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Hamburg (ots) - Der geplante Wegfall der Einspeisevergütung im EEG würde viele
Mieterstromprojekte unwirtschaftlich machen - obwohl Mehrfamilienhäuser enormes
Solarpotenzial bieten
Der im Entwurf des EEG 2027 vorgesehene Wegfall der Einspeisevergütung für
kleine Photovoltaik-Dachanlagen würde Mieterstrom in Deutschland erheblich
ausbremsen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft
(IW) im Auftrag der Energiegenossenschaft Green Planet Energy.
Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy, warnt vor den Folgen: "Wenn
die Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen gestrichen wird, bricht
ausgerechnet dort der Zugang zu günstigem Solarstrom weg, wo er dringend
gebraucht wird - in ganz normalen Mehrfamilienhäusern. Millionen Mieterinnen und
Mieter würden von der Energiewende faktisch ausgeschlossen."
Mieterstrom ist Solarstrom vom Dach eines Mehrfamilienhauses, der direkt an die
Bewohner:innen geliefert wird - günstiger als die Grundversorgung. Für viele
Mieter:innen ist das der einfachste und direkteste Weg, an der Energiewende
teilzuhaben.
Die Analyse des IW zeigt nun: Fällt die Einspeisevergütung weg, sind kleine und
mittlere Mieterstromprojekte in der Regel wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.
Damit droht ausgerechnet im Mietwohnungsbereich ein Rückschritt, obwohl rund
jede zweite Person in Deutschland zur Miete wohnt.
Wirtschaftlichkeit kippt vor allem bei kleineren Mieterstromprojekten
Dabei bleibt schon heute viel Potenzial ungenutzt: In Deutschland gibt es rund
drei Millionen Mehrfamilienhäuser, doch bislang sind nur wenige tausend
Mieterstromanlagen registriert. Technisch könnten bis zu 20 Millionen Wohnungen
mit Gebäude- oder Mieterstrom versorgt werden. Gerade in Städten ließe sich so
günstiger Solarstrom für Millionen Haushalte nutzbar machen und ein bislang
blinder Fleck der Energiewende schließen.
Die Modellrechnungen zeigen deutlich: Kleine und mittlere Mieterstromprojekte
wären ohne Einspeisevergütung nicht mehr wirtschaftlich. Während größere
Projekte Skaleneffekte nutzen können, geraten Anlagen auf typischen
Mehrfamilienhäusern mit acht oder 30 Wohneinheiten schnell ins Minus. Die
Einspeisevergütung ist damit keine Zusatzrendite, sondern ein zentraler
Bestandteil eines tragfähigen Geschäftsmodells.
Studienautor Dr. Ralph Henger vom IW erklärt: "Unsere Berechnungen zeigen, dass
die Einspeisevergütung für viele Mieterstromprojekte ein zentraler Bestandteil
der Wirtschaftlichkeit ist. Fällt sie ersatzlos weg, werden viele kleine und
mittlere Projekte in Mehrfamilienhäusern wirtschaftlich nicht mehr tragfähig."
Alternativen wie die Direktvermarktung können den Wegfall der Vergütung nur
begrenzt kompensieren. Zudem hängt die Wirtschaftlichkeit stark von der
Teilnahmequote der Mieter:innen ab - ein Faktor, der sich gerade im Bestand nur
eingeschränkt steuern lässt.
Was Mieterstrom jetzt braucht
Aus Sicht von Green Planet Energy braucht der Mieterstrom jetzt klare und
verlässliche Rahmenbedingungen. Tangermann fordert: "Damit Mieterstrom in
Mehrfamilienhäusern funktioniert, müssen sich die Projekte rechnen. Kurzfristig
bedeutet das: Entweder bleibt die Einspeisevergütung für kleine Dach-PV-Anlagen
erhalten - oder sie wird durch einen erhöhten, praxistauglichen
Mieterstromzuschlag aufgefangen. Mittel- und langfristig kann Mieterstrom auch
ohne Förderung auskommen. Dafür müssen allerdings bürokratische Hürden abgebaut,
Prozesse vereinfacht und Regulierung verschlankt werden - von Messkonzepten über
die Abrechnung bis hin zu schnelleren und standardisierten Genehmigungen durch
Netzbetreiber."
Eine entscheidende Rolle für die Wirtschaftlichkeit von Mieterstrom spielen
außerdem Batteriespeicher. Sie erhöhen den Eigenverbrauch und können künftig -
bei passenden Rahmenbedingungen - zur Stabilisierung der Rendite beitragen. Ihr
Einsatz wird jedoch durch fehlende bundesweit einheitliche Vorgaben erschwert.
Hier ist die Bundesregierung gefordert, den regulatorischen Flickenteppich zu
beenden und die Integration von Speichern voranzubringen.
Terminhinweis: Im Rahmen der Berliner Energietage stellen wir die Studie am 17.
April von 10:00-11:30 Uhr vor und diskutieren, wie sich Mieterstrom so skalieren
lässt, dass mehr Menschen von grüner, günstiger Energie profitieren. Jetzt
kostenfrei anmelden: Event | ENERGIETAGE 2026 (https://www.energietage.de/event/
d278-energiewende-fuer-alle-gemeinsam-zu-sozial-gerechter-teilhabe-in-der-stadt.
html)
Download:
- Studie: Mieterstrom ohne EEG-Vergütung - Berechnungen zu den Auswirkungen
einer Streichung der EEG-Einspeisevergütung auf Mieterstromprojekte
(https://tinyurl.com/55hmncru)
- Factsheet: Ohne EEG-Vergütung sind die meisten Mieterstromprojekte nicht mehr
wirtschaftlich (https://tinyurl.com/yu9nzebd)
Green Planet Energy , 1999 von Greenpeace gegründet, gehört ihren mehr als
50.000 Mitgliedern und ist damit Deutschlands größte Energiegenossenschaft. Sie
versorgt rund 200.000 Haushalte und Geschäftskund:innen mit innovativen
Ökostrom- und Gasprodukten. Dabei setzt Green Planet Energy auf Stromerzeugung
aus 100 Prozent erneuerbaren Energien: Die Genossenschaft betreibt Wind- und
Solarparks sowie Elektrolyseure zur Produktion von grünem Wasserstoff (Windgas)
und bezieht Strom ausschließlich aus Direktlieferverträgen - garantiert ohne
Kohle- oder Atomstrom. Green Planet Energy unterstützt Kund:innen, Unternehmen
und Kommunen bei ihrer Energiewende - von der eigenen Wärmepumpe über PV-Anlagen
und Mieterstromprojekte bis hin zur kommunalen Wärmeplanung. Als nicht
profitmaximierende Genossenschaft engagiert sich Green Planet Energy auch
politisch für eine nachhaltige und sozial gerechte Energiewende.
https://green-planet-energy.de/
Pressekontakt:
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