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München (ots) -
- Science Slam bei den Münchner AIDS-Tagen 2026 bringt Experten*innen aus
Medizin, Community, Apotheke und Industrie auf die Bühne
- Sechs Perspektiven auf die zentrale Frage: Wenn Sie eine Sache bis 2030
verändern könnten, um die Versorgung von Menschen mit HIV zu verbessern - was
wäre das?
- Impulse für eine patientenzentrierte, nachhaltige Versorgung von Menschen mit
HIV
Sechs Expert*innen - eine zentrale Frage: Was braucht die HIV-Versorgung jetzt?
Welche Weichen müssen wir heute stellen, damit Menschen mit HIV auch 2030 ein
selbstbestimmtes und gesundes Leben führen können? Dieser zentralen Frage
widmete sich der Science Slam "Gemeinsam wirksam - Was braucht es jetzt?", der
im Rahmen der Münchner AIDS- und Infektiologie-Tage (MAIT) 2026 stattfand. Statt
klassischer Vorträge skizzierten sechs Expert*innen aus unterschiedlichen
Bereichen der HIV-Versorgung in pointierten "Slams" ein vielschichtiges Bild der
notwendigen Veränderungen und formulierten klare Appelle für die Zukunft. Mit
unterschiedlichen Perspektiven präsentierten sie ihre Vision für die
drängendsten Veränderungen - vom Zugang zu Informationen und niederschwelligen
Versorgungsstrukturen, Ausbau von Testangeboten bis hin zur Sicherung der
Therapievielfalt.
Früher testen, gezielter ansprechen: Ein Appell an Praxis und Politik
Ein zentraler Fokus lag auf dem Abbau von Hürden beim Zugang zu Testung und
Versorgung. Dr. André Fuchs, Oberarzt am Universitätsklinikum Augsburg, machte
deutlich, dass späte Diagnosen nach wie vor ein ernstes Problem darstellen. "Die
Zahl der späten HIV-Diagnosen ist, gerade im ländlichen Raum, weiterhin
besorgniserregend. Um die 95-95-95-Ziele zu erreichen, müssen wir das
Bewusstsein schärfen und HIV-Tests als selbstverständlichen Teil der
medizinischen Routine etablieren, um lebensbedrohliche Verzögerungen zu
vermeiden und der Stigmatisierung entgegenzuwirken, die durch jede Form von
Testbeschränkung aufrechterhalten wird ", so Fuchs. Dass diese Routineangebote
die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Communities berücksichtigen müssen,
betonte Melike Yildiz, Sprecherin der BeKAM - Berliner Aids-Hilfe e.V. Sie
forderte, gezielt auf vulnerable Gruppen zuzugehen: "Wir müssen die
Zugangsbarrieren zu Tests, Therapie und gesundheitlicher Versorgung für Menschen
mit Migrationshintergrund konsequent abbauen. Nur wenn wir Angebote schaffen,
die ihre Lebensrealitäten berücksichtigen, können wir eine wirklich inklusive
Versorgung gewährleisten und Partizipation ermöglichen." Diesen Gedanken führte
Carsten Gehrig, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Frankfurt, weiter aus und
kritisierte, dass queere Menschen in den bestehenden Strukturen oft nicht
ausreichend gesehen und entsprechend unterversorgt seien. Sein Appell richtete
sich direkt an die Politik: "Die aktuellen Versorgungsstrukturen werden den
Bedürfnissen queerer Menschen oft nicht gerecht. Wir brauchen eine Öffnung der
Kassenärztlichen Vereinigungen für innovative, queersensible Modelle, die
niedrigschwellige Testangebote in den lokalen AIDS-Hilfen oder auch Checkpoints
fest in die Regelversorgung integrieren."
Selbstbestimmt leben: Soziale Teilhabe und Therapievielfalt als Schlüssel
Über die medizinische Versorgung hinaus wurde die Bedeutung von sozialer
Teilhabe und mentaler Gesundheit hervorgehoben. Dr. Christina Engelhard,
niedergelassene Ärztin einer HIV-Schwerpunktpraxis in Berlin, unterstrich, dass
ein selbstbestimmtes Leben mit HIV mehr als nur eine erfolgreiche Therapie
erfordere. "Empowerment ist mehr als nur medizinische Behandlung. Wir müssen die
soziale Vernetzung von Menschen mit HIV aktiv fördern, insbesondere Frauen oder
Menschen in besonderen Lebenssituationen. Anonyme und geschützte digitale
Plattformen können hier ein wichtiger Schlüssel sein, um Isolation zu
durchbrechen", erklärte Engelhard.
Die langfristige Perspektive der Behandlung und die Sicherung von
Therapieoptionen bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Claudia Neuhaus von der
Deutschen Arbeitsgemeinschaft HIV- und Hepatitis-kompetenter Apotheken (DAHKA),
warnte davor, die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte aufs Spiel zu setzen.
"Nach über 30 Jahren HIV-Medizin wissen wir, wie entscheidend Therapievielfalt
ist. Um nicht in therapeutischen Sackgassen zu landen, müssen wir politisch
dafür Sorge tragen, dass diese Vielfalt erhalten bleibt und wir für alle
Patient*innen die individuell passende Lösung finden können." Nadine Stryewski
von ViiV Healthcare griff diesen Punkt auf und bekräftigte die Verantwortung der
Industrie, diese Vielfalt zu gewährleisten. "Die Wahlfreiheit zwischen
verschiedenen Therapieoptionen ist ein hohes Gut für Menschen mit HIV, denn ihre
Lebenssituationen sind extrem unterschiedlich. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es,
diese Optionen auch in Zukunft zu sichern und an die sich wandelnden Bedürfnisse
der Patientinnen und Patienten anzupassen", so Stryewski abschließend.
Der Abend machte eindrücklich klar: Eine zukunftsfähige HIV-Versorgung erfordert
das Zusammenspiel aller Akteure - von der Politik über die medizinische Praxis
bis zur Community-Arbeit.
Über ViiV Healthcare
ViiV Healthcare ist ein globales, auf HIV spezialisiertes Unternehmen, das im
November 2009 von GSK (LSE: GSK) und Pfizer (NYSE: PFE) gegründet wurde, um
Fortschritte bei der Behandlung und Versorgung von Menschen, die mit HIV leben
oder bei denen das Risiko einer HIV-Infektion besteht, zu erzielen. Seit Oktober
2012 ist Shionogi Anteilseigner von ViiV. Ziel des Unternehmens ist es, sich
intensiver und umfassender mit HIV und AIDS zu befassen als jedes andere
Unternehmen zuvor. ViiV Healthcare verfolgt dabei einen neuen Ansatz, um
wirksame und innovative Medikamente für die HIV-Therapie und -Prävention
bereitzustellen und die von HIV betroffenen Communities zu unterstützen. Weitere
Informationen unter: http://www.viivhealthcare.com/de-de
Über GSK
GSK ist ein globales Biopharma-Unternehmen, das Wissenschaft, Technologie und
Talent vereint, um Krankheiten gemeinsam voraus zu sein. Weitere Informationen
unter: http://ots.de/GetyZP
ViiV Healthcare GmbH
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