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Sperrfrist: 03.04.2026 08:00
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Berlin (ots) - Am 4. April 2026, dem Internationalen Anti-Minentag, startet die
humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) eine weltweite
Kampagne: "The Nobel Piece. Repairing Peace, Together" . 28 Jahre nach der
Verleihung des Friedensnobelpreises an die ICBL (Internationale Kampagne zum
Verbot von Landminen) für das Verbot von Antipersonen-Minen sieht
Gründungsmitglied HI den Nobelpreis in Stücke gerissen. Landminen sind wieder
auf dem Vormarsch : massiver Einsatz in jüngsten bewaffneten Konflikten, Rückzug
von fünf Staaten aus dem Ottawa-Verbotsvertrag, neue Minenproduktion, mehr
Minenopfer. HI und ICBL fordern die Regierungen auf, den Vertrag zu verteidigen.
Handicap International und die ICBL haben Fragmente eines nachgebauten
vergrößerten Nobelpreises an Bundeskanzler Merz, an den französischen
Präsidenten Macron und die Staatschefs der ausgetretenen Länder geschickt - als
Symbol des Friedens, das nun in Stücke zerbrochen ist. Handicap International
fordert die Staaten auf, ihrer Verantwortung zur Einhaltung des Vertrags
nachzukommen und die Rückkehr dieser heimtückischen Waffen, die in 90 % der
Fälle Zivilist*innen töten, zu stoppen.
"Der sogenannte Ottawa-Vertrag über das Verbot von Antipersonen-Minen kam
zustande, weil Bürgerinnen und Bürger, NGOs und Überlebende gemeinsam mit
Vertreter*innen engagierter Staaten ein Ziel verfolgten. Auch heute noch ist
ihre Mobilisierung, unsere Mobilisierung, unverzichtbar", sagt Dr. Eva Maria
Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International
Deutschland. "Deutschland gehört zu den Erstunterzeichnern des Vertrags und hat
in den letzten Jahrzehnten viel zu seiner Umsetzung beigetragen. Deshalb zählen
wir auch jetzt, wo der Vertrag bedroht ist, auf die Unterstützung der deutschen
Regierung - auch auf höchster Ebene."
Wir wenden uns an Bundeskanzler Merz und die zuständigen Minister Wadephul und
Pistorius, ebenso wie an die Repräsentanten Frankreichs und anderer
Vertragsstaaten mit der Aufforderung:
- Zeigen Sie erneute und sichtbare Führungsstärke zur Unterstützung wichtiger
völkerrechtlicher Errungenschaften.
- Setzen Sie diplomatische, politische und multilaterale Instrumente ein, um
weitere Austritte zu verhindern.
- Greifen Sie proaktiv ein, um den weiteren Einsatz, die Produktion oder den
Transfer von Antipersonen-Minen zu verhindern.
Gleichzeitig wenden wir uns an die zuständigen Bundestagsabgeordneten:
- Kontrollieren Sie die strikte Einhaltung des Übereinkommens auf nationaler
Ebene.
- Heben Sie die humanitären Auswirkungen von Antipersonen-Minen in Debatten,
Resolutionen und Medienauftritten hervor.
- Beziehen Sie die Wählerschaft, einschließlich betroffener Gemeinschaften und
junger Menschen, durch öffentliche Anhörungen, Veranstaltungen und Debatten mit
ein.
Parallel gehen Fragmente des Nobelpreises, Briefe und Forderungen auch an die
Staaten, die aus der Konvention ausgetreten sind, sowie an diejenigen, die Minen
einsetzen.
Wenn ein internationaler Standard zerbricht
28 Jahre nach seinem Inkrafttreten ist der Ottawa-Vertrag einer beispiellosen
Bedrohung ausgesetzt. Die fünf Länder, die aus dem Vertrag ausgestiegen sind -
Polen, Finnland, Litauen, Estland und Lettland - haben alle Sicherheitsbedenken
als Grund für ihre Entscheidung angeführt.
"Länder haben legitime Sicherheitsbedenken, insbesondere entlang umstrittener
Grenzen oder in Konfliktgebieten. Aber [...] der Einsatz von Antipersonen-Minen
ist keine rationale militärische Lösung. [...] Es gibt Alternativen, die mit dem
humanitären Völkerrecht vereinbar sind", betont Gary Toombs, Experte für
Minenräumung bei Handicap International und ehemaliges Mitglied der britischen
Armee.
Der Ottawa-Vertrag gegen Landminen
1997 stellte die Unterzeichnung des Ottawa-Vertrags einen historischen Erfolg
für die Abrüstung und den Schutz der Schwächsten dar. Bei Inkrafttreten des
Vertrags im Jahr 1999 haben fast 50 Länder Antipersonen-Minen hergestellt; heute
sind es nur noch etwa zehn. Insgesamt wurden mehr als 55 Millionen gelagerte
Antipersonen-Minen vernichtet, und die Vertragsstaaten haben 2024 mindestens
1.114,82 km² geräumt. Die Zahl der verseuchten Länder ging von 88 auf 57 zurück
und die Zahl der jährlichen Minenopfer um drei Viertel. Dennoch: Auch im Jahr
2024 gab es wieder mindestens 6.279 Opfer.
Der Ottawa-Vertrag ist wie andere Abrüstungsverträge in Friedens- und
Kriegszeiten verbindlich. Nach seiner Ratifizierung hat er Gesetzeskraft und
muss durchgesetzt werden. Während das Verbot des Einsatzes sich hauptsächlich in
Kriegszeiten auswirkt, gelten die Verpflichtungen zur Vernichtung von Beständen,
zum Verzicht auf die Produktion und den Transfer sowie die Unterstützung der
Betroffenen auch in Friedenszeiten.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Kampagne
(https://www.handicap-international.de/de/nobelpreis-kampagne-gegen-minen)
Weitere Informationen zum Thema Landminen finden Sie unter https://eur03.safelin
ks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.landmine.de%2F&data=05%7C02%7Cm
.andrews%40hi.org%7C1ce6786ff2a143ba17f808de8f0c990d%7C43fda1c44efd419aa747448d2
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Pressekontakt:
Huberta von Roedern
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mail: mailto:h.vonroedern@hi.org
Mobil: +49 151 73 02 32 06
http://www.handicap-international.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16206/6249065
OTS: Handicap International e.V.
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