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Berlin (ots) - "Die aktuellen Februarzahlen senden auf den ersten Blick ein
positives Signal, doch diese Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass
der deutsche Außenhandel auf einem zunehmend fragilen Fundament steht - und das
bereits vor der jüngsten geopolitischen Eskalation im Iran. Die aktuellen
Entwicklungen im Nahen Osten verschärfen die Lage zusätzlich erheblich. Zwar ist
der angekündigte, auf zwei Wochen befristete, Waffenstillstand ein wichtiges
Signal der Entspannung. Sollte er umgesetzt werden, kann dies kurzfristig zu
einer gewissen Beruhigung bei Energiepreisen, Transportkosten und Risikoprämien
führen - insbesondere dann, wenn die Straße von Hormus zumindest teilweise
wieder passierbar wird. Aber wir dürfen uns hier nichts vormachen: Das ist keine
Trendwende, sondern bestenfalls eine Atempause. Entscheidend ist jetzt, dass der
angekündigten Waffenruhe wirklich eine Öffnung der Straße von Hormus folgt",
fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel,
Dienstleistungen (BGA) anlässlich der aktuellen Zahlen des Statistischen
Bundesamtes zum deutschen Export.
Jandura weiter: "Was wir derzeit sehen, ist keine stabile globale
Wachstumsbasis, sondern vielmehr eine Verschiebung der Dynamik zurück nach
Europa. Gleichzeitig verlieren mit den USA und China die beiden wichtigsten
Einzelmärkte an Stabilität. Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob
sich die europäische Nachfrage tatsächlich trägt und ob es gelingt, die
Schwächen in China sowie die hohe Volatilität in den USA durch eine breitere
Diversifizierung der Exportmärkte abzufedern."
"Die massiven Störungen der vergangenen Wochen wirken fort. Unterbrochene
Lieferketten, stark gestiegene Frachtraten und beschädigte Energieinfrastruktur
belasten die Unternehmen weiterhin erheblich. Viele Betriebe stehen unter
enormem Druck durch hohe Kosten und knappe Vorprodukte, etwa in der Chemie oder
bei Kunststoffen. Diese Belastungen lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen
auflösen. Hinzu kommt ein ohnehin strukturell angespanntes Umfeld. Die
US-Zollpolitik setzt exportorientierte Industrien weiterhin unter Druck. Eine
schnelle Rückkehr zur Normalität ist daher nicht zu erwarten", so der
Unternehmer.
"Gerade deshalb braucht es jetzt klare politische Antworten. Die deutsche
Wirtschaft braucht kurzfristige Entlastungen bei Energie- und Transportkosten.
Dazu gilt es, neue Handelshemmnisse konsequent zu vermeiden und bestehende
Freihandelsabkommen zügig umzusetzen. In einer Phase globaler Unsicherheit
braucht die Wirtschaft Verlässlichkeit, Offenheit und politische Unterstützung -
keine zusätzlichen Belastungen", so Jandura abschließend.
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Iris von Rottenburg
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