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Schweinfurt / Frankfurt am Main / Hamburg / Hanau / Karlsruhe (ots) - Im Auftrag
der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main geht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit
(FKS) des Zolls seit den frühen Morgenstunden mit einer Vielzahl an
Einsatzkräften gegen ein komplexes Kettenbetrugsgeflecht u.a. im
Sicherheitsgewerbe vor.
Im Fokus der Ermittlungen stehen sechs Tatverdächtige im Alter von 24 bis 52
Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, über ein Konstrukt mit sogenannten
Abdeckrechnungen Schwarzgeld generiert zu haben, um Personal, unter anderem in
der Sicherheitsbranche, illegal zu entlohnen. Auf diese Weise sollen in
erheblichem Umfang Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen worden
sein. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen beläuft sich der durch dieses
System verursachte Schaden auf mehr als 3,1 Millionen Euro.
Mehr als 220 Beamtinnen und Beamte des Zolls, darunter Spezialeinheiten und ein
Bargeldspürhund, durchsuchen derzeit knapp 20 Wohn- und Geschäftsräume in den
Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Unterstützt wird der Zoll dabei auch
von der Steuerfahndung. Der Schwerpunkt der Maßnahmen konzentriert sich auf
Durchsuchungen in Karlsruhe und Hamburg.
Bereits am gestrigen Dienstag wurde in diesem Zusammenhang ein vom Amtsgericht
Frankfurt am Main erlassener Haftbefehl gegen einen der Beschuldigten
vollstreckt.
Im Rahmen der heutigen Durchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel, darunter
auch Computer und Mobiltelefone sichergestellt, die nun von zolleigenen
Spezialisten ausgewertet werden. Zur Sicherung staatlicher Ansprüche hat das
Amtsgericht Frankfurt am Main auf Antrag der Staatsanwaltschaft Vermögensarreste
in Höhe von mehr als 2,7 Millionen Euro angeordnet.
Die Ermittlungen sowie die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauern
an.
Hintergrundinfos:
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Schweinfurt prüft und
ermittelt unter anderem sehr komplex gestaltete Formen von Schwarzarbeit und
illegaler Beschäftigung, wie zum Beispiel Kettenbetrug.
Beim Kettenbetrug bedienen sich Täterfirmen mehrstufiger Konstruktionen aus
Scheinfirmen und sogenannten Abdeckrechnungen. Dabei werden fingierte Rechnungen
für nie erbrachte Leistungen ausgestellt, um illegale Schwarzlohnzahlungen zu
verschleiern oder Geldflüsse zu tarnen.
Durch diese Vorgehensweise wird der Anschein regulärer Geschäftsbeziehungen
erweckt, während tatsächlich Sozialversicherungsbeiträge und Steuern in großem
Umfang hinterzogen werden. Oftmals sind die beteiligten Firmen nur eine
bestimmte Zeit aktiv und wechseln regelmäßig Namen, verantwortlich Handelnde
oder Geschäftssitze, um eine Nachverfolgung durch Ermittlungsbehörden zu
erschweren.
Der Zoll bekämpft diese Formen organisierter Wirtschaftskriminalität mit
spezialisierten Ermittlungsgruppen, die die komplexen Finanzströme und
Scheinstrukturen aufdecken und die hierfür Verantwortlichen zur strafrechtlichen
Verantwortung ziehen.
Rückfragen bitte an:
Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main
Pressesprecher
Oberstaatsanwalt Dominik Mies
Tel.: 069/1367-8450
E-Mail: pressestelle@sta-frankfurt.justiz.hessen.de
Hauptzollamt Schweinfurt
Pressesprecher
Benedikt Danz
Tel.: 09721/6464-1030
E-Mail: presse.hza-schweinfurt@zoll.bund.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/121261/6223580
OTS: Hauptzollamt Schweinfurt
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