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Siegen-Wittgenstein (ots) - Es zeichnete sich bereits zum Ende des Jahres 2025
ab. Nun liegen die offiziellen Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025
vor. Und für den Kreis Siegen-Wittgenstein lässt sich eine sehr erfreuliche
Bilanz ziehen. Rückläufige Straftaten insgesamt, dazu sinkende Fallzahlen in den
wichtigen Bereichen "Gewaltkriminalität" und "Straßenkriminalität". Dazu kommt
Platz 1 im Bereich der Aufklärungsquote.
Landrat Andreas Müllers erster Kommentar fällt entsprechend positiv aus: "Wir
haben landesweit zum dritten Mal in Folge die höchste Aufklärungsquote erzielt.
Das ist schon ein ganz besonderes Ergebnis. Was für mich aber genauso wichtig
ist: In Zeiten, wo immer wieder über Kriminalitätsfurcht gesprochen wird, sind
rückläufige Zahlen bei Straftaten, gerade auch in den Bereichen der Gewalt- und
Straßenkriminalität, sehr wichtige objektive Fakten. Allein dieses kurze Fazit
zeigt, dass unsere Polizei sehr gute Arbeit geleistet hat."
13.263 Delikte weist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das
Kreisgebiet aus. Dies sind 1.826 Fälle weniger als noch im Jahr 2024, ein
Rückgang um mehr als 12 Prozent. Mit Ausnahme auf den Coronazeitraum
(2020/2021), wo viele Statistikbereiche deutliche Abweichungen aufwiesen, ist
dies der niedrigste Wert der letzten 10 Jahre.
Auch der Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde, Leitender Polizeidirektor
Klaus Bunse, betont beim Blick auf die Statistik stolz: "Uns ist es nochmals
gelungen, die Aufklärungsquote zu steigern. Das bedeutet, dass eine Vielzahl von
Straftaten ermittelt und Täterinnen und Täter überführt werden konnten. Ein
wichtiges Signal in puncto Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger im
Kreisgebiet. Ebenfalls sehr erfreulich: Auch mit Blick auf das Oberzentrum des
Kreises, die Stadt Siegen, weist die PKS rückläufige Fallzahlen auf (-13,5
Prozent). Mit 7.103 Straftaten ist dies die niedrigste Straftatenzahl der
letzten 10 Jahre."
Maßgeblich verantwortlich für den kreisweiten Rückgang der Straftaten sind
insbesondere sinkende Fallzahlen im Bereich der Diebstahlsdelikte (- 799
Straftaten, Rückgang um fast 18 Prozent). Bereits im Jahr 2024 gab es in diesem
Deliktsbereich einen deutlichen Rückgang um 785 Taten. Mit 3.663
Diebstahlsdelikten ist dies der niedrigste Stand der letzten zehn Jahre. Weitere
Rückgänge gab es im Bereich der Betäubungsmitteldelikte (-233 Straftaten,
Rückgang um fast 30 Prozent) sowie im Bereich der Sachbeschädigungen (-150
Fälle, Rückgang um 9,15 Prozent. Im Bereich der Erpressung auf sexueller
Grundlage gab es ein größeres Ermittlungsverfahren gegen mehrere Beschuldigte im
Kreisgebiet, welches 2024 zum Abschluss gebracht werden konnte. Hieraus
resultiert nun im letzten Jahr ein Rückgang um 309 Fälle.
