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Köln (ots) - Frau Werres, wie verändert sich die städtebauliche Entwicklung in
Köln aktuell?
Erika Werres: Köln wächst aus seiner bestehenden Struktur heraus. Gleichzeitig
haben sich die Rahmenbedingungen spürbar verschärft, steigende Baukosten,
komplexere Verfahren und höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit.
Umso wichtiger ist es, Quartiere so zu entwickeln, dass sie langfristig
funktionieren. Es geht nicht nur darum, Wohnraum zu schaffen, sondern
lebenswerte Nachbarschaften, die sich selbstverständlich in die Stadt einfügen
und deren Qualität auch über Jahre hinweg Bestand hat.
Herr Dr. Paschke, Berlin entwickelt sich mit größerer Geschwindigkeit. Welche
Konsequenzen ergeben sich daraus?
Dr. Clemens Paschke: Berlin verlangt ein außergewöhnlich hohes Maß an
struktureller Klarheit. Der Bedarf an Wohnraum ist groß, gleichzeitig steigen
die Anforderungen an Planungssicherheit und Effizienz. Wir reagieren darauf mit
stärker strukturierten Planungs- und Bauprozessen sowie systematisierten
Ansätzen in der Umsetzung. Sie schaffen die Voraussetzung, auch unter komplexen
Bedingungen verlässlich zu entwickeln und gleichzeitig Quartiere zu realisieren,
die langfristig Bestand haben.
Welche Rolle spielt dabei die Quartiersentwicklung?
Werres: Eine zentrale. Gute Stadtentwicklung endet nicht am Gebäude, sondern
umfasst den gesamten städtebaulichen Zusammenhang, Freiräume, Wegebeziehungen
und soziale Strukturen.
Dr. Paschke: Gerade in dynamischen Märkten ist es entscheidend, Entwicklung
ganzheitlich zu denken. Nur so entstehen Orte, die Bestand haben.
Was braucht es, damit städtebauliche Entwicklung wieder planbarer wird?
Werres: Verlässliche Regeln und Verfahren. Wenn Anforderungen sich ständig
verschieben, wird aus Planung ein Dauerprovisorium. Wir brauchen Abläufe und
eine Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik, die Kontinuität ermöglicht.
Dr. Paschke: Systematisierte Planungs- und Bauprozesse reduzieren
Schnittstellen, machen Termine noch belastbarer und helfen, Kosten zu steuern.
Standardisierung im Prozess, Differenzierung im Ort: So entsteht
Geschwindigkeit, ohne dass eine Stadt ihre Identität verliert.
Was bedeutet das mit Blick auf die Zukunft von Köln und Berlin?
Werres: Dass Kontinuität und Verlässlichkeit weiter an Bedeutung gewinnen
werden.
Dr. Paschke: Und dass die Fähigkeit, unter veränderten Bedingungen strukturiert
zu entwickeln, entscheidend für die Zukunft der Städte ist.
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