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Lippe (ots) - Am 11.03.2026 stellte Behördenleiter Meinolf Haase gemeinsam mit
Abteilungsleiter Polizei, Polizeidirektor Alexander Fenske, und Polizeirätin
Julia Breitenstein, Leiterin der Direktion Verkehr, die Verkehrsunfallzahlen für
das Jahr 2025 vor.
Trotz insgesamt mehr Verkehrsunfällen als im Jahr zuvor, gab es
erfreulicherweise weniger Menschen, die durch einen Verkehrsunfall verletzt
wurden oder sogar ihr Leben verloren haben.
"Jeder Verkehrsunfall kann tragische und schwere Folgen haben. Deshalb muss es
im Kreis Lippe auch weiterhin unser Ziel sein, Verkehrsunfälle zu reduzieren und
die Zahl von Verletzten und Toten zu senken. Doch das schaffen wir nur mit der
Hilfe jedes Einzelnen. Verkehrssicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe, zu der
alle Menschen in Lippe beitragen können und auch müssen", so Meinolf Haase,
Behördenleiter der Polizei.
"Im Straßenverkehr wird es komplexer und dichter. Wir müssen uns alle den engen
Verkehrsraum teilen - egal ob auf dem Rad, im Auto, auf dem E-Scooter oder zu
Fuß. Da ist gegenseitige Rücksichtnahme das A und O", ergänzte Polizeirätin
Julia Breitenstein. Weiter wies sie darauf hin: "Das Thema Ablenkung im
Straßenverkehr bereitet uns Sorgen, hier haben wir bei Kontrollen regelmäßig
erschreckende Zahlen: Viel zu viele nutzen das Handy während der Fahrt und
riskieren damit einen Verkehrsunfall. Da jeder sicher zu Hause ankommen will,
appelliere ich an alle: Legen Sie das Handy bei der Fahrt zur Seite!"
Anzahl der Verkehrsunfälle
2025 gab es in Lippe insgesamt 10.618 Verkehrsunfälle - 557 mehr als im Vorjahr
(+5,7 %).
Gemessen an der Einwohnerzahl nimmt die Polizei Lippe landesweit den 20. Rang in
der Unfallhäufigkeit ein. Das Risiko, im Kreis Lippe bei einem Verkehrsunfall zu
verunglücken, liegt somit weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt des Landes
Nordrhein-Westfalen.
Auch mit der Verunglücktenhäufigkeitszahl von 385 befindet sich Lippe deutlich
unter dem Landeswert von 450 (Platz 19 im Vergleich aller 47 Polizeibehörden in
ganz NRW).
Eine leichte Steigerung wurde leider auch bei Verkehrsunfällen mit
Personenschäden verzeichnet: Bei 1.053 Verkehrsunfällen sind Menschen verletzt
oder getötet worden (+0,9 %).
Gestiegen sind ebenfalls die Unfälle mit Sachschäden um +6,3 % auf 9.565.
Die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten blieb weiterhin unbefriedigend hoch: Bei
2.055 Verkehrsunfällen flüchteten Beteiligte vom Unfallort - in 95 Fällen wurden
Verletzte zurückgelassen (+6,3 %). Rund 51 % dieser Unfallfluchten mit
Verletzten konnten aufgeklärt werden. Dabei spielen Zeugenhinweise stets eine
entscheidende Rolle bei den Ermittlungen: Wer einen Verkehrsunfall beobachtet,
sollte sich immer unverzüglich bei der Polizei melden und seine Hinweise
weitergeben.
Verkehrsunfallfolgen
Die Anzahl der Menschen, die bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verloren haben,
ist gegenüber dem Vorjahr von 11 auf 7 Personen gesunken (-36 %).
1.335 Personen wurden bei Verkehrsunfällen auf lippischen Straßen verletzt - das
entspricht einem leichten Rückgang von -1 %: Insgesamt 1.120 Menschen erlitten
leichte Verletzungen. 215 Personen galten als schwerverletzt, das heißt sie
mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden (-7 %).
Verunglückte bei Verkehrsunfällen
- Kinder (bis 14 Jahre): 128 (+4 %)
- Jugendliche (15-17 Jahre): 103 (+23 %)
- Junge Erwachsene (18-24 Jahre): 199 (-10 %) - 3 davon starben
- Senioren (65 +): 200 (+3,6 %) - 4 davon starben
Verkehrsbeteiligung
- Anzahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen mit PKW-Beteiligung
weiterhin auf einem hohen Niveau (4 Getötete)
- Deutlicher Rückgang von Verletzten durch Unfälle mit
motorisierten Zweirädern
- Leichter Anstieg der Verunglückten bei Verkehrsunfällen mit
Fahrrad/E-Bike (3 Getötete)
- Weiterer Anstieg bei Verletzten durch Unfälle mit einem
E-Scooter - vor allem im Bereich der Erwachsenen sowie der
Kinder, die das Fahrzeug noch gar nicht fahren dürfen
- Nahezu gleiches Niveau bei verletzten Fußgängern
Hauptunfallursachen
Geschwindigkeit, Vorfahrt und Abbiegen sind die häufigsten Ursachen für
Verkehrsunfälle mit Verletzten.
Obwohl die Zahlen bei Unfällen mit Verletzten durch Geschwindigkeit um -10,8 %
gesunken sind, bleibt die Wahrscheinlichkeit dennoch besonders hoch, wegen zu
hohem Tempo bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden.
Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen sind weniger Personen bei Unfällen
verletzt worden (-15,5 %).
Im Rahmen der Pressekonferenz gab es die Möglichkeit an einem
E-Scooter-Simulator selbst einmal auf den Roller zu steigen, um virtuell mit
alltäglichen Gefahrensituationen im Straßenverkehr konfrontiert zu werden.
Den Jahresbericht zur Verkehrsunfallentwicklung 2025 im Detail finden Sie auf
unserer Website: https://lippe.polizei.nrw/artikel/verkehrsunfallstatistik-0
Ergänzend zur Pressekonferenz wird am Donnerstag (12.03.2026) von 11-14 Uhr eine
Verkehrssicherheitsaktion inkl. Kontrolle in der Detmolder Innenstadt im Bereich
des Marktplatzes stattfinden. Ein Team der lippischen Verkehrsunfallprävention
sucht das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern und präsentiert auch ihnen
die neuen Verkehrsunfallzahlen. Medien sind herzlich eingeladen die Aktion zu
besuchen und darüber zu berichten.
Pressekontakt:
Polizei Lippe
Pressestelle
Nina Ehm
Telefon: 05231 / 609 - 5050
Fax: 05231 / 609-5095
E-Mail: pressestelle.lippe@polizei.nrw.de
https://lippe.polizei.nrw/
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/12727/6233789
OTS: Polizei Lippe
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