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Meiningen. (ots) - Thüringen feiert den 200. Geburtstag des Herzogs Georg II.
von Sachsen-Meiningen im Jahr 2026, und das mit gutem Grund: Im Freistaat
inmitten Deutschlands kommen eine ungewöhnlich dichte Residenzlandschaft,
kulturelle Blütezeiten sowie Theater mit großer Tradition in kleinstädtischer
Verbundenheit zusammen. Das Besondere: Die Spielstätten, zwischen denen weniger
Konkurrenz herrscht und die Orte, an denen sich die Menschen traditionell mit
ihren Kulturinstitutionen identifizieren. Im Jahr 2026 ist der weltoffene Herzog
Georg ihre Galionsfigur. Er sorgte nicht nur für liberale, gesellschaftliche
Reformen im thüringischen Herzogtum Sachsen-Meiningen, sondern hat zugleich
Europas tiefgreifendste Theaterreform herbeigeführt. Das diesjährige "Georgjahr"
gibt Anlass, sieben besondere Theater-Orte (und darüber hinaus) in Thüringen
genauer zu erkunden.
1. Staatstheater Meiningen
Nicht zufällig bekommt Meiningen in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit. Denn
hier hat Georg II. zusammen mit seiner dritten Frau, der Schauspielerin Ellen
Franz, und Regisseur Ludwig Chronegk die Meininger Prinzipien entwickelt und
damit den Grundstein für das moderne Regietheater gelegt. An die Stelle von
Starkult und wenig authentischen Inszenierungen trat ein realistisches und
werktreues Gesamtkunstwerk aus Bühnenbild, Kostümen, Beleuchtung, Ton und dem
durchdachten Schauspiel des gesamten Ensembles - realisiert von dem Regisseur
als zentralem künstlerischem Leiter. Der Ruf der Vergangenheit hat eine
Gegenwart am Meininger Theater
(https://www.staatstheater-meiningen.de/start/index.html) geschaffen. Das
eindrucksvoll restaurierte Große Haus aus den Jahren 1908/09 und die später
eröffneten Kammerspiele bieten zusammen 890 Plätze. In der Stadt mit knapp
26.000 Einwohnern liegt die Auslastung bei 86 Prozent - ein deutliches Zeichen
für die starke Publikumsbindung des Theaters.
"Ohne Meiningen kein Hollywood" sagen die Meininger mit einem kleinen
Augenzwinkern. "Wir machen der Welt ne' Szene" sagt die Thüringer Tourismus GmbH
als Landesmarketinggesellschaft für den hiesigen Tourismus - und vermarktet in
2026 Thüringens bedeutsame Theaterlandschaft
(http://theater.thueringen-entdecken.de) .
2. Theatermuseum "Zauberwelt der Kulisse" in Meiningen
Fantastische Bühnenbilder aus der Coburger Werkstatt der Gebrüder Brückner, die
im Auftrag Richard Wagners auch für die Bayreuther Festspiele arbeiteten, werden
in der Reithalle - heutiges Theatermuseum
(https://www.meiningermuseen.de/meininger-museen/deutsches-theatermuseum) - des
Schlosses Elisabethenburg gezeigt. Entstanden im Auftrag Georg II. reisten diese
Kunstwerke mit den "Meiningern" durch Europa. Beeindruckend in ihrem
Detailreichtum sind die Handzeichnungen, die Georg II. für Kostüme und Kulissen
anfertigte. Auch hier bahnt sich eine Erfolgsgeschichte an: Nicht zuletzt durch
den Einsatz von Dr. Philipp Adlung, seit 2021 Chef der Meininger Museen, wird im
Jahr 2030 in repräsentativen Räumen des Schlosses und im Marstall das neue
Deutsche Theatermuseum eröffnet - auch dies ein Beleg für die Bedeutung
Meiningens in der Geschichte des europäischen Theaters. Nicht verpassen: das
"Turmcafé im Hessensaal" im Schloss nebenan, eines der schönsten Barockcafés
Europas.
3. Ohne Kloß nichts los
In den traditionellen Meininger Restaurants geht es um den Kloß, den "Hütes",
wie er hier genannt wird, in den " Schloss-Stuben
(https://www.schloss-stuben-mgn.de/service/) " sogar mit Thüringer Kloß-Siegel -
besonders lecker. Und das ist auch richtig so, schließlich kommt der Kloß der
Sage nach aus Meiningen! Ein weiterer Tipp für Fans der thüringischen Küche: Die
Thüringer Bratwurst am Stand auf dem Meininger Marktplatz.
4. Wo schlafen in Meiningen?
Warum nicht mal im Gefängnis?! Im Hotel " Fronfeste - Das alte Knasthaus
(https://www.fronveste-meiningen.de/) " nächtigen die Gäste in ehemaligen
Zellen, die zu kleinen, aber stilvollen Zimmern umgestaltet wurden. Oben lockt
der lichte Frühstücksraum mit Aussicht auf die ehemalige Residenzstadt. Der
Inhaber Jörg Krautwurst weiß, dass vor allem der große Anteil an Einzelzimmern
gut ankommt - bei Ausflüglern in Rhön und Thüringer Wald, auf dem Rennsteig und
Werratal-Radweg, aber auch bei Theatergästen und Geschäftsleuten.
