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Berlin (ots) - Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU)
unterstützt die jetzt im Deutschen Bundestag diskutierte Reform des
Berufsrechts, die das Inkasso direkt betrifft. BDIU-Präsidentin Anke
Blietz-Weidmann: "Der Gesetzgeber sendet ein auch für uns wichtiges Signal:
Schwarze Schafe haben im Inkasso keinen Platz. Wir begrüßen ausdrücklich, dass
die Anforderungen an die Sachkunde von Inkassodienstleistern hoch bleiben. Das
stärkt die Qualität der Branche, schützt Verbraucherinnen und Verbraucher und
trennt die Spreu vom Weizen."
In dem jetzt in Erster Lesung beratenen Gesetzentwurf ist ein Umgehungsverbot
für Inkassounternehmen vorgesehen. Es soll verhindern, dass sie mit Schuldnern
Kontakt aufnehmen, die sich anwaltlich oder durch Schuldnerberatungen vertreten
lassen. "Das ist bei uns bewährte Praxis, seit Jahren Standard und im Code of
Conduct festgeschrieben. Wir begrüßen, dass unser Standard nun rechtsverbindlich
wird", betont Blietz-Weidmann.
Ohne starke Aufsicht keine Wirkung!
Skeptisch sieht der BDIU aber die Erfolgsaussichten der erneuten Initiative
gegen Missbrauch im Inkasso vorzugehen. Frühere Versuche waren wirkungslos
geblieben. "Während die regelkonformen Unternehmen immer stärker reguliert
werden, lachen sich die schwarzen Schafe ins Fäustchen", resümiert
Blietz-Weidmann. Ohne eine entsprechende Ausstattung der Aufsicht machten diese
unseriösen Anbieter einfach weiter. "Eine Aufsicht ohne Sanktionsmöglichkeiten
bleibt ein Papiertiger."
Der BDIU hat die Übertragung der Marktaufsicht an das Bundesamt für Justiz (BfJ)
seit Jahren gefordert und begrüßt, dass sie seit Januar 2025 in Kraft ist.
Jetzt, so die BDIU-Präsidentin, gehe es darum, auch den zweiten Schritt zu tun
und der Behörde Mittel und Möglichkeiten zu geben, ihren wichtigen
Kontrollauftrag zu erfüllen.
Schluss mit den Scheindebatten über das Konzerninkasso
Unverständnis ernteten Beiträge, die das Konzerninkasso wieder in den Fokus
rückten. Der Parlamentarismus und der Rechtsstaat lebten davon über Fakten und
deren Interpretation konstruktiv zu streiten. Gerade in Zeiten abnehmenden
Vertrauens in die Politik und ihre Lösungskompetenz sollten Mitglieder des
deutschen Bundestages keine ehrabschneidenden Vergleiche anstellen, um
Schlagzeilen zu produzieren", sagt Blietz-Weidmann.
Einen Grund für erneute Debatte gibt es beim Thema Konzerninkasso ohnehin nicht.
Erst vor einem Jahr hatte der Bundesgerichtshof dazu ein abschließendes Urteil
gefällt. Dies sei nun in den vorliegenden Gesetzentwurf aufgenommen worden. Mit
dem vorgelegten Gesetzentwurf soll das Konzerninkasso auch der behördlichen
Aufsicht unterstellt werden.
BDIU bietet konstruktive Begleitung an
Der BDIU bietet dem Gesetzgeber Unterstützung im weiteren Verfahren an. "Wir
stehen den Parlamentarierinnen und Parlamentariern gern zur Verfügung", lädt
Blietz-Weidmann ein, die Erfahrung der Praktiker zu nutzen. Das gemeinsame Ziel
sei ein starker und fairer Inkassomarkt, der seine systemrelevanten Funktionen
für die Wirtschaft erfüllen und den Zugang zum Recht stärken könne. Dazu gehört
aus Sicht des BDIU auch, die in der Stellungnahme des Verbands eingebrachten
Anregungen ernsthaft geprüft werden: von der Erweiterung der
Postulationsfähigkeit von Inkassodienstleistern über die Beseitigung von
Ungleichbehandlungen gegenüber der Anwaltschaft bis hin zu einer überfälligen
Anpassung der Inkassokosten an die wirtschaftliche Realität.
Der BDIU hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er zu konstruktiver
Mitarbeit und einer gewissen Leidensfähigkeit in der Lage ist. Blietz-Weidmann:
"Zusammenarbeit ist aber nicht, dass die einen eine Ansage machen und die
anderen spuren. Zusammenarbeit braucht den Dialog - und den bieten wir gern an."
Über den BDIU
Seit 1956 bündelt der BDIU die Interessen der Inkassowirtschaft gegenüber der
Öffentlichkeit, der Politik und der Wirtschaft. Dem Verband gehören rund 450
Mitgliedsunternehmen an (rund 70 Prozent der Inkassodienstleister in
Deutschland). Sie vertreten die Interessen von über einer halben Million
Auftraggeberinnen und Auftraggebern aus allen Wirtschaftsbereichen. Die etwa
15.000 Mitarbeitenden der BDIU-Unternehmen führen pro Jahr gut fünf Milliarden
Euro aus mehr als 90 Millionen Bestandsforderungen in den Wirtschaftskreislauf
zurück. In fast 80 Prozent der Fälle sorgen sie durch ihre professionelle
Rechtsdienstleistung für Klärung und entlasten damit sowohl die Unternehmen als
auch die Justiz erheblich. In Europa ist der BDIU der größte Inkasso-Verband,
weltweit die Nummer zwei. Als Mitglied im europäischen Dachverband FENCA
(Federation of European National Collection Associations) und als Partner des
US-Verbandes ACA International haben BDIU-Mitglieder Zugriff auf ein weltweites
Netzwerk von mehreren Tausend Inkassodienstleistern.
Pressekontakt:
Pressesprecher:
Jens Kellersmann
+49 155 602 849 70
mailto:jens.kellersmann@inkasso.de
Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V.
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OTS: Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen BDIU
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