Betrachtet man die Diebstahlsdelikte genauer, so weist die PKS insgesamt die
bereits genannten 3.663 Fälle auf. Allein 1.200 Straftaten entfallen dabei auf
Ladendiebstähle. Damit macht allein dieser Bereich fast 33 Prozent aller
Diebstahlsdelikte aus. Im Vergleich zum Jahr 2024 sank die Zahl der
Ladendiebstähle um 205 Fälle. Unter die Diebstahlsdelikte fallen auch die
Einbruchsdelikte. Nachdem bereits 2024 ein sehr erfreulicher Rückgang um 36
Prozent registriert werden konnte, gab es in 2025 einen weiteren Rückgang um
fast 20 Prozent auf nunmehr 304 Fälle der Einbruchskriminalität. Zu der
Einbruchskriminalität zählen auch die Wohnungseinbrüche. 2025 kam es zu 133
Wohnungseinbrüchen. Das sind 2 Prozent weniger als noch 2024. Damit sind im
10-Jahresvergleich nur die beiden Coronajahre mit jeweils 129 Wohnungseinbrüchen
geringfügig niedriger. Positiv ist ebenfalls, dass knapp die Hälfte der Taten im
Versuchsstadium endeten, das heißt, die Täter machten keine Beute, zum Beispiel
weil sie gar nicht erst in die Wohnung oder das Haus gelangten.
Sehr erfreulich ist der Rückgang der Delikte der sogenannten
Straßenkriminalität. Hier gingen die Straftaten um 324 Delikte und damit um 12
Prozent zurück. Bereits im Jahr 2024 waren die Delikte in diesem Bereich um mehr
als 14 Prozent rückläufig. Auch im Bereich der Gewaltdelikte, wo verschiedene
Straftaten zusammengefasst werden, ist ein Rückgang der Fallzahlen um fast 6
Prozent auf nunmehr 552 Delikte zu verzeichnen. Auch hier gab es im Jahr 2024
bereits einen Rückgang um 6 Prozent.
In der PKS werden seit einigen Jahren Sachverhalte, bei denen ein Messer als
Angriffswaffe eingesetzt wurde, gesondert ausgewiesen. 2023 kam es laut PKS im
Kreisgebiet mit 83 solcher Vorfälle zu dem bisherigen Höchststand. 2024 waren es
noch 68 Fälle und im vergangenen Jahr sank die Anzahl nochmals auf 54 Fälle.
In der Stadt Siegen mit allen Stadtteilen zusammen sank die Anzahl der
Messereinätze um neun auf nunmehr 36 Fälle und blieb damit deutlich unter dem
Höchstwert von 2022 mit 56 Delikten. Neun dieser Messereinsätze fanden im
öffentlichen Bereich statt (Bereich Straßenkriminalität), im Jahr 2024 waren es
noch 14 Fälle.
Landrat Andreas Müller zeigte sich auch ansonsten sehr zufrieden mit den
weiteren Entwicklungen für die Stadt Siegen: "Die Gewaltkriminalität sank zum
zweiten Mal in Folge. 2025 gingen hier die Delikte um mehr als 12 Prozent auf
336 Fälle zurück. Im Jahr 2023 waren es noch 399 Fälle. Ich habe in den letzten
beiden Jahren die Strategische Fahndung als Maßnahme in der Innenstadt
durchführen lassen. Wie bereits mehrfach erläutert, ging es uns dabei
insbesondere darum, unsere Spielregeln zu verdeutlichen und zu signalisieren,
dass wir Gewalt nicht tolerieren. Die Strategischen Fahndungen standen natürlich
nicht isoliert da. Wir setzten mit vielen Schwerpunkt- und Sonderkontrollen und
einer erhöhten Präsenz in der Innenstadt diese Ausrichtung weiter fort."
Nach Bewertung der Polizei war dieser Ansatz erfolgreich. Gerade bei Straftaten,
die auf der Straße passieren und dort ihren Ausgang haben, also der
Straßenkriminalität, sieht man die positive Wirkung noch deutlicher. Hier konnte
bereits 2024 ein Rückgang um 15 Prozent erreicht werden. 2025 folgte ein
weiterer Rückgang um über 18 Prozent auf nunmehr 1.276 Fälle (2023 waren es noch
1.832 Taten). Das ist einschließlich der beiden Corona-Jahre 2020 und 2021 der
niedrigste Wert seit 2013.