5. Das neue Schiller-Theater in Rudolstadt
"Es war ein historischer Glücksfall", sagt der Chefdramaturg Michael Kliefert.
Mit dem Baseler Frieden 1795 entstand ein kultureller und politischer Freiraum,
der die Hochphase der Weimarer Klassik in der Region erst ermöglichte.
Rudolstadt war dabei ein wichtiges Pflaster: Die Residenzstadt des Fürstentums
Schwarzburg-Rudolstadt entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum, das die
Größen des 18./19. Jahrhunderts anzog, darunter Goethe, Fichte, Humboldt,
Schopenhauer, Liszt und Wagner. In besonderer Weise ist Friedrich Schiller mit
Rudolstadt verbunden: Hier entstanden die ersten Ideen zum Lied von der Glocke,
hier lernte er Charlotte von Lengefeld und ihre Schwester Caroline kennen und
traf Johann Wolfgang Goethe zum ersten Mal.
Das Schiller-Theater blickt also wie das Meininger Staatstheater auf eine große
Vergangenheit zurück, die sich in einer lebendigen Theatergegenwart spiegelt.
Neben Kliefert ist der Intendant Steffen Mensching seit 2008 prägend für das
Theatergeschehen in Rudolstadt. Mit Schillers Drama "Don Karlos" wurde das
Schiller-Theater (https://schiller-theater.de/) nach acht Jahren
Interimsspielstätte im September 2025 wiedereröffnet.
6. Ekhof-Theater im Schloss Friedenstein in Gotha
Paradox und zugleich naheliegend: Es gibt nur ein Schloss, dessen Bau im
30-jährigen Krieg begonnen wurde, und das heißt Friedenstein. Herzog Ernst I.
ließ Deutschlands größte frühbarocke Schlossanlage 1643-54 auf den Ruinen der
Burg Grimmenstein errichten. Ab 1775 gründete Herzog Ernst II. hier das erste
stehende deutsche Hoftheater mit einem festen Ensemble, geleitet von dem
berühmten Schauspieler Conrad Ekhof. Heute ist das Ekhof-Theater
(https://www.stiftung-friedenstein.de/ekhof-theater) das älteste Barocktheater
der Welt mit noch funktionierender Bühnenmaschinerie aus dem 17. Jahrhundert.
Die Kulissenbühne mit Schnellverwandlungsmaschinerie wirkt magisch: Wie von
Geisterhand wechseln die Bühnenbilder binnen Sekunden. Allerdings sind es
menschliche Hände, die unter der Bühne mit Seilen und Wellbäumen die
Kulissenflügel bewegen.
Ein einmaliges Erlebnis genießt, wer einer Aufführung im Ekhof-Theater beiwohnt,
denn auch das ist noch möglich: Beim berühmten Ekhof-Festival werden im Sommer
Werke in historischen Inszenierungen mit passendem Bühnenbild und entsprechenden
Kostümen präsentiert. Das prächtige Theater mit nur 165 Plätzen garantiert ein
intimes Theatererlebnis mit spektakulären barocken Effekten. Im Sommer 2026 wird
Molières Komödie "Die Schule der Frauen" gespielt.
7. Herzogliches Museum Gotha
Grandios ist die Sammlung an Kunstschätzen von der Antike bis in die Neuzeit,
die die Gothaer Herzöge über fast vier Jahrhunderte zusammengetragen haben.
Ägyptische Mumien und japanische Lackkästchen, Porzellan und Böttgersteinzeug,
Fächer und Korkmodelle, Meisterwerke von Peter Paul Rubens, Jan van Goyen, Lucas
Cranach dem Älteren und Caspar David Friedrich: All dies und noch viel mehr ist
zu sehen im prachtvollen Herzoglichen Museum
(https://www.stiftung-friedenstein.de/herzogliches-museum) , das 1864-79
gegenüber Schloss Friedenstein (https://www.stiftung-friedenstein.de/) im Stil
des Historismus errichtet wurde. Unbedingt zu empfehlen: eine Führung, denn die
vielen Geschichten rund um diese Sammlung lassen die Exponate noch mal in einem
neuen Licht erscheinen - etwa der Kunstkrimi rund um die zersägte "Salome". Auch
macht das Haus immer wieder mit großen Sonderausstellungen von sich reden. Mit
Sicherheit Aufsehen erregen wird die Schau "Rembrandt 1632. Entstehung einer
Marke" im Herbst 2026. Tipp: Um das Schloss in Gotha erstrecken sich weitläufige
Parkanlagen mit englischem und barockem Garten sowie einer Gartenanlage des 19.
Jahrhunderts.
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Theresa Wolff
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OTS: Thüringer Tourismus GmbH
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