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Berlin (ots) - Wenn es um den Konsum von Gras geht, brennen Unionspolitikern
immer noch die Sicherungen durch. Während sie sich gern mit einem Liter Bier
fotografieren lassen, scheinen Cannabisblüten für sie direkt aus der Hölle zu
kommen. Und so behauptet Innenminister Dobrindt einfach mal: "Der Schwarzmarkt
boomt, die Kriminalität steigt." Im zweiten Zwischenbericht des mit der
Evaluation des Cannabisgesetzes beauftragten Forschungsverbundes findet sich
kein Hinweis darauf. Allerdings werden dort die bürokratischen Hürden für die
Gründung von Anbauvereinigungen kritisiert. Die seien ein wesentlicher Grund
dafür, dass der Schwarzmarkt bislang unzureichend zurückgedrängt werden konnte.
Die Untersuchung enthält diesen und andere Ansätze für sinnvolle Änderungen am
handwerklich schlecht gemachten Gesetz. Anbauvereinigungen würden auch zum
Gesundheitsschutz beitragen, denn man könnte diesen Cannabisclubs verordnen, die
Qualität mitgebrachter Ware von Mitgliedern zu testen. Denn wie bei anderen
Substanzen ist Verunreinigung ein Hauptgrund für körperliche und psychische
Schäden. Und: Für die Prävention negativer Folgen des Kiffens wäre es
entscheidend, den Zugang Minderjähriger zu Alkohol zu verhindern. Aktuell kommen
sie viel zu leicht da ran. Für sie wie für Erwachsene gilt nämlich auch: Joints
werden wie Kokain und Co. gerade in Kombination mit Schnaps oder Mixgetränken
zum Hochrisiko für die eigene und für die Gesundheit anderer. Doch was dem
Teufel das Weihwasser, ist die Beschränkung des Konsums der Droge Nummer eins
für die Konservativen.
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