Abteilungsleiter Klaus Bunse führt ergänzend dazu aus: "Natürlich freuen wir uns
über diese tollen Ergebnisse und sie bestätigen auch, dass unsere strategische
Aufstellung in Sachen Kriminalitätsbekämpfung erfolgreich ist. Dabei war es uns
wichtig, auch weiterhin den Fokus nicht nur auf das Oberzentrum des Kreisgebiets
zu richten. Wir wollen natürlich auch die anderen Bereiche nicht aus dem Blick
verlieren. Uns ist sehr wohl bewusst, dass gerade auch die ländlicheren Gebiete
für reisende Tätergruppen Anreize bieten. Das haben wir im vergangenen Jahr zum
Beispiel durch kleinere Diebstahls- und Einbruchserien im Wittgensteiner Bereich
erleben müssen. Aber die Ermittlungen laufen auch hier auf Hochtouren, um diese
Taten aufzuklären. Zudem ist der Wachdienst sensibilisiert und hat seine
Streifentätigkeit entsprechend ausgerichtet.
Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass alle Menschen in Siegen-Wittgenstein in
einer sicheren Region leben können und wir setzen alles daran, dieses Ziel auch
zu erreichen. Insofern freut es mich außerordentlich, dass wir neben der
eingangs erwähnten landesweit höchsten Aufklärungsquote mit einer kreisweiten
Kriminalitätshäufigkeitszahl von 4.839 (Anzahl der Straftaten bezogen auf je
100.000 Einwohner) einen sehr niedrigen Wert aufweisen, insbesondere im
Landesvergleich (7.524).
Solche Ergebnisse sind keine "Selbstläufer", sondern sie sind der Lohn für das
bisherige Engagement meiner Kolleginnen und Kollegen, welches immer wieder über
das normale Maß hinaus geht. Wir stellen fest, dass die Anforderungen, die an
die Polizei gestellt werden, nicht weniger werden, so dass das zur Verfügung
stehende Personal immer mehr an seine Grenzen kommt. Damit diese Grenzen nicht
überschritten werden, haben wir aktuell nach längerer Analyse- und Planungsphase
eine Neuorganisation der Direktion Kriminalität durchgeführt, um noch
effizienter und zukunftssicher im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung
aufgestellt zu sein.
Dies erläutert Landrat Andreas Müller genauer: "Durch die Rückmeldungen der
Kolleginnen und Kollegen der Polizeibehörde weiß ich, dass die Erfolge oftmals
nur dank des überdurchschnittlichen Einsatzwillens möglich sind. Die damit
einhergehende Belastung war auch einer der Gründe, warum die angestrebte
Neuorganisation der Direktion Kriminalität innerhalb der Belegschaft auf ein
durchweg positives Echo stieß. Ich bin überzeugt, dass wir hier genau zur
richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen und die Weichen für die
Zukunft gestellt haben.
Und vielleicht kann ich im nächsten Jahr an dieser Stelle das gleiche Fazit
ziehen wie in diesem und in den Jahren zuvor: Die Wahrscheinlichkeit, hier im
Kreisgebiet Opfer einer Straftat zu werden, ist deutlich geringer als im
Landesdurchschnitt und hier werden prozentual landesweit gesehen die meisten
Straftaten aufgeklärt. Die Menschen in Siegen-Wittgenstein leben in einer
vergleichsweise sicheren Region."
Ein ausführlicher Bericht zur PKS 2025 ist auf der Homepage der
Kreispolizeibehörde abrufbar:
https://siegen-wittgenstein.polizei.nrw/artikel/polizeiliche-kriminalstatistik-2
025-5
Rückfragen bitte an:
Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0271 - 7099 1222
E-Mail: pressestelle.siegen-wittgenstein@polizei.nrw.de
https://siegen-wittgenstein.polizei.nrw/
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/65854/6228963
OTS: Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
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