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Hannover (ots) - Hannover/Kalbe (Milde) - Im Zuge der Einsatzmaßnahmen, die im
Zusammenhang mit der aufgedeckten illegalen Zigarettenherstellungs-fabrik im
Altmarkkreis Salzwedel stehen, wurden bis zum Freitagabend insgesamt vier
Tatverdächtige festgenommen. Unterdessen gehen die Beweissicherung vor Ort und
der Abtransport der illegalen Zigarettenfabrik weiter.
Bei den vier festgenommenen Personen, allesamt bulgarische Staatsangehörige,
handelt es sich um drei Männer im Alter zwischen 39 und 56 Jahren und eine
31-jährige Frau. Sie wurden noch am Samstag dem Haftrichter vorgeführt, der für
alle vier die Untersuchungshaft anordnete. Sie werden verdächtigt, innerhalb der
Gruppierung, die die Zigarettenproduktion betrieben hat, für die
Transportlogistik zuständig gewesen zu sein. In der Halle selbst trafen die
Einsatzkräfte zum Zeitpunkt des Zugriffs am Freitag niemanden an.
Die für die illegale Zigarettenherstellung genutzten Räumlichkeiten wurden durch
die Täter aufwendig ausgebaut und eingerichtet. Um das Entdeckungsrisiko durch
Anwohner und Behörden möglichst gering zu halten, haben die Täter unter anderem
durch professionelle Geräuschdämmung und abgeklebte Fenster das kriminelle
Geschehen im Inneren nach außen abgeschirmt. Auch eine Videoüberwachungsanlage
wurde installiert.
Die dort eingesetzten Arbeiter, mutmaßlich bis zu zwölf Personen, waren den
bisherigen Erkenntnissen nach über einen längeren Zeitraum hinweg unter
fragwürdigen Lebensbedingungen in den Räumlichkeiten eingeschlossen, um im
Umfeld und in der Nachbarschaft der Produktionsanlage keine Aufmerksamkeit zu
erregen.
Neben den Produktions- und Verpackungsmaschinen und den rund 30 Millionen fertig
produzierten Zigaretten stellten die Zollfahnder in der Halle mindestens 40
Tonnen Tabakfeinschnitt und große Mengen Vormaterialien für die
Zigarettenproduktion sicher, darunter Filter, Hülsen, bedruckte Kartonzuschnitte
für Zigarettenschachteln, Folien, sowie Betriebsstoffe für die Maschinen. Für
die Wartung und Instandhaltung der Herstellungsanlage war als Teil der sehr
umfangreichen Logistik eine Werkstatt eingerichtet.
Über das ganze Wochenende hinweg setzten die Einsatzkräfte ihre Arbeit fort.
Beim Abbau und Abtransport der Beweismittel wurde der ZOLL vor Ort intensiv
durch Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus Salzwedel, Haldensleben,
Magdeburg, Burg und Brandenburg/Havel unterstützt.
"Allein der industrielle Maßstab der durch uns aufgedeckten illegalen
Zigarettenproduktion in Kalbe zeigt, dass wir es hier mit Organisierter
Kriminalität zu tun haben" erklärt Monika Dennhardt, Leiterin des
Zollfahndungsamtes Hannover. Dennhardt ergänzt: "Der entstandene Steuerschaden
in Millionenhöhe trifft am Ende die Allgemeinheit, da die Einnahmen für zentrale
Aufgaben wie Infrastruktur, Bildung und Sicherheit fehlen. Aber auch vor den
gesundheitlichen Folgen des Konsums von Tabakwaren aus illegaler Produktion kann
nur mit Nachdruck gewarnt werden. Auch in diesem Fall stießen unsere
Einsatzkräfte auf hygienisch unhaltbare Produktionsbedingungen."
Die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Hannover im Auftrag der
Staatsanwaltschaft Bielefeld (hier: Schwerpunktabteilung für besonders
umfangreiche Wirtschaftsstrafsachen und Verfahren der organisierten
Kriminalität) dauern weiterhin an.
Rückfragen bitte an:
Zollfahndungsamt Hannover
Guido Mäke
Telefon: 0511 / 8990 1004
E-Mail: mailto:guido.maeke@zfah.bund.de
http://www.zoll.de
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