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POL-DO: Schwerpunkteinsatz zum Jugendschutz in Dortmund-Hörde und am Phoenix-See - Polizei zieht getunten E-Scooter nach Beinahe-Zusammenstoß mit Kleinkind aus dem Verkehr |
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| 19.10.2026 12:55 Uhr |
Polizei Dortmund |
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Dortmund (ots) - Lfd. Nr.: 0877
Am Freitagabend, dem 16. Oktober 2026, führten Einsatzkräfte der Polizei
Dortmund gemeinsam mit der Gewerbeaufsicht einen mehrstündigen
Schwerpunkteinsatz mit dem Fokus auf den Jugendschutz durch. Die Einsatzräume
waren insbesondere das Umfeld des Phoenix-Sees sowie die Hörder Fußgängerzone.
Im Verlauf des Einsatzes überprüften die Beamtinnen und Beamten 69 Personen
(darunter 57 Minderjährige) sowie 24 Fahrzeuge. An bekannten Treffpunkten und
auf Schulhöfen sprachen die Einsatzkräfte insgesamt zwölf Platzverweise aus.
Zudem wurden gemeinsam mit der Gewerbeaufsicht Kioske im Hörder Stadtteilgebiet
kontrolliert. Neben kleineren Mängeln bei der Ausschilderung des
Nichtraucherschutzes stellten die Einsatzkräfte an einem Kiosk den
vorschriftswidrigen Einzelverkauf von Zigaretten fest. Es wurde eine
entsprechende Ordnungswidrigkeitenanzeige gefertigt.
Am Abend lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Kontrolle jugendlicher
Fahrerinnen und Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scooter). Hierbei kam es
gegen 19:00 Uhr zu einem gefährlichen Vorfall auf einem Geh- und Radweg nahe der
Meinbergstraße:
Zivile Einsatzkräfte beobachteten eine Gruppe von vier Jugendlichen, die mit
deutlich überhöhter Geschwindigkeit und ohne eingeschaltete Beleuchtung auf
E-Scootern unterwegs waren. Als die Gruppe eine Polizeikontrolle bemerkte,
wendete sie und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit.
Dabei fuhr der 15-jährige Anführer der Gruppe frontal auf eine 34-jährige Mutter
und ihre beiden Kleinkinder (drei Jahre und sieben Monate alt) zu. Nur durch das
beherzte Eingreifen der Mutter und das ruckartige Zurückziehen ihres
dreijährigen Kindes auf einem Laufrad konnte ein folgenschwerer Zusammenstoß in
letzter Sekunde verhindert werden. Ein Polizeibeamter konnte den 15-jährigen
Dortmunder stoppen und festhalten.
Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass an dem E-Scooter
falsche Versicherungskennzeichen angebracht waren. Der Jugendliche räumte zudem
ein, das Fahrzeug so manipuliert zu haben, dass es Geschwindigkeiten von bis zu
40 km/h erreicht. Das Fahrzeug wurde mit dem Ziel zur Anfertigung eines
technischen Gutachtens sichergestellt.
Die Beamten leiteten gegen ihn ein Strafverfahren unter anderem wegen Gefährdung
des Straßenverkehrs (§ 315c StGB), Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung
und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz eingeleitet. Der Jugendliche
wurde auf der Polizeiwache Hörde an seine Erziehungsberechtigten übergeben. Auch
gegen den Fahrzeughalter wurde eine separate Strafanzeige erstattet.
Die drei weiteren flüchtigen Jugendlichen entkamen unerkannt. Unter ihnen befand
sich eine dunkel gekleidete Person mit einer schwarzen Sturmhaube und einer
dunklen "Nike Tech"-Softshelljacke. Zeugen, die Hinweise auf diese Personen
geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei unter der 0231/132-7441 zu
melden.
Die Polizei Dortmund weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass das Tunen
von E-Scootern kein Bagatelldelikt ist, sondern eine Straftat darstellen kann:
Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von E-Scootern beträgt maximal 20 km/h.
Wird diese durch eine technische Manipulation der Software oder Hardware
aufgehoben, erlischt die Betriebserlaubnis und die verkehrsrechtliche Einstufung
verändert sich. Unter Umständen ist dann auch eine Zulassung als Kraftfahrzeug
sowie eine entsprechende Führerschein- und Helmpflicht erforderlich.
Das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist keine Bagatelle, sondern wird mit einer
Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft. Auch gegen
den Fahrzeughalter wird ein Strafverfahren eingeleitet. Die
Erziehungsberechtigten sind in diesem Fall also voll verantwortlich und sollten
sich dessen bewusst sein.
Unabhängig davon geht von getunten E-Scootern eine erhebliche Gefahr für die
Fahrerinnen und Fahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer aus. Aufgrund ihrer
kleinen Reifen sind E-Scooter besonders anfällig für Fahrbahnunebenheiten. Hinzu
kommt, dass die Bremsanlagen nicht für so hohe Geschwindigkeiten ausgelegt sind.
Bei einer Fahrbahnunebenheit oder einem plötzlich auftretenden Hindernis wäre
ein womöglich folgenschwerer Crash mit hoher Geschwindigkeit unvermeidbar. Hier
besteht absolute Lebensgefahr!
Die Polizei Dortmund wird auch in Zukunft in Zusammenarbeit mit dem
Ordnungsdienst konsequent weitere Kontrollen mit den Schwerpunkten E-Scooter und
Einhaltung jugendschutzrechtlicher Bestimmungen durchführen.
Journalisten wenden sich mit Rückfragen bitte an:
Polizei Dortmund
Bartosch Waldowski
Telefon: 0231/132-1023
E-Mail: poea.dortmund@polizei.nrw.de
https://dortmund.polizei.nrw/
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/4971/6373635
OTS: Polizei Dortmund
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Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Polizei Dortmund
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