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Frankfurt am Main (ots) - Unter dem Motto "KI in Projekten anwenden"
versammelten sich über 100 Projektverantwortliche im Frankfurt Airport Hilton
zum ersten GPM Focus, einem neuen, praxisorientierten Arbeitsformat der GPM
Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V.
Die zentrale Erkenntnis des Tages: Der Einsatz von KI ist kein reines IT-Thema,
sondern primär eine Führungs- und Gestaltungsaufgabe, bei der der Mensch als
"Pilot" die Letztverantwortung (Accountability) behält, während die KI als
"Co-Pilot" operative Aufgaben (Responsibility) übernimmt.
In mehreren Workshops wurde zudem die Erkenntnis deutlich, dass Projekte heute
häufiger an einem Mangel an Vertrauen als an technologischen Defiziten
scheitern, weshalb Governance und Compliance als entscheidende
Gestaltungsleitplanken definiert wurden, die Sicherheit im Umgang mit der neuen
Technologie geben.
Die Experten betonten zudem, dass der erfolgreiche Einsatz von KI den Übergang
von einem reinen "Tool-Denken" hin zu einem ganzheitlichen System-Denken
erfordert, um die exponentielle technologische Entwicklung passgenau in den
individuellen Projektkontext zu übersetzen. Letztlich soll der gezielte Einsatz
von KI-Agenten, die zunehmend als aktive Teammitglieder agieren, den
Projektleitern den Rücken freihalten, um wieder wertvolle Kapazitäten für die
zwischenmenschliche Kommunikation und strategische Führung zu gewinnen.
Im Workshop "Leadership im KI-Zeitalter" erarbeiteten die Teilnehmenden unter
Leitung von Marc Widmann einen Future Leadership Canvas, der verdeutlichte, dass
KI zunehmend zum aktiven Teammitglied wird, das vorentscheidet und eskaliert.
Ein Ethik-Check machte dabei deutlich, dass unterschiedliche KI-Modelle auf
dieselbe moralische Fragestellung völlig verschieden reagieren können, weshalb
die Steuerung dieser Modelle eine Kernkompetenz moderner Führungskräfte sein
muss.
Der Workshop "KI-gestütztes Risikomanagement" mit Prof. Dr. Helge Frank Wild
zeigte auf, dass der Einsatz von LLMs (Large Language Models) die Zufriedenheit
im Risikomanagement überproportional steigert: "Risikomanagement ist das
'ungeliebte Kind' im Projektmanagement. Wir wissen jedoch, dass es nachweislich
sehr positiv auf die Projekterfolgswahrscheinlichkeit wirkt", erklärte Helge
Wild. Daher sei es nur folgerichtig, die Möglichkeiten und Grenzen der
KI-Anwendung auszuloten. "Im Workshop haben wir von ganz einfachen bis sehr
fortschrittlichen Methoden alles einmal angeschaut, ausprobiert und diskutiert.
Die Teilnehmer werden jetzt mit ganz anderen, und vielleicht wohlwollenderen
Augen, auf das Thema Projekt-Risiko-Management mit KI schauen", resümierte Wild.
Unter dem Titel "Wirksame Projektkommunikation mit KI" vermittelte Katrin
Friedel, dass Kommunikation keine Frage des Talents, sondern der Struktur ist:
"Projekte scheitern selten an schlechten Plänen, sie scheitern an Kommunikation,
die nicht ankommt. In meinem Workshop haben wir genau das angeschaut: Warum
erfahrene Projektmanagerinnen und Projektmanager trotz bester Absichten oft
nicht das kommunizieren, was sie sagen wollen, und wie ein klares Framework
gemeinsam mit KI dabei hilft, das zu ändern", berichtete Friedel. KI dient
hierbei als wertvoller Sparringspartner, um Perspektivwechsel für verschiedene
Stakeholder vorzunehmen, emotionale Justierungen in Drucksituationen vorzunehmen
und komplexe Informationswüsten in entscheidungsrelevante Fakten zu verdichten.
Bernhard Schwab adressierte im Workshop "Wenn Mitarbeitende ausfallen" die
Resilienz von Teams und demonstrierte, wie KI als digitaler Sparringspartner
fachliches Wissen sichern und Expertiseverluste kompensieren kann. Besonders bei
hoher Fluktuation oder Krankheit hilft die KI dabei, Wissen schnell zu
rekonstruieren und auch jüngere Teammitglieder sicher durch komplexe Aufgaben zu
führen.
Im Fokus von Tanja Försters Workshop "KI-Tools & Microsoft 365 Copilot" stand
die Nutzung von Bordmitteln anstatt eines unübersichtlichen "Tool-Zoos". Die
Teilnehmenden erarbeiteten konkrete Workflows, um administrative Aufgaben wie
Meeting-Zusammenfassungen und E-Mail-Sortierung an die KI zu delegieren, damit
Projektleiter wieder mehr Freiraum für die persönliche Kommunikation gewinnen.
Der "PM KI Design Sprint" von Torsten J. Koerting und Anja Holz bot ein
Framework, um den gesamten Projektlebenszyklus systematisch nach
KI-Nutzenpotenzialen zu durchleuchten. Ziel war der Transfer der exponentiell
wachsenden technologischen Möglichkeiten in den konkreten individuellen
Projektkontext, wobei jeder Teilnehmer einen eigenen KI-Einsatzplan für seine
spezifischen Rahmenbedingungen entwickelte.
Michael Schmid und Carsten Wittmann zeigten im Workshop "Governance &
Vertrauen", dass Projekte heute häufiger an Vertrauensverlust als an
technologischem Versagen scheitern. Sie positionierten Compliance und
Datenschutz nicht als Bremse, sondern als Gestaltungswerkzeug, das dem Team
Sicherheit gibt und klare Leitplanken für den verantwortungsvollen Umgang mit
Daten setzt.
Zum Abschluss der Veranstaltung entwarfen die Teilnehmenden im Plenum erste
Skizzen für ihre eigenen KI-Agenten, die über reines Prompting hinausgehen und
als automatisierte digitale Projektmitarbeiter zukünftig echte Entlastung im
Alltag bieten sollen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung: https://www.gpm-ipma.de/focus26-trends
Pressekontakt:
Sebastian Wieschowski
GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
E-Mail: mailto:s.wieschowski@gpm-ipma.de
Internet: https://www.gpm-ipma.de
Blog: https:// http://www.gpm-blog.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/118675/6244966
OTS: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
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