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Berlin (ots) - Wenn man sich die Gesamtbilanz der Deutschen Bahn (DB) für das
abgelaufene Geschäftsjahr anschaut, könnte man zu folgender Schlussfolgerung
kommen: Der bundeseigene Konzern lässt seine Züge extra unpünktlich fahren,
damit nicht noch mehr Fahrgäste auf die Idee kommen, ICE & Co. zu nehmen. Der
Run auf die Bahn hielt auch 2025 mit fast zwei Milliarden Fahrgästen an - und
die DB ist nicht in der Lage, solche Mengen zu transportieren. Der Zustand der
Infrastruktur und die anhaltenden Einschränkungen im Betrieb geben das einfach
nicht her.
Die neue Bahnchefin hat zwar einiges auf die Spur gebracht, doch sie kommt nicht
daran vorbei, aufgrund schlechterer Umsatzerwartungen hohe Abschreibungen
vorzunehmen. Und bei Kernfragen sind ihr die Hände gebunden: Die Bundesregierung
hat ein großes Sondervermögen zur Verfügung, doch solange sie bei der
Mittelvergabe im Verkehrsbereich keine klare Priorisierung der Bahn vornimmt,
werden Sanierung und Ausbau des Schienennetzes politisch weiterhin verschleppt.
Nur wenn die Netzqualität nicht mehr nur quälend langsam steigt, kann sich auch
die Pünktlichkeit spürbar verbessern. Und erst dann wird die Bahn ihr
eigentliches Potenzial im Güter- sowie im Personenverkehr erschließen können.
Wie groß dieses ist, zeigt die Tatsache, dass die Fahrgastzahlen von hohem
Niveau aus weiter steigen, obwohl die Bahn alles dafür tut, neue Kunden
abzuschrecken und alte Kunden zu verprellen.
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