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Freiburg (ots) - Angesichts weltweit steigender Opferzahlen in bewaffneten
Konflikten warnt Caritas international vor einer zunehmenden Gefährdung der
Zivilbevölkerung. "Militärische Angriffe erfolgen immer häufiger ohne
ausreichende Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Das humanitäre Völkerrecht wird
in vielen Konflikten missachtet. Angriffe auf zivile Infrastruktur und
humanitäre Helferinnen und Helfer werden dabei billigend in Kauf genommen", sagt
Oliver Müller, Leiter von Caritas international. "Wir erleben derzeit eine
bislang nicht gekannte Regellosigkeit."
Die wachsende Gefährdung der Zivilbevölkerung steht im Zusammenhang mit der
stark gestiegenen Zahl bewaffneter Konflikte, die laut Uppsala Conflict Data
Program im Jahr 2025 ein Rekordniveau erreicht hat. Besonders deutlich zeigt
sich dies bei den zivilen Opfern: Nach Angaben der Vereinten Nationen hat sich
die Zahl der getöteten Frauen und Kinder zwischen 2020 und 2024 vervierfacht.
Aber auch humanitäre Helferinnen und Helfer geraten zunehmend ins Visier: Mit
388 getöteten Einsatzkräften war 2025 das tödlichste Jahr seit Beginn der
Datenerhebung.
Besonders deutlich wird diese Entwicklung aktuell im Libanon. Dort berichten
Caritas-Partner, dass die Sicherheitslage für Zivilisten und humanitäre Helfer
zunehmend unberechenbar wird. Wiederholte Angriffe auf Wohngebiete und zivile
Infrastruktur erschweren nicht nur das tägliche Leben der Bevölkerung, sondern
behindern auch die Arbeit von Hilfsorganisationen massiv. "Unsere Teams müssen
Einsätze immer häufiger abbrechen oder verschieben, weil Luftangriffe in
unmittelbarer Nähe von Hilfseinrichtungen stattfinden und Ziele im Umfeld
medizinischer Zentren anvisiert werden", so Müller. Viele Mitarbeitende der
Caritas-Partner mussten auch selbst mit ihren Familien vor den Kämpfen fliehen.
Der Pfarrer Pierre Al-Rahi, der im Süden des Libanon Caritas-Aktivitäten
unterstützte, ist am 9. März bei einem Granateinschlag ums Leben gekommen, als
er einer Familie seiner Gemeinde zu Hilfe kam, die bei einem Bombenangriff
verletzt worden war.
"Wo Angriffe auf Wohnhäuser, Krankenhäuser oder Hilfseinrichtungen in Kauf
genommen werden, ist eine klare Grenze überschritten - humanitär wie
völkerrechtlich", betont Oliver Müller.
Pressekontakt:
Herausgeber: Deutscher Caritasverband, Caritas international,
Öffentlichkeitsarbeit, Karlstraße 40, 79104 Freiburg. Telefon
0761/200-0. Oliver Müller (verantwortlich -292), Achim Reinke
(Durchwahl -515).
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OTS: Caritas international
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