinder zum Denken und Sprechen anzuregen: 'Was siehst du? Was denkst du, warum das so ist, dass der Korken schwimmt, aber nicht der Stein?' Durch solche offenen Fragen beim Entdecken und Forschen - und im Alltag - nutzen Kinder komplexere Sätze und ihr Wortschatz wächst automatisch."

Qualifizierung als Schlüssel für bessere Bildung

Die Stiftung Kinder forschen sieht in den Ergebnissen einen klaren Handlungsauftrag. Seit 20 Jahren qualifiziert sie pädagogische Fach- und Lehrkräfte darin, entdeckendes und forschendes Lernen mit den Kindern umzusetzen. Sprachbildung ist dabei ein zentraler Bestandteil.

- Damit Kinder überall von dem Potenzial profitieren können, fordert die Stiftung Kinder forschen: - Pflichtfortbildungen zu sprachsensibler MINT-Bildung für pädagogische Fach- und Lehrkräfte, - Sprachsensible MINT-Bildung verbindlich in Bildungsplänen zu verankern, - Zeit, Ressourcen und Rahmenbedingungen für hochwertige Interaktionen mit Kindern zu schaffen und damit die Qualität der Sprachbildung zu sichern.

Hintergrund

Die Expertise "Sprach- und MINT-Bildung in Kita und Grundschule - Aktuelle Befunde und Entwicklungsperspektiven" wertet nationale und internationale Studien zur Verbindung von naturwissenschaftlicher Bildung und Sprachförderung in der frühen Bildung aus. Sie zeigt konsistente Hinweise auf Vorteile integrierter MINT- und Sprachbildung, macht aber auch deutlich: Die Qualität der Umsetzung entscheidet über den Erfolg. Die Expertise kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: https://www.stiftung-kinder-forschen.de/presse/news/mint -macht-kinder-sprachstark

Pressekontakt:

Stiftung Kinder forschen Daniela Krebs Referentin Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation

Rungestr. 18 10179 Berlin Tel 030 23 59 40 -207 mailto:presse@stiftung-kinder-forschen.de http://www.stiftung-kinder-forschen.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/126571/6243758 OTS: Stiftung Kinder forschen


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Stiftung Kinder forschen
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