|
Mainz (ots) - Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte
FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat insgesamt 66 Empfehlungen formuliert, die
auf eine nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze ab 2027 abzielen.
Stichwort Festbeträge: Nach den Empfehlungen der Kommission soll die Festlegung
von Festbeträgen modifiziert werden. Festbeträge sind Höchstpreise, die von den
Krankenkassen unterschritten, aber nicht überschritten werden dürfen. Dabei soll
es aber den Krankenkassen weiterhin erlaubt sein, diese Höchstpreise selbst zu
kalkulieren und festzulegen. Das Bundessozialgericht (BSG) hat dies allerdings
kritisiert. Dass Kalkulationspreise eben keine Marktpreise sind, interessiert
offensichtlich die Kommission wenig. Eberhard Schmidt, Präsident der
Bundesinnung der Hörakustiker (biha), sagt: "Leistungserbringer müssen
leistungsgerecht entlohnt werden!"
Stichwort Ausschreibungen: Eine weitere Empfehlung der Kommission lautet,
Ausschreibungen für Hilfsmittel wieder einzuführen. Ausschreibungen haben in der
Vergangenheit aufgrund ihrer Fokussierung auf den Preis nicht zu mehr
Wettbewerb, sondern nur zu mangelnder Qualität geführt, so die biha.
"Insbesondere Hörsystemversorgungen eignen sich nicht für Ausschreibungen. Sie
sind keine Standardprodukte und haben einen hohen Beratungs- oder
Anpassungsbedarf", sagt biha-Präsident Eberhard Schmidt. "Aber allen ist klar,
dass in einer älter werdenden Gesellschaft auch mehr hochwertige Hilfsmittel
gebraucht werden. Allen Sparzwängen zum Trotz darf es keine Einschnitte bei der
Qualität der Versorgung geben."
Abzuwarten bleibt, welche Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit in ein
Gesetz zu Einsparungen im Gesundheitswesen einfließen, das noch vor der
Sommerpause im Kabinett beraten werden soll.
Pressekontakt:
Sabine Weiler-Bion (biha) mailto:weiler-bion@biha.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/70547/6247906
OTS: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR
|