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Berlin (ots) - Die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie "Lebenssituation, Sicherheit
und Belastung im Alltag (LeSuBiA)" zeigen aus Sicht des Bund Deutscher
Kriminalbeamter e.V. (BDK) deutlich, dass Gewalt ein zentrales
gesellschaftliches Problem ist und Frauen davon in besonderer Weise betroffen
sind.
Die Studie belegt, dass Frauen insgesamt häufiger und schwerer von Gewalt
betroffen sind als Männer, insbesondere bei sexuellen Übergriffen, sexueller
Belästigung und Stalking. Gleichzeitig macht sie sichtbar, dass auch Männer
Opfer von Gewalt werden - vor allem in Partnerschaften. Entscheidend ist jedoch:
Frauen erleben häufiger schwere Folgen, Verletzungen, Angst und
lebensbedrohliche Situationen.
Zugleich offenbart LeSuBiA eine erhebliche Diskrepanz zwischen erlebter und
angezeigter Gewalt. In vielen Bereichen liegt die Anzeigequote unter zehn
Prozent, in Partnerschaften teilweise unter fünf Prozent. Damit bleibt ein
Großteil der Gewalt unsichtbar.
Dirk Peglow, Bundesvorsitzender des BDK: "Die Studie zeigt eindrücklich, dass
Gewalt gegen Frauen kein Randphänomen ist, sondern strukturell verankert. Wer
das weiterhin als individuelles Problem betrachtet, verkennt die
gesellschaftliche Dimension. Wir brauchen eine klare politische Einordnung - und
da-raus abgeleitet konsequentes Handeln."
Die Ergebnisse machen deutlich, dass Gewaltbetroffenheit eng mit
gesellschaftlichen Macht- und Abhängigkeitsstrukturen zusammenhängt. Frauen sind
in besonderer Weise vulnerabel, auch wenn Gewalt grundsätzlich alle Geschlechter
betrifft.
Der BDK betont zugleich: Polizei allein kann dieses Problem nicht lösen.
"Kriminalpolitik kann gesellschaftliche Ursachen von Gewalt nicht beseitigen.
Sie kann schützen, verfolgen und intervenieren - aber Prävention, Aufklärung,
Unterstützungssysteme und gesellschaftlicher Wandel müssen gemeinsam gedacht
werden", so Peglow weiter.
Die Studie liefert erstmals umfassende geschlechterübergreifende Dunkelfelddaten
zu Gewalterfahrungen in Deutschland und schließt damit eine zentrale
Forschungslücke. Erst durch die Kombination von Hellfeld- und
Dunkelfeldinformationen entsteht ein realistisches Bild über Ausmaß, Strukturen
und Entwicklungen von Gewalt.
Aus Sicht des BDK ergeben sich daraus klare Konsequenzen: -Gewalt gegen Frauen
muss stärker als gesamtgesellschaftliches und politisches Problem anerkannt
werden
- Schutz- und Hilfesysteme müssen weiter ausgebaut und
niedrigschwelliger erreichbar werden
- Anzeigehemmnisse müssen reduziert und Betroffene konsequenter
unterstützt werden
- Prävention, Bildung und gesellschaftliche Aufklärung müssen
gestärkt werden
- Polizei braucht weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen, um
wirksam schützen und intervenieren zu können
LeSuBiA macht zudem deutlich, dass jüngere Menschen besonders häufig von Gewalt
betroffen sind und dass Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend langfristige
Folgen haben können. Auch regionale Unterschiede und neue Gewaltformen, etwa im
digitalen Raum, werden sichtbar.
"Die Studie liefert eine evidenzbasierte Grundlage für kriminalpolitische
Entscheidungen. Jetzt kommt es darauf an, dass Politik und Gesellschaft daraus
die richtigen Schlüsse ziehen. Wegsehen ist keine Option mehr", so Peglow.
Rückfragen bitte an:
Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
Telefon: +49 171 3441846
E-Mail: presse@bdk.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/72365/6213401
OTS: Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
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