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WIESBADEN (ots) -
- Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für stationäre
Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen
- Zahl der wegen psychischen Erkrankungen stationär behandelten Kinder und
Jugendlichen gegenüber Vorjahr um 3,4 % gestiegen
- Depressionen sind über alle Altersgruppen hinweg häufigste Diagnose für
stationäre Behandlungen aufgrund von psychischen Erkrankungen
Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen waren im Jahr 2024 die häufigste
Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen. Gut
116 300 der rund 615 300 Krankenhauspatientinnen und -patienten im Alter von 10
bis 19 Jahren wurden aufgrund von psychischen Erkrankungen und
Verhaltensstörungen stationär behandelt. Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) zum Weltgesundheitstag am 7. April mitteilt, entsprach das knapp
einem Fünftel (18,9 %) aller Krankenhausbehandlungen in dieser Altersgruppe. Zum
Vergleich: Unter allen Krankenhauspatientinnen und -patienten machte die
Diagnose knapp 1,1 Millionen oder 5,9 % der insgesamt gut 17,9 Millionen
Behandlungen aus.
Zahl der wegen psychischer Erkrankungen stationär behandelten Kinder und
Jugendlichen gegenüber Vorjahr gestiegen
Die Zahl der aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen im
Krankenhaus behandelten Kinder und Jugendlichen ist nach Rückgängen in den
Jahren 2018 bis 2020 und 2023 zuletzt wieder gestiegen. Während es im Jahr 2023
noch rund 112 500 solcher Fälle unter den 10- bis 19-Jährigen gab, waren es 2024
gut 116 300 - ein Anstieg von 3,4 %. Insgesamt stieg die Zahl der stationären
Behandlungen aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen in
diesem Zeitraum leicht um 1,3 %.
Im 20-Jahres-Vergleich hat die Zahl der Behandlungen wegen psychischer
Erkrankungen in fast allen Altersgruppen zugenommen, am stärksten jedoch bei den
10- bis 19-Jährigen: 2024 waren 36,5 % mehr psychisch erkrankte Kinder und
Jugendliche in stationärer Behandlung als noch 2004 mit gut 85 200 Patientinnen
und Patienten. In der Altersgruppe 80plus nahmen die Behandlungsfälle in diesem
Zeitraum um 18,8 % zu, bei den 60- bis 79-Jährigen waren es 15,7 % mehr. Die 20-
bis 39-Jährigen verzeichneten ein leichtes Plus von 2,4 %. Nur bei den 40- bis
59-Jährigen gab es einen Rückgang um 8,6 %. Insgesamt stieg die Zahl der
Behandlungsfälle aufgrund der Diagnose von 2004 bis 2024 um 4,0 %.
Die meisten Krankenhausbehandlungen aufgrund von psychischen Erkrankungen und
Verhaltensstörungen von 10- bis 19-Jährigen gab es im Jahr 2017 mit gut 125 500
Fällen. Über alle Altersgruppen hinweg wurde der bisherige Höchststand 2014 mit
rund 1,2 Millionen Fällen erreicht.
Depression häufigste Diagnose bei Kindern und Jugendlichen
Psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche werden am häufigsten wegen
Depressionen im Krankenhaus behandelt. Im Jahr 2024 waren gut 33 900 der 10- bis
19-Jährigen wegen sogenannter depressiver Episoden oder wiederkehrender
depressiver Störungen stationär in Behandlung. Das entspricht einem Anteil von
29,1 % an allen aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen
stationär behandelten Kindern und Jugendlichen. Bei rund 11 700 oder 10,1 %
standen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen im Fokus der
Behandlung. Alkoholbedingte Erkrankungen wie etwa Abhängigkeits- und
Entzugssyndrome waren mit gut 9 900 Behandlungsfällen die dritthäufigste
Diagnose für Kinder und Jugendliche (8,5 %). Wegen Essstörungen wurden gut 7 300
Kinder und Jugendliche stationär behandelt (6,3 %).
Depressionen insgesamt die häufigste Diagnose
Über alle Altersgruppen hinweg wurden Patientinnen und Patienten mit psychischen
Erkrankungen und Verhaltensstörungen ebenfalls am häufigsten wegen Depressionen
behandelt. Im Jahr 2024 machten sie mit gut 261 600 Fällen knapp ein Viertel
(24,7 %) aus. Auf Alkoholmissbrauch waren weitere 21,7 % oder knapp 229 900
Krankenhausaufenthalte zurückzuführen. Schizophrenie war mit rund 80 500
Behandlungsfällen die dritthäufigste Diagnose (7,6 %).
Innerhalb der verschiedenen Altersgruppen sind Depressionen beziehungsweise
alkoholbedingte psychische Erkrankungen durchgängig die beiden häufigsten
Diagnosen bei stationären Krankenhausbehandlungen aufgrund von psychischen
Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Eine Ausnahme bildet die Altersgruppe
80plus: Hier dominiert eine altersbedingte psychische Erkrankung - die Diagnose
Delir (akuter Verwirrtheitszustand), nicht durch Alkohol oder andere psychotrope
Substanzen bedingt. Im Jahr 2024 machte sie mehr als ein Drittel (36,8 %) der
stationären Krankenhausaufenthalte aufgrund von psychischen Erkrankungen und
Verhaltensstörungen in dieser Altersgruppe aus, gefolgt von Depressionen (19,8
%) und Demenz (16,8 %).
Methodische Hinweise:
Bei den Daten aus der Krankenhausstatistik handelt es sich jeweils um die Zahl
der stationären Behandlungsfälle. Mehrfachzählungen einer Person sind möglich,
falls die Patientin oder der Patient im jeweiligen Berichtsjahr aufgrund der
gleichen Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt wurde.
Es gibt verschiedene Ausprägungen und Unterformen einer Depressionserkrankung.
Den Auswertungen liegen ICD10-F32 "Depressive Episode" und ICD10-F33
"Rezidivierende depressive Störung" zugrunde. Als Demenzerkrankung werden
ICD10-F01 "Vaskuläre Demenz" und ICD10-F03 "Nicht näher bezeichnete Demenz"
zusammengefasst. Als akute Verwirrtheitszustände, die nicht durch Alkohol
ausgelöst wurden, wird die Diagnose ICD10-F05 "Delir, nicht durch Alkohol oder
andere psychotrope Substanzen bedingt" bezeichnet.
Weitere Informationen:
Die Daten zu den häufigsten Diagnosen der stationären Krankenhausbehandlungen
nach Altersgruppen und weiteren Merkmalen sind auch in der
Gesundheitsberichterstattung des Bundes verfügbar.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
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OTS: Statistisches Bundesamt
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