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Hamburg (ots) - "Immer, wenn man merkt, dass eine Sache KI ist, ist man erst mal
ein bisschen enttäuscht", sagt Jonas, Mitgründer des Animationskanals
"Simplicissimus", in der neuen Ausgabe des ARD-Podcasts "Deutschland3000". Im
Interview mit Eva Schulz spricht er über die Herausforderungen durch
rechtsextreme Drohungen, die Krise des Journalismus, das KI-Phänomen in der
Medienbranche und seine Perspektiven auf die Zukunft. Mit der aktuellen Folge
geht "Deutschland3000 mit Eva Schulz" erstmals auch auf YouTube an den Start -
als Videopodcast.
Millionenerfolg trotz Anonymität
Was als Studenten-Hobby begann, wurde zu einem der reichweitenstärksten
journalistisch-didaktischen YouTube-Kanäle im deutschsprachigen Raum. Mehr als
2,4 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten folgen "Simplicissimus", Millionen
kennen Jonas' Stimme, aber niemand sein Gesicht. Jonas blieb immer anonym -
anfangs aus Karrierevorsicht, dann aus einem handfesteren Grund: Morddrohungen.
"Als wir angefangen haben, politischen Content zu machen, haben wir einfach
viele Drohungen bekommen", sagt er im Gespräch mit Eva Schulz.
Kritik an seichten Medienangeboten
Für Jonas ist das Publikum reifer als viele Medienmacherinnen und -macher
annehmen. "Ich glaube, das Interesse an unseren Videos zeigt, dass die Leute
Interesse an Tiefe haben und Dinge wirklich verstehen wollen. Und dass
Medienschaffende das oft unterschätzen und bei den komplexen Erklärungen lieber
eine Abbiegung nehmen oder eine Abkürzung, weil sie das Gefühl haben, sie müssen
die Leute bei der Stange halten. Dadurch entsteht vielleicht so viel seichter
oder halbgarer Content."
KI und das Silicon-Valley-Versprechen
Besonders pointiert äußert sich Jonas zur KI-Debatte, die seine Branche
unmittelbar betrifft. "Simplicissimus" kennzeichnet alle Animationen
ausdrücklich als menschengemacht - ein bewusster Gegenentwurf zu einer Flut
generierter Inhalte. Seine Diagnose: "Wer will ein 20-minütiges Video, das ein
Computer geschrieben und schlecht animiert hat?" Das Versprechen, auf Knopfdruck
ebenso gute Inhalte zu produzieren wie menschliche Kreateure, hält er für
strukturell überschätzt: "Dieses grundlegende Silicon-Valley-Versprechen, du
musst gar nichts mehr selber machen, du musst nur auf einen Knopf drücken, und
dann ist das voll gut - das materialisiert sich einfach nicht. Das ist jetzt
seit drei Jahren das Versprechen."
Zur Lage hält Jonas am Ende eine Frage bereit, die er Eva Schulz für den
nächsten Gast mitgibt: "Was führst du dir vor Augen, wenn die Lage der Welt dich
herunterzieht?"
Ab sofort zu hören und sehen: "Deutschland3000 mit Eva Schulz" in ARD Sounds,
überall wo es Podcasts gibt, sowie neu auf YouTube:
https://youtube.com/@deutschland3000